Birgit Hebein

Geboren wurde ich in Villach. Seit 2010 Grüne Gemeinderätin in Wien, von 2003-2010 Bezirksrätin und Klubobfrau im 15. Bezirk, 2000 bis 2002 bei der AUGE, 12 Jahre aktiv im NGO Bereich (ARGE Wehrdienstverweigerung). Diplomierte Sozialarbeiterin (tätig bei Caritas Bahnhof Sozialdienst), Chinesische TCM Therapeutin, Mutter von 2 Kindern.

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Birgit Hebein — Sozialsprecherin der Wiener Grünen
Beiträge von Birgit Hebein
Context XXI, ZOOM 3/1996

Kein Privat-Vergnügen

■  Birgit Hebein
Juni
1996

Die Öffnung des Bundesheeres für Frauen kann nur im Zusammenhang mit Militarismus und Sicherheitspolitik diskutiert werden. Frauen ins Heer? Hier handelt es sich um eine politische Entscheidung, die gefällt wird, und nicht um das Privatvergnügen einzelner Frauen, die ihr wahres Berufsziel als (...)

Context XXI, ZOOM 4+5/1997

Im Namen der Gleichbehandlung

■  Birgit Hebein
Juni
1997

Mit einer unangenehmen Regelmäßigkeit flammte in den letzten Jahren immer wieder die Diskussion um Frauen im Heer auf. Bisher zündelten die Männer nur kurz und heftig, um nach dem Warmwerden der Frauen sich ebenso plötzlich wieder vollbefriedigt zurück zu lehnen und mit einem völlig verblödeten (...)

Birgit Hebein (* 13. Jänner 1967 in Villach, Kärnten) ist eine österreichische Politikerin (Die Grünen), Wiener Vizebürgermeisterin und Stadträtin für Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung und ehemalige Sozialarbeiterin. Sie ist Spitzenkandidatin ihrer Partei für die Wahl zum 21. Landtag in Wien[1][2][3] und Parteivorsitzende der Wiener Grünen.

Hebein war von 2005 bis 2010 Mitglied der Bezirksvertretung von Rudolfsheim-Fünfhaus und von 2010 bis 2019 Abgeordnete zum Wiener Landtag bzw. Mitglied des Wiener Gemeinderates.[4][5]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hebein ist diplomierte Sozialarbeiterin und war von 1990 bis 1992 im Bahnhofsozialdienst der Caritas Wien beschäftigt.[6] Sie arbeitete zudem in anderen NGO-Bereichen und war bei der ARGE Wehrdienstverweigerung (Gruppe für Totalverweigerung) aktiv.[7]

Politik und Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hebein war von 1996 bis 1997 bei der Österreichischen Hochschülerschaft. Sie wurde bei den Bezirksvertretungswahlen im Jahr 2005 zur Bezirksrätin gewählt und übernahm am 1. Jänner 2007 die Position der Klubobfrau der Grünen Rudolfsheim-Fünfhaus. Hebein kandidierte bei der Landtags- und Gemeinderatswahl in Wien und wurde in der Folge am 25. November 2010 als Abgeordnete zum Wiener Landtag bzw. Mitglied des Wiener Gemeinderates angelobt. Seitdem ist Sie Sozialsprecherin der Wiener Grünen. Sie ist Mitglied im Kontrollausschuss sowie im Gemeinderatsausschuss für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung vertreten. Zudem ist Hebein die Vorsitzende-Stellvertreterin der Gemeinderätlichen Behindertenkommission. Des Weiteren gehört sie dem Immunitätskollegium und dem Unvereinbarkeitsausschuss als Mitglied an.[8]

Hebein bezeichnet als ihre politischen Schwerpunkte die Sozial- und Gesellschaftspolitik, die Integrationspolitik, das Aufzeigen des „Machtmissbrauchs der SPÖ“ und den Kampf gegen die „Menschenverachtung der FPÖ“.

Hebein ist Schriftführerin des Vereins Freie Österreichische Jugend – Bewegung für Sozialismus (FÖJ-BfS).

Bei der Ankunft hunderter Flüchtlinge am Wiener Westbahnhof Anfang September 2015 organisierte und verhandelte Hebein mit Behörden und ÖBB.[9] 2018 machte sie durch ihren Einsatz in den Verhandlungen für die neue Wiener Mindestsicherung und ihre deutliche Kritik am Alkoholverbot im öffentlichem Raum auf sich aufmerksam.[10][11][12] Sie argumentierte, dass dieses Alkoholverbot nur zu Verdrängungseffekten führt (die dann auch eintraten), und schlug alternativ vor, moderaten Alkohol-Konsum in Betreuungseinrichtungen für Obdachlose zuzulassen, sodass diese nicht auf den öffentlichen Raum angewiesen sind.[13][14]

