Patriarchat / Geschlechterverhältnis
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Beiträge
FORVM, No. 301/302

Die Entstehung des Patriarchats

Comic strip
Januar
1979

FORVM, No. 301/302

Sie umarmten sich und weinten beide

Wie man heute noch mit Freuden Frau ist
Januar
1979

Es half alles nichts. Ihr ganzer Feminismus, ihre ganze Unabhängigkeit, ihr ganzer Ruhm hatten sie nur hierher gebracht, zu dieser Hilflosigkeit, diesem Bedürfnis. Sie brauchte ihn. Sie brauchte diesen Mann. Erica Jong: How to Save Your Own Life Holdes Anschmeicheln Die Definition von (...)

FORVM, No. 301/302

Ehe ist Blödsinn

Januar
1979

Cheryl Benard / Edit Schlaffer: Die ganz gewöhnliche Gewalt in der Ehe. Texte zu einer Soziologie von Macht und Liebe, rororo Frauen aktuell, hrsg. von Susanne von Pacsensky, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1978, 198 Seiten, DM 4,80 öS 47,40 ... Röslein wehrte sich und stach, Half ihm doch (...)

FORVM, No. 303/304

Mudlsauber

Comic strip
März
1979

FORVM, No. 309/310

Wau!

Comic strip
September
1979

FORVM, No. 309/310

Mullarchie

Reise durch die persische Revolution
September
1979

Am 8. und 10. März dieses Jahres war es in Teheran zu Frauendemonstrationen gekommen. Kurze Zeit später bereiste eine Delegation vom Internationalen Komitee für die Rechte der Frau (Präsidentin Simone de Beauvoir), von Paris kommend, den Iran: 18 Journalistinnen, Politikerinnen, Fotografinnen aus (...)

FORVM, No. 311/312

Goks

Hommage à Schönwald
November
1979

FORVM, No. 313/314

Frauen! Woher nehmen?

Feminismus heute
Januar
1980

Anfang Oktober 1979 wurde an der Freien Universität in West-Berlin zum vierten Mal die „Sommer-Universität der Frauen“ veranstaltet, diesmal von einer Gruppe lesbischer Frauen vorbereitet unter dem Motto: „Autonomie oder Institution? Über die Leidenschaft und Macht von Frauen.“ Eine Woche lang ging (...)

radiX, Texte

Karla May in einer südmexikanischen Kleinstadt

 
1995

Der Trikont verelendet, und die weibliche Bevölkerung ist einem „Prozeß der Hausfrauisierung“ ausgesetzt, diagnostizieren die „Bielefelder Entwicklungssoziologinnen“ Veronika Bennholdt-Thomsen, Maria Mies und Claudia v. Werlhof. Der ganze Trikont? Nein, die Frauen einer kleinen Stadt Südmexikos hören (...)

Context XXI, ZOOM 2/1996

Tisch, weiblich

März
1996

Ein Porträt der Autorin Margret Kreidl, zusammengestellt aus Gesprächsnotizen. ZOOM: Von dir ist vor kurzem im Wieser Verlag ein Buch mit dem Titel „Ich bin eine Königin“ erschienen. Beginnen wir damit, daß Du über dieses Buch sprichst? Margret Kreidl: In dem Buch sind einerseits dramatische Texte, (...)

Context XXI, ZOOM 3/1996

Kein Privat-Vergnügen

Juni
1996

Die Öffnung des Bundesheeres für Frauen kann nur im Zusammenhang mit Militarismus und Sicherheitspolitik diskutiert werden. Frauen ins Heer? Hier handelt es sich um eine politische Entscheidung, die gefällt wird, und nicht um das Privatvergnügen einzelner Frauen, die ihr wahres Berufsziel als (...)

Context XXI, ZOOM 3/1996

Keine Wäscheleinen-Welt

Juni
1996

Porträt der Autorin Petra Ganglbauer: „Ja, und da sind wir wieder dort – ganz am Anfang: Grundsätzlich würde ich sagen ...“ Bevor Sie im Cyberzelt surfen, heißt es: Organe wegwerfen, die Knochen dazu. Verschütten Sie Ihr Blut. Verteilen Sie’s. Verlieren Sie Ihren Kopf an den Chip. Was fortan zählt, (...)

Context XXI, ZOOM 6/1996

Von langen Reisen und Aufenthalten

Oktober
1996

„Mutter und Sohn sind auf Wanderschaft, begegnen zwei Wanderern, und der Sohn stellt sich vor und sagt: ’Ich bin das Muttersöhnchen.’ Die beiden Männer spotten zuerst, sind irritiert und bekommen dann Angst.“ Ein Gespräch mit der Autorin Ruth Aspöck. ZOOM: Wie siehst Du deine Rolle als schreibende (...)

Context XXI, ZOOM 6/1996

Inmitten des Wahns

Oktober
1996

Rede der Schriftstellerin Elisabeth Reichart, die sie am 5. September zur Eröffnung der Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“ in Klagenfurt gehalten hat. Obwohl ich mich seit dem Studium mit dem Nationalsozialismus beschäftige, seine Auswirkungen auf unsere (...)

Context XXI, ZOOM 1/1998

Frauengleichentrechtigung

Das Gesetz zur Ausbildung von Frauen im Heer
März
1998

Aus dem Gesetzesentwurf zum Thema Frauen ins Heer ist eine Sammelnovelle mit zumindest drei Schwerpunkten geworden. Die um 72 Seiten ausgeweitete Regierungsvorlage durchlief kein Begutachtungsverfahren mehr. Vom FRAG zum GAFB Der Beamtenentwurf des Frauenausbildungsverhältnisgesetzes wurde zur (...)

Context XXI, ZOOM 3/1998

Zero Tolerance?