Bei der Spitzenwahl der Wiener Grünen[15] setzte sich Hebein am 26. November 2018 gegen David Ellensohn, Peter Kraus, Benjamin Kaan und Marihan Abensperg-Traun durch.[16][17] Sie ist damit Parteichefin und Spitzenkandidatin der Grünen für die nächste Landtagswahl in Wien 2020. Entgegen Befürchtungen von Politikexperten (u. a. dass Hebein eine „Kampfansage an die SPÖ“ sei)[18] kündigte sie an, in der rot-grünen Koalition bis zum regulären Wahltermin 2020 weiterarbeiten zu wollen.[19] Da die amtierende Grüne Vizebürgermeisterin und Stadträtin, Maria Vassilakou, ankündigte, sich spätestens im Sommer 2019 aus der Politik zurückzuziehen,[20][21] wird Hebein nach dem Rücktritt Vassilakous auch diese Ämter übernehmen. Vassilakou sicherte Hebein ihre Unterstützung zu.[22]

„Ja natürlich mache ich linke Politik. Was denn sonst?“

Birgit Hebein: Dieses Zitat von der Pressekonferenz am 27. November 2018 anlässlich ihres Sieges bei der Spitzenwahl erzeugte gehöriges Medienecho.[23][24][25][26][27][28]

Bei ihrem ersten großen Auftritt vor der Parteibasis am 1. Dezember artikulierte Hebein einen Umbau und eine weitere Öffnung der Partei. Ziel sei es, schlagfertiger und aktionistischer zu werden. Man bleibe außerdem auf jeden Fall eine Ökopartei. Den umstrittenen Lobautunnel lehnte sie ab.[29] Hebein fordert eine „ernsthafte Diskussion“ über eine Citymaut und begründet dies unter anderem mit den „250.000 Pendlerinnen und Pendlern“ nach Wien.[30]

Hebein löste am 22. Juni 2019 Maria Vassilakou im Rahmen der 81. Landesversammlung der Wiener Grünen als Chefin dieser ab. Da dabei auch eine Statutenänderung beschlossen und erstmals in der Geschichte der Wiener Grünen auch die, bei anderen Parteien übliche, Funktion der Parteivorsitzenden geschaffen wurde, ist sie die erste Parteivorsitzende der Wiener Grünen.[31][32]

Am 26. Juni 2019 wurde sie als Nachfolgerin von Maria Vassilakou zur Wiener Vizebürgermeisterin und Stadträtin gewählt und angelobt.[33] Ihr Landtagsmandat ging nach Mandatsverzicht von Ewa Dziedzic und Daniel Landau an Nikolaus Kunrath.[34][35]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hebein ist Mutter von zwei Kindern.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vassilakou tritt nicht mehr an. In: wien.orf.at. 2. September 2018, abgerufen am 27. November 2018.
  2. Nach Vassilakou: Wiener Grüne im Umbruch. In: news.orf.at. 2. September 2018, abgerufen am 27. November 2018.
  3. Hebein folgt Vassilakou Ende Juni. In: wien.orf.at. 22. Februar 2019, abgerufen am 22. Februar 2019.
  4. Oona Kroisleitner: Birgit Hebein: Aus Kärnten nach Wien mit linkem Engagement. In: derStandard.at. Abgerufen am 26. November 2018.
  5. Biographie - Birgit Hebein. In: birgithebein.at. Abgerufen am 26. November 2018.
  6. Oona Kroisleitner: Birgit Hebein: Aus Kärnten nach Wien mit linkem Engagement. In: derStandard.at. Abgerufen am 26. November 2018.
  7. Biographie - Birgit Hebein. In: birgithebein.at. Abgerufen am 26. November 2018.
  8. Birgit Hebein auf den Seiten der Stadt Wien. Stadt Wien, abgerufen am 27. November 2018.
  9. „Refugees welcome“ – So wurde am Wiener Westbahnhof geholfen. In: vice.com. 1. September 2015, abgerufen am 11. September 2015.
  10. „Eher friert Hölle zu, bevor wir Kinder im Stich lassen“. In: heute.at. 23. November 2017, abgerufen am 27. November 2018.
  11. Alexandra Laubner: „Nicht die Armen bekämpfen“. In: wienerzeitung.at. 30. Januar 2018, abgerufen am 27. November 2018.
  12. Hebein zu Mindestsicherung: „Wien geht den menschlichen Weg und macht keine Politik am Rücken von Menschen in Armut“. Verein BIZEPS – Zentrum für Selbstbestimmtes Leben, 3. Oktober 2017, abgerufen am 27. November 2018.
  13. Hebein, Lichtenegger: Alkoholverbot am Praterstern löst keine Probleme. In: ots.at. Grüner Klub im Rathaus Wien, 22. April 2018, abgerufen am 27. November 2018.
  14. Grüne kritisieren