Sexuelle Gewalt gegen Frauen in den US-Streitkräften
Juni
1998

Seit Ende 1996 erschütterten öffentlich gewordene Sexualdelikte die USA-Army. Das Problem ist nicht neu, nur ignorierten die Verantwortlichen in Politik und Militär seit mehr als 20 Jahren die Warnsignale. Krasse Fälle von Vergewaltigungen von Rekrutinnen durch Ausbilder in einer Basis der US-Army, (...)

radiX, Nummer 1

„Über sieben Richtlinien zur Gleichberechtigung“

Dezember
1998

Die Gleichbehandlungsrichtlinien sind neben den (bis dato) vier „Aktionsprogrammen für Chancengleichheit von Frauen und Männern“ die wichtigsten Hebel der Gleichstellungspolitik der Europäischen Union. Bei genauerer Betrachtung wird vor allem eines sichtbar: ihre Unzulänglichkeit. „Das Buch II“, (...)

radiX, Nummer 2

Sex in der patriachalen Warengesellschaft

Juni
1999

In einer Patriachalen Warengesellschaft ist auch der Sex ein patriachaler Warenaustausch. Insbesondere in heterosexuellen Beziehungen spielt der patriachale Charakter unserer Gesellschaft auch beim Sex und in sexuellen Beziehungen eine Rolle. Den Warencharakter behalten Beziehungen aber auch (...)

Context XXI, Heft 3/1999

Diplomatische Sklaverei

Frauenhandel in gehobenen Kreisen
September
1999

„Dieselben Vertreter internationaler Organisationen, die öffentlich die Menschenrechte preisen, halten sich zu Hause Sklaven.“ Luis Cid, Syndicat sans frontières Immer wieder werden in Österreich Fälle publik, wo Migrantinnen in Haushalten von UN-Bediensteten und DiplomatInnen unter miserablen (...)

Context XXI, Heft 4-5/1999

Sudan – Zwischen Repression und Rebellion

November
1999

Seit zehn Jahren versucht eine islamistische Militärregierung, den Sudan zu einem „islamischen Staat“ umzubauen. Am 30. Juni 1989 hätte – wäre es nach den Plänen der Mehrparteienregierung gegangen – im Sudan die Scharia abgeschafft werden sollen. Unter anderem um genau dieses zu verhindern, putschte (...)

Context XXI, Heft 1/2000

Militär und Geschlechterverhältnis

Februar
2000

Krieg und Militär sind vergeschlechtlicht. Ebenso sind sie geschlechtsbestimmend. Ein Sammelband liefert eine Analyse der Konstruktion von Geschlecht durch das Militär, hat an der Armee selbst aber nichts auszusetzen. Der Krieg ist männlich. Zumindest will uns die offizielle (männliche) (...)

Context XXI, Heft 2/2000

Kap der Gewalt

Frauenunterdrückung in Südafrika
April
2000

Die Republik am Kap der guten Hoffnung weist weltweit die höchste Vergewaltigungsrate auf. Der nationale Frauentag am 9. August ist im neuen Südafrika, ebenso wie der internationale Frauentag am 8. März, ein offizieller Feiertag. Er geht zurück auf das Jahr 1956, als 20.000 Frauen gegen die (...)

Café Critique, Jahr 2000

Monetäres Mutterkreuz

Rassismus als Familienpolitik
Juni
2000

Es waren keine neuen Töne, als Jörg Haider Mitte der achtziger Jahre in seinem ‚Plädoyer für die Dritte Republik‘ verkündete, daß ‚die feministische Illusion‘ gescheitert sei. Es gelte nun, Frauen zu ihren ‚ureigendsten Anliegen‘ zu ermutigen: Aufzucht der Kinder, die gefälligst groß (...)

Context XXI, Heft 6/2000

Wer Klarinette spielt, nimmt keine Drogen!

Die Mythologie des Klarinettenspiels
Oktober
2000

Wie sollte jemand, der nichts tut als Klarinette in einem beschissenen Blasmusikverein eines immer noch in klerikalfaschistischer Tradition stehenden Dorfverbandes zu spielen, auf vernünftige Gedanken kommen? Und umgekehrt: Wie sollte jemand dessen Gedanken zwischen Dorfgasthaus, dem zehnten (...)

Context XXI, Heft 7-8/2000

Wer trifft die Entscheidungen?

Dezember
2000

Anlässlich der Präsentation des von Birge Krondorfer und Carina Mostböck herausgegebenen Buches Frauen und Ökonomie: Geld essen Kritik auf hielt Mascha Madörin einen Vortrag in Wien. Die Schweizer Ökonomin beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Entwicklungsökonomie und feministischer Ökonomietheorie. (...)

Context XXI, Heft 3-4/2001

Medien und Krieg

Krieg und Geschlechterverhältnis
Juli
2001

Geschlecht und Medien sind vielfältig miteinander verwoben. Eine Analyse am Beispiel des Nato-Angriffskrieges in Südosteuropa 1999 Die Synergie zwischen Krieg und Medien ist so intensiv, dass sie beinahe als eine Symbiose erscheint - ein wechselseitiges Verhältnis zu beiderseitigem Nutzen: (...)

Context XXI, Heft 5/2001

Erwünschte Nebenwirkung

Zur Geschlechterpolitik der neoliberalen Hochschulreform
September
2001

Als eines der wichtigsten so genannten „Reformprojekte“ der blauschwarzen Regierung gilt der Umbau der österreichischen Universitäten. Eine erste Etappe auf dem Weg zur „neuen Universität“ war die Einführung eines neuen Universitätslehrerdienstrechtes, welches Anfang Juli im Parlament von ÖVP und FPÖ (...)

Context XXI, Heft 6/2001

Feministischer Eigensinn

November
2001

Auf der Basis der Vorträge, die am „ersten feministischen Politikwissenschafterinnentag“ im Mai 2000 in Marburg gehalten wurden, ist nun im Argument-Verlag ein Sammelband unter dem Titel Feministischer Eigensinn erschienen, dessen Untertitel „Kompaß für Politik und ihre Wissenschaft“ so sehr nach (...)

Context XXI, Heft 3-4/2002

Elend der Geschlechter

Zur Wiederauflage von Gisela Elsners Roman Die Zähmung.
Juni
2002

I. Täglich fasste er mindestens einmal den Vorsatz, sich einer Abmagerungskur zu unterziehen, damit er sich wieder ohne Selbsthaß, Ekel und Verachtung im Spiegel betrachten konnte. Und manchmal brachte er es tatsächlich fertig, einen halben Vormittag lang zu hungern. Er machte einen großen Bogen (...)

Context XXI, Heft 5-6/2002

„...das entscheiden wir alleine!“

■  Lazy S
November
2002

Andrea Trumann zeichnet die Bewegungs- und Theoriestränge der neuen deutschen Frauenbewegung seit den 60er Jahren nach, als der berühmte Tomatenwurf gegen einen SDS-Funkti eben diesen Männerverein ein wenig aufschreckte. Abgesehen von ihrer Unter- oder Nicht-Repräsentanz in den institutionellen (...)

Context XXI, Heft 5-6/2002

Gedächtnis und Geschlecht

November
2002

Sammelbände sind selten Bücher, die frau als Gesamtes empfehlen kann. So auch ein neuer Band über Geschlechterkonstruktionen in verschiedenen Formen des Erinnerns an den Nationalsozialismus, der neben guten Beiträgen auch einiges an Schund enthält. Ich lese und staune: „Das jüdische Gedächtnis“ sei (...)

Context XXI, Heft 7/2002

Vor Erdogan

Dezember
2002

Der überwältigende Wahlsieg der postislamistischen AKP in der Türkei hat die Augen der Weltöffentlichkeit wieder einmal auf die politischen und gesellschaftlichen Umgestaltungsprozesse in der türkischen Gesellschaft gelegt. Wenn auch seither keine aktuellen Veröffentlichungen zum politischen Islam (...)

Context XXI, Heft 8/2002 — 1/2003

Psychoanalyse und Geschlechterverhältnis

März
2003

Im folgenden geht es nicht darum, Freuds patriarchale Ansichten anzugreifen, obwohl seine Briefe und seine Krankengeschichten aus den 1890er Jahren ein kleiner Katalog von Vorurteilen gegen Frauen sind. Auf der anderen Seite setzte sich Freud für die Rechte der Frauen ein, als einige Analytiker (...)

Context XXI, Heft 8/2002 — 1/2003

Körper & Geschlecht

Feministische Körper-Konzeptionen anno 2002
März
2003

Spätestens seit Judith Butlers „Gender Trouble“ (1990) und der teils heftigen Reaktionen anderer feministischer Theoretikerinnen darauf, ist der Körper ins Zentrum feministischer Theoriebildung gerückt und bildet einen zentralen Fluchtpunkt der Trennungen und Kontroversen zwischen den von ihren (...)

Context XXI, Heft 6-7/2003

„Tun, was getan werden muss ...“

Frauen, Widerstand, Exil und Verfolgung im Nationalsozialismus
Dezember
2003

Die Rolle von Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus ist lange Zeit ebenso ignoriert worden wie die spezifischen Verfolgungspraktiken gegenüber weiblichen Opfern der NS-Herrschaft. Der Widerstand von Frauen gegen das NS-Regime – in den verschiedensten Formen und aus sehr (...)

Context XXI, Heft 6-7/2003

Das „zweite Geschlecht“ und das „Dritte Reich“

Dezember
2003

Was passiert, wenn Frauen sich als Frauen denken und den Nationalsozialismus begreifen wollen? Worin liegt der Grund für die Kapitulation der bürgerlich-demokratischen Frauenbewegung vor dem Faschismus? Die Tat der KZ-Wächterin gegenüber ihren Opfern bleibt eine Machtausübung und Vergewaltigung. (...)

Context XXI, Radiosendungen 2004

Differenzen zwischen Frauen

■  Sendungsgestaltung: Mary Kreutzer
Januar
2004

Jutta Sommerbauer veröffentlichte im Herbst 2003 im Unrast-Verlag ihr gleichnamiges Buch. Darin gibt sie nicht nur den Stand der feministischen und postfeministischen Debatte wieder, sondern kritisiert deren Ansatz der Differenzen und Identitäten, um die problematischen Aspekte postmoderner (...)

Context XXI, Heft 2-3/2004

Hallo, Leute von der Context XXI!

März
2004

Dieses Schreiben richtet sich an alle, die die Zeitschrift mitgestalten und sich verantwortlich fühlen. Die Arge Wehrdienstverweigerung, Gewaltfreiheit und Flüchtlingsbetreuung möchte ihre Zusammenarbeit mit der Context XXI beenden, und zwar auf allen Ebenen: keine MitherausgeberInnenschaft mehr, (...)

Context XXI, Radiosendungen 2004

Die versunkene Stadt

Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, Teil 2
■  Sendungsgestaltung: Mary Kreutzer
November
2004

Ingrid Strobl, Filmemacherin und Autorin verschiedener Bücher über jüdische Frauen im Widerstand und Antisemitismus referiert über soziale und familiäre Herkunft jüdischer Widerstandskämpferinnen und über ihre Motivation Widerstand zu (...)

Context XXI, Radiosendungen 2004

Die versunkene Stadt

Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, Teil 3
■  Sendungsgestaltung: Mary Kreutzer
November
2004

Rita Thalmann, französische Historikerin, spricht über den oft verschwiegenen Beitrag von Frauen in der Résistance. Eine Sendereihe von Context XXI, gestaltet von Mary Kreutzer mit Unterstützung des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des (...)

Context XXI, Radiosendungen 2004

Die versunkene Stadt

Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, Teil 1
■  Sendungsgestaltung: Mary Kreutzer
Dezember
2004

In Teil 1 der dreiteiligen Sendereihe spricht Katrin Auer über „Sexualisierte Gewalt gegen Frauen im Nationalsozialismus“.

Context XXI, Heft 5-6/2005

„… Geschlechtsmerkmale bei Juden auffallend häufig verwischt …“*

Eine Entgegnung auf Andreas Peham
Oktober
2005

Der jüdische Monotheismus habe als vergeistigte ‚Vaterreligion’ die Menschheit aus ihrer magisch-omnipotenten Einheit mit der ‚Urmutter’ gerissen, während das Christentum mit der Vergöttlichung des Individuums hinter diesen Schritt regrediert sei und seitdem alles den ‚Narzissmus der Unendlichkeit’ (...)

Context XXI, Heft 5-6/2005

Befreiung und Beschädigung

Eine Replik auf Sebastian Winter
Oktober
2005

Wie haben wir den Mut, in einer Welt zu leben, in der die Liebe durch eine Lüge provoziert wird, die aus dem Bedürfnis besteht, unsere Leiden von denen mildern zu lassen, die uns zum Leiden brachten. (Marcel Proust) Die ÜberbringerInnen der schlechten Nachrichten haben nie einen guten Stand. In (...)

Context XXI, Heft 5-6/2005

Frauenräume in der Zionistischen Weltorganisation (1897-1920)

Oktober
2005

FRAUENRAUM – das kann ein Zimmer, eine Küche, die Mode sein. Weiterhin können Verhaltensnormen wie auch eine bestimmte Körpervorstellung einen Frauenraum bilden. Im Folgenden wird unter Frauenraum ein Raum für politische Aktivität der Frauen und ihre Beteiligung an der zionistischen Bewegung (...)

Context XXI, Radiosendungen 2006

Irakische Frauen und Jugendliche on Air

■  Sendungsgestaltung: Mary Kreutzer
März
2006

Teil I (30min): Irakische Frauen und Jugendliche zwischen Hoffnung und Horror. Ein Interview mit Manal Omar. Teil II (30min): Radio Dengue Nué. Irakische Frauen und Jugendliche on Air.

Context XXI, Heft 1-2/2006

Wissenschaft, Fußball und Geschlecht

Geschlecht als fußballanalytische Kategorie
Mai
2006

Context XXI, Heft 1-2/2006

„WE ALL SPEAK football“. But WOMEN don’t.

Mai
2006

Anmerkungen zur Kreation eines scheinbar geschlechtsneutralen "Wir” im Diskurs um und über Fußball, das durch die Exklusion von Frauen das Männliche als Norm (re)produziert und Frauen als Sonderfall konstituiert. Ab heute noch 45 Tage bis zur Fußball WM, genauer gesagt zur Fußball WM der Männer. (...)

Context XXI, Heft 1-2/2006

Footballs

Männlichkeit und Homophobie im Mannschaftssport
Mai
2006

Im Jahr 2002 wurde der österreichischen Öffentlichkeit bekannt, was alle Beteiligten im Fußballzirkus sowieso schon wussten: dass sexuelle Übergriffe als Einstandsritual in einer Fußballmannschaft gang und gäbe sind. Ein misshandelter 15-jähriger brach das Schweigen des Männerbundes und berichtete (...)

Context XXI, Heft 1-2/2006

Ist Fußball unislamisch?

Mai
2006

Die Aufregung vor allem in konservativen Kreisen war groß, als der als Hardliner verschriene Präsident Achmadinejad ankündigte, dass es in Zukunft auch Frauen erlaubt sein werde, in den Stadien Fußballspiele mitzuverfolgen. Mancher Journalist im Westen mochte darin sogar eine liberale Wende des (...)

Streifzüge, Jahrgang 2016

Der Schleier des Abendlands

Erkundungen im Reich des männlichen Blicks
August
2016

Aus aktuellem Anlass Kleider machen Leute, zweifellos. Insbesondere freilich Frauen. Ob Orient, ob Okzident, ob Islam, Christentum oder Kulturindustrie: Kleidungsnormen betreffen Frauen um vieles extensiver und restriktiver als Männer. Es gleicht einem überkonfessionellen patriarchalen (...)

Café Critique, Jahr 2016

Gender und Antisemitismus

Weibliche Opfermythen und der (Post-)Feminismus
Oktober
2016

Café Critique, Jahr 2017

Von der friedfertigen Antisemitin zur queer-theoretischen Post-Zionistin

April
2017

Vortrag von Ljiljana Radonic.

Patriarchat (wörtlich „Väterherrschaft“) beschreibt in der Soziologie, der Politikwissenschaft und verschiedenen Gesellschaftstheorien ein System von sozialen Beziehungen, maßgebenden Werten, Normen und Verhaltensmustern, das von Vätern und Männern geprägt, kontrolliert und repräsentiert wird.[1] Synonyme für Patriarchat sind Phallokratie[2] und die wenig gebräuchliche Neubildung Androkratie,[3] wörtlich „Herrschaft des Mannes“.[4]

Wortherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ausdruck „Patriarchat“ bezeichnet das Abstraktum zu Patriarch, abgeleitet von altgriechisch πατριάρχης patriarches, deutsch ‚Erster unter den Vätern‘ bzw. ‚Stammesführer‘ oder ‚Führer des Vaterlandes‘, gebildet aus griechisch πατήρ patér „Vater“ und ἀρχεῖν archein oder αρχη arché bzw. ἄρχων archon. Im Griechischen bedeutet arché „Macht, Herrschaft“ sowie „Beginn, Anfang“.

In der ältesten bekannten griechischen Übersetzung der hebräischen Bibel, der Septuaginta, wird patriarches in der Bedeutung von „Erzväter“ verwendet. Dementsprechend wurde der Begriff „Patriarch“ im Mittelalter und in der frühen Neuzeit als Synonym für die Stammväter der Israeliten vor der Sintflut und nach ihr bis zum Auszug aus Ägypten verwendet. Daraus erklärt sich die Assoziation von „Patriarch“ mit einem alten Mann, denn von den Stammvätern der Israeliten wird in der Bibel berichtet, dass sie ein sehr hohes Alter erreichten. Ein jüdisches Patriarchat bestand von 30 v. Chr. bis 415 n. Chr. in Palästina. In der katholischen Kirche wurde der Begriff „Patriarch“ als Ehrentitel für geistliche Würdenträger benutzt.[5]

Die römisch-katholische Kirche wie die orthodoxen Kirchen benennen seit dem Mittelalter bestimmte Bistümer, Diözesen oder Kirchenprovinzen als „Patriarchat“, wie zum Beispiel das Patriarchat von Venedig und das Patriarchat von Moskau.

Abgeleitet vom griechischen und römischen Recht wird als Patriarchat in der Familiensoziologie eine familiale Organisation verstanden, die dem männlichen Oberhaupt in Anlehnung an den pater familias als dem „Herrn des Hauses“ die rechtliche und ökonomische Macht über die von ihm abhängigen Familienmitglieder zuschreibt.[6][7]

Patriarchat als politische Legitimationsform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert Filmer verwendet in seiner im 17. Jahrhundert abgefassten staatstheoretischen Abhandlung Patriarcha den Ausdruck ‚Patriarchat‘ für eine gottgegebene Autorität, die von Vätern nach Gutdünken an die Söhne vererbt werden oder jederzeit von Gott neu verliehen werden kann.[8] Auf dieser Basis beruht nach Filmer die Legitimität aller politischen Herrschaft, die Schrift ist als Rechtfertigung des Gottesgnadentums und des Absolutismus zu verstehen.

Die Überwindung des biblischen Patriarchatsbegriffes zeigt sich zum ersten Mal in der politischen Ideengeschichte als „Emanzipation der Söhne“ Ende des 17. Jahrhunderts bei John Locke, der väterliche Gewalt als Staatsbegründung ablehnte. Als Entgegnung auf Filmer argumentierte Locke, dass die Gewalt des Vaters über den Sohn als Gewalt der Eltern über die Kinder zu verstehen sei. In seiner Neubegründung politischer Gewalt nehmen die Brüder die politische Stellung des Vaters ein, wobei Locke die Emanzipation der Frau vom Mann jedoch ausschloss.[9] Die Politikwissenschaftlerin Carole Pateman bezeichnet dies als „Geschlechtervertrag“ (sexual contract) zwischen Männern, der in dieser Form nicht nur ein vormodernes Phänomen sei, sondern das moderne „brüderliche“ Patriarchat begründe.[10]

Patriarchat als evolutionäre Entwicklungsstufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Entwicklung der Anthropologie im 19. Jahrhundert und evolutionistischen Theorien, die alternative Erklärungsmuster zur biblischen Schöpfungsgeschichte und Chronologie anboten, kamen ab 1860 Vorstellungen einer unilinearen stufenweisen Entwicklung der Menschheit und ihrer sozialen Organisation auf, die sich schnell verbreiteten. Auf der Suche nach dem Ursprung der Zivilisation postulierten Johann Jakob Bachofen (Das Mutterrecht) und Henry Sumner Maine (Ancient Law) das Patriarchat als zivilisatorische Errungenschaft von Männern, dem nach Bachofen ein ursprüngliches Mutterrecht oder Matriarchat vorausgangen war.[9] Bachofen historisierte das Geschlechterverhältnis und stellte die Naturgegebenheit der patriarchalen Familienordnung und das Verhältnis der Geschlechter in Frage. Er hatte dabei keine Kritik am patriarchalen Geschlechtermodell beabsichtigt, sondern vielmehr, dieses zu legitimieren[11] (siehe auch: Geschichte der Matriarchatstheorien). Damit wurden mit dem Begriff Patriarchat erstmals die Beziehungen zwischen Frauen und Männern in den Blick genommen.[9] Und je nachdem, wie man die vermutete evolutionäre Entwicklung als Ganzes und die zeitgenössischen gesellschaftlichen Verhältnisse bewertete, wurde das Patriarchat oder das Matriarchat als jeweils höhere oder niedrigere Entwicklungsstufe menschlicher Gesellschaftsordnung beurteilt.[12]

Für Bachofen galt der angenommene Übergang vom Mutterrecht zum Vaterrecht als Durchbruch des geistig-männlichen Prinzips, mit dem das höchste Ziel menschlicher Entwicklung erreicht sei.[13] Wie Bachofen nahm auch Lewis Henry Morgan ein ursprüngliches Mutterrecht an. Er war überzeugt, dass diese Gesellschaftsform Vorteile für Frauen aufwies, während der Übergang zur Patrilinearität mit negativen Folgen für die soziale Stellung der Frau verbunden gewesen sei.[14]

Theoretiker des Sozialismus rezipierten Morgans und Bachofens Ideen vom Mutterrecht positiv. Im Gegensatz zu Bachofen beurteilte Friedrich Engels den fiktiven Umsturz des Mutterrechts als die „weltgeschichtliche Niederlage des weiblichen Geschlechts“.[15] Die Frage, ob es sich beim Patriarchat um eine politische oder familiale Herrschaftsform handelt, entschieden sie zu Gunsten der familialen.[9] In diesem Sinne ist Patriarchat als Merkmal der bürgerlichen Gesellschaft seitdem ein fester Bestandteil im Kontext marxistischer Weltanschauung und Wissenschaft.[16] Darauf basierend kritisieren die Vertreter des Freudomarxismus´ (bzw. der kritischen Theorie) Fromm (1932), Reich (1933) und Horkheimer (1936) die autoritäre Kindererziehung innerhalb der patriarchalen Familie zu einem gesellschaftlich autoritären Charakter als postulierte Grundbedingung zu faschistischen Systemen (siehe auch Studien über Autorität und Familie). Dieses Konzept der Reproduktion des autoritären Charakters aus der (patriarchalen) Familie als „Agentur der Gesellschaft“ wurde von der 1968er-Bewegung[17] sowie in der modernen Kindheitssoziologie (siehe Konzept „Ordnungsfähigkeit“) aufgegriffen und werden darin als weiterhin gültig verstanden.

Marxistische Aktivistinnen der neuen (zweiten) Frauenbewegung beriefen sich insbesondere auf Friedrich Engels, der (frühe) akademische Feminismus übernahm Engels Thesen.[18]

Patriarchatsbegriff bei Max Weber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Patriarchat wird in der Herrschaftstypologie Max Webers eine persönliche, auf Gewalt und Gehorsam beruhende Form der traditionalen Herrschaft klassifiziert.[13] Dieser herkömmliche Patriatchatsbegriff wurde in den verschiedenen gesellschaftstheoretischen Debatten als zu eng kritisiert, da er nur für eine bestimmte historische Epoche gelte.[19] Weber erklärte alle Herrschaftsbeziehungen durch Sozialisation und gesellschaftliche Verhältnisse mit Ausnahme der Beziehung zwischen Männern und Frauen, die er auf eine natürliche Geschlechterdifferenz zurückführte.

„Bei der Hausautorität sind uralte naturgewachsene Situationen die Quelle des auf Pietät ruhenden Autoritätsglaubens. Für alle Hausunterworfenen das spezifisch enge, persönliche, dauernde Zusammenleben im Hause mit seiner inneren und äußeren Schicksalgemeinschaft. Für das haushörige Weib die normale Ueberlegenheit der physischen und geistigen Spannkraft des Mannes.“

Max Weber

Der feministische Patriarchatsbegriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der feministischen Theoriebildung seit den 1960er Jahren ging es darum, die Naturwüchsigkeit der Beziehung zwischen Männern und Frauen, wie von Weber vorausgesetzt, und damit der Nachrangigkeit von Frauen in Frage zu stellen.[9] Die zweite Frauenbewegung weitete den Patriarchatbegriff auf die Bedeutung allgemeiner, nahezu global verbreiteter Männerdominanz aus[13] und erweiterte ihn zu einem Synonym für 'männliche Herrschaft und Unterdrückung der Frauen'. Patriarchat wurde zu einem Sammelbegriff für Strukturen und Formen von Nachrangigkeit, Ausbeutung und direkter sowie symbolischer Gewalt, die Frauen betreffen, und zur Grundlage feministischer Theorie und Praxis.[20][19]

„'Patriarchat’ bedeutet wörtlich die Herrschaft von Vätern. Aber heute geht männliche Dominanz über die 'Herrschaft der Väter' hinaus und schließt die Herrschaft von Ehemännern, von männlichen Vorgesetzten, von leitenden Männern in den meisten gesellschaftlichen Institutionen in Politik und Wirtschaft mit ein […] Das Konzept 'Patriarchat’ wurde durch die neue feministische Bewegung als ein Kampfbegriff wiederentdeckt, weil die Bewegung einen Begriff brauchte, durch den die Gesamtheit von bedrückenden und ausbeuterischen Beziehungen, die Frauen betreffen, sowie ihr systematischer Charakter ausgedrückt werden konnte. Außerdem zeigt der Begriff 'Patriarchat’ die historische und gesellschaftliche Dimension der Frauenausbeutung und Unterdrückung an, und ist so für biologistische Interpretationen weniger geeignet als zum Beispiel das Konzept der 'männlichen Dominanz.'“

Maria Mies, 1988[21]

Patriarchat bezeichnet demnach zugleich ein analytisches Konzept und einen Zustand, den es zu bekämpfen und zu überwinden gilt. Als Schlüsselbegriff feministischer Theorie und sozialwissenschaftlicher Forschung gewann das Konzept Patriarchat an Bedeutung, um „Ungleichheiten und Diskriminierungen, die Frauen in den unterschiedlichen Lebensspären betreffen, als Teile eines übergreifenden Phänomens zu erfassen.“[19]

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kate Millett skizzierte in ihrem Werk Sexual Politics (1969; deutsch: Sexus und Herrschaft) Umrisse einer 'Patriarchatstheorie', in der sie postulierte, die Verhältnisse zwischen den Geschlechtern als Herrschaftsverhältnis zu begreifen, da alle Macht von Geburt an in den Händen privilegierter Männer liege. Demgegenüber argumentierte die marxistische Soziologin Juliet Mitchell in ihrer Schrift The Woman's Estate (1971), dass eine Theorie, die ein universales Patriarchat über alle Räume und Zeiten behauptet, für das Anliegen von Frauen, ihre politischen Rechte einzufordern, eher hinderlich sei. Eine feministische Geschichtsbetrachtung solle Frauen eine eigene Geschichte zumessen, in der sie dem Patriarchat Widerstand geleistet hätten.[22]

Ute Gerhard sieht die Stärken des Konzepts Patriarchat in seinem herrschaftsanalytischen und -kritischen Gehalt. Feministische Theorie brauche einen eigenständigen Begriff, um das Geschlechterverhältnis als Herrschaftsverhältnis zu beschreiben.[23] Diese Annahme wurde insbesondere von Judith Butler kritisiert:

„Die politische Annahme, dass der Feminismus eine universale Grundlage haben müsse, die in einer quer durch die Kulturen existierenden Identität zu finden sei, geht häufig mit der Vorstellung einher, daß die Unterdrückung der Frauen eine einzigartige Form besitzt, die in der universalen oder hegemonialen Struktur des Patriarchats bzw. der männlichen Herrschaft auszumachen sei.“

Judith Butler, 1991[24]

Mit Hilfe des analytischen Konzepts Patriarchat hat es die britische Soziologin Sylvia Walby unternommen, die Benachteiligung von Frauen in allen zentralen Lebensbereichen in einer systematischen und zusammenfassenden Weise zu erklären und als empirische Realität in Geschichte und Gegenwart nachzuweisen. Um dem Begriff Patriarchat seine universalistischen und ahistorischen Tendenzen zu nehmen, kategorisierte sie sechs Strukturen, die aus ihrer Sicht durch die Unterdrückung und Ausbeutung von Frauen durch Männer bestimmt sind und von denen Frauen auf unterschiedliche Weise betroffen sein können: Beschäftigungssystem, Reproduktionsarbeit, Sexualität, Kultur, Gewalt und die staatliche Regelung von Geschlechterbeziehungen. Die Theorie wird wegen ihrer Annahme einer überwiegend passiven Rolle von Frauen kritisiert.[25][19][26]

Seit Mitte der 1980er Jahre findet im feministischen Diskurs und in der Gesellschafts- und Geschlechterforschung eine Auseinandersetzung um das Theorem Patriarchat statt. Kritisiert wird, dass der Begriff nicht geeignet sei, die historischen und kulturübergreifenden Formen der Nachrangigkeit von Frauen angemessen zu erfassen, weil er häufig undifferenziert und ahistorisch verwendet werde.[27][28][29]

Die Soziologin Eva Cyba argumentiert, dass dem Konzept Patriarchat ein grundlegender Mangel anhafte, da es die Aufmerksamkeit zu einseitig auf die Rolle von Männern und die von ihnen dominierten Strukturen lenke und es Konstellationen gebe, die von niemandem beabsichtigt, sondern „aufgrund ihrer Trägheit als selbstverständliche Tradition reproduziert werden.“[19] Eine Erklärung, wie es zur Reproduktion von Tradition kommt, lieferte bereits Max Weber. Darauf weist Heike Kahlert hin.[30] Demnach beruht die Fügsamkeit der Gewaltunterworfenen bei der patriarchalen Herrschaft auf „dem Glauben an die Unverbrüchlichkeit des immer so Gewesenen als solchem“. Die Tatsache der traditionalen Herrschaft gehe „im Bewusstsein der Unterworfenen allem anderen voraus“.[31] Frauen, so schlussfolgert Kahlert, wirken in dieser Sichtweise an der Aufrechterhaltung der Geschlechterhierarchie mit. Und es sei zu fragen, „welche Beiträge Frauen zur Reproduktion der bestehenden Geschlechterverhältnisse leisten […] und unter welchen Voraussetzungen sie ihre Zustimmung zur patriarchalen Herrschaft entziehen oder gar offen verweigern.“[30] So ermögliche Webers handlungstheoretische Sichtweise, die Aufmerksamkeit auch auf die Veränderbarkeit der Geschlechterverhältnisse zu lenken.[30] Um die konkreten historischen und gegenwärtigen Ursachen und Wirkungsweisen von Unterdrückung und Benachteiligung von Frauen zu analysieren und zu erklären, müssen, so Cyba und Walby, zum Konzept Patriarchat weitere Spezifizierungen hinzukommen, beispielsweise die Verschränkung von patriarchalen Strukturen mit der (kapitalistischen) Wirtschaftsweise sowie die Rolle des Staates.[19] Die Auseinandersetzung um den Patriarchatsbegriff verweise nach Heike Kahlert darauf, dass eine differenzierte Theorie geschlechtlicher Herrschaft in Vergangenheit und Gegenwart fehle.[30] Auch die Soziologin Gudrun-Axeli Knapp plädiert dafür, an Stelle eines undifferenzierten Patriarchatsbegriffes die Debatte um die Theoretisierung von Macht und Herrschaft im Geschlechterverhältnis wieder aufzunehmen.[32]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pierre Bourdieu: Die männliche Herrschaft. 5. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-518-58435-4, S. 212 (französisch: La domination masculine. Übersetzt von Jürgen Bolder).
  • Eva Cyba: Patriarchat: Wandel und Aktualität. In: Ruth Becker, Beate Kortendiek (Hrsg.): Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-17170-8, S. 17–22.
  • Karin Hausen: Geschlechtergeschichte als Gesellschaftsgeschichte. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012, ISBN 978-3-525-37025-4, S. 359–360.
  • Maria Mies: Patriarchat und Kapital: Frauen in der internationalen Arbeitsteilung. 5. Auflage. Rotpunkt, Zürich 1996, ISBN 978-3-85869-050-0.
  • Sylvia Walby: Theorizing Patriarchy. Wiley-Blackwell, Oxford u. a. 1990, ISBN 978-0-631-14769-5 (englisch).
  • Sylvia Walby: Structuring patriarchal Societies. In: Anthony Giddens, Philip W. Sutton (Hrsg.): Sociology. Introductory Readings. 3. Auflage. Polity, Cambridge 2010, ISBN 978-0-7456-4884-2, S. 30–31 (englisch).
  • Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriß der verstehenden Soziologie, 3. Abschnitt Patriarchale und Patrimoniale Herrschaft. 5., revidierte Auflage. Mohr/Siebeck, Tübingen 2002, ISBN 978-3-16-147749-2 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche – Erstausgabe: 1922, Studienausgabe).

Theorien zur Patriarchatsentstehung:

Rezeption im Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paolo Taviani, Vittorio Taviani: Padre Padrone – Mein Vater, mein Herr. Spielfilm, Italien 1977 (Originaltitel: Padre Padrone; preisgekrönter Film der Tavianis über die Unterdrückung eines Sohnes durch seinen Vater, nach dem autobiographischen Roman Padre padrone von Gavino Ledda, 1975).
  • Annabella Misuglio: L’aggettivo donna. Dokumentarfilm, Italien 1971 (Kritik des Patriarchats in Italien: analysiert die doppelte Ausbeutung der Arbeiterinnen, die Isolation der Hausfrauen und die Abrichtung der in die Schulen eingesperrten, von den anderen Menschen getrennten Kindern).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl-Heinz Hillmann: Wörterbuch der Soziologie (= Kröners Taschenausgabe. Band 410). 5., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-520-41005-4.
  2. Phallokratie. Duden, 2017, abgerufen am 31. Januar 2017.
  3. Androkratie ist eine Neubildung von altgriechisch ἀνήρ anḗr, deutsch ‚Mann‘, zu Genitiv ἀνδρός andrós mit dem Wortstamm κράτος kratos ‚Herrschaft‘.
  4. vgl. zum Beispiel: Birgit Sauer: Die Allgegenwart der „Androkratie“: feministische Anmerkungen zur „Postdemokratie“. In: Politik und Zeitgeschichte. APuZ 1-2/2011, Bundeszentrale für Politische Bildung, 28. Dezember 2012.
  5. Patriarch and Patriarchate. in: Catholic Encyclopedia.
  6. Gerda Lerner: Die Entstehung des Patriarchats. Campus 1991, S. 295
  7. vgl. Michael Mitterauer, Reinhard Sieder: Vom Patriarchat zur Partnerschaft, Becksche Reihe, C.H. Beck, München 5. Aufl. 1991, ISBN 978-3-406-35575-2.
  8. Beate Wagner-Hasel: Das Diktum der Philosophen: Der Ausschluss der Frauen aus der Politik und die Sorge vor der Frauenherrschaft. In: T. Späth, B. Wagner-Hasel (Hrsg.), Frauenwelten in der Antike, Geschlechterordnung und weibliche Lebenspraxis, Stuttgart u. a. 2000, 198–217, hier: 201 mit Hinweis auf R. Filmer, Patriarchia. The natural Power of Kings defended against the Unnatural Liberty of the People (1640/1680), Nachdr. 1991.
  9. a b c d e Marion Löffler: Feministische Staatstheorien: Eine Einführung. Campus Verlag, 2011, S. 142f.
  10. Steffen Kailitz: Schlüsselwerke der Politikwissenschaft, VS Verlag für Sozialwissenschaften 2007, ISBN 978-3-531-14005-6, S. 352f.
  11. Susanne Lenward: Mythos, Mutterrecht und Magie. Zur Geschichte religionswissenschaftlicher Begriffe. Reimer Verlag, Berlin 1993, S. 78.
  12. vgl. auch Peter Davis: Myth, matriarchy and modernity. Johann Jakob Bachofen in German Culture 1860–1945. De Gruyter, Berlin New York 2010, ISBN 978-3-11-022708-6, insb. Kapitel 2, S. 49ff.
  13. a b c Elke Hartmann: Zur Geschichte der Matriarchatsidee. Antrittsvorlesung, Humboldt-Universität Berlin 2004. pdf
  14. Meret Fehlmann: Die Rede vom Matriarchat. Zur Gebrauchsgeschichte eines Arguments. Chronos Verlag, Zürich 2011, ISBN 978-3-0340-1067-2, S. 81f.
  15. Friedrich Engels: Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates (PDF), Stuttgart 1892, S. 61.
  16. vgl. Ernst Bornemann: Das Patriarchat. Fischer, Frankfurt am Main 1991 (Erstauflage 1975), ISBN 3-596-23416-6.
  17. „Fromms Untersuchungen über den autoritären Charakter und seine Reproduktionsbedingungen in der bürgerlichen Kleinfamilie als ‚Agentur der Gesellschaft‘ (1932a, GA I, S. 42) wurden z. Zt. der Studentenbewegung wieder aufgegriffen; sie sind aber auch heute noch unverändert aktuell.“ (Helmut Johach: Erich Fromm und die Kritische Theorie des Subjekts [PDF], S. 5).
  18. Sara Delamont: Feminist Sociology. Sage Publications, London 2003, p. 105: „Feminist attention to Engels began in the late 1960s […]. This book [The Origins of the Family, Private Property and the State] did address sex, gender and the reproduction of labour power. Quotes form Origins were an obligatory part of the manifestos of all the Marxist women´s liberation groups, and in the early academic feminism […]. Because Engels recognised that the Victorian bourgeois family was not the acme of an evolutionary process, but merely a transitory form, his ideas were useful for feminists arguing for social change.“
  19. a b c d e f Eva Cyba: Patriarchat: Wandel und Aktualität. In: Becker /Kortendiek: Handbuch der Frauen- und Geschlechterforschung.VS Verlag, 2010. ISBN 978-3-531-92041-2, S. 17 ff
  20. Sylvia Walby: Theorizing Patriarchy. John Wiley & Sons 1990. ISBN 978-3-8252-3061-6.
  21. Maria Mies: Patriarchat und Kapital. Rotpunktverlag, 5., Aufl. Zürich 1996, ISBN 978-3-85869-050-0 (1. Aufl. 1988)
  22. Claudia Opitz: Nach der Gender-Forschung ist vor der Gender-Forschung. Plädoyer für die historische Perspektive in der Geschlechterforschung, in: Rita Casale, Barbara Rendtorff (Hrsg.): Was kommt nach der Genderforschung? Die Zukunft der feministischen Theoriebildung, Transcript Verlag, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-89942-748-6, S. 15f.
  23. Ute Gerhard: Bewegung im Verhältnis der Geschlechter und Klassen und der Patriarchalismus der Moderne. In: Wolfgang Zapf (Hrsg.): Die Modernisierung moderner Gesellschaften. Verhandlungen des 25. Deutschen Soziologentages in Frankfurt am Main 1990, Frankfurt/New York 1991, ISBN 3-593-34574-9. S. 418–432
  24. Judith Butler: Das Unbehagen der Geschlechter, Suhrkamp Frankfurt 1991. ISBN 978-3-518-11722-4, S. 18
  25. Structuring patriarchal Societies, in: Anthony Giddens, Philip W. Sutton (Redaktion): Sociology. Introductory Readings. Polity Press, 3. Aufl. 2010, ISBN 978-0-7456-4884-2, S. 30f
  26. Marion Löffler: Feministische Staatstheorien: Eine Einführung. Campus Verlag, 2011, ISBN 978-3-593-39530-2, S. 147
  27. Barbara Holland-Cunz: Feminismus: Politische Kritik patriarchaler Herrschaft, in: Franz Neumann (Hrsg.): Handbuch Politische Theorien und Ideologien, Band 2, Opladen 2. Aufl. 2000, ISBN 978-3-8252-1854-6, S. 357–388.
  28. Karin Hausen: Patriarchat. Vom Nutzen und Nachteil eines Konzeptes für Fraupolitik und Frauengeschichte. In: Journal für Geschichte 5/1986. S. 12–21
  29. Gudrun-Axeli Knapp: Im Widerstreit. Feministische Theorie in Bewegung (Geschlecht und Gesellschaft), VS Verlag für Sozialwissenschaften 2012, ISBN 978-3-531-18267-4, S. 117f.
  30. a b c d Heike Kahlert: Das Verschwinden des Patriarchats. Modernisierungstheoretische Ansichten eines umstrittenen Theorems. In: Politische Utopien im Geschlechter- und Modernisierungskontext, Bd. 29/1, 2000, S. 50.
  31. Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriß der verstehenden Soziologie. 5., revidierte Auflage. Studienausgabe, Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), 1980 (1. Auflage 1921-1922). ISBN 978-3-16-538521-2. S. 580
  32. Gudrun-Axeli Knapp: Im Widerstreit. Feministische Theorie in Bewegung (Geschlecht und Gesellschaft), VS Verlag für Sozialwissenschaften 2012, ISBN 978-3-531-18267-4, S. 269.
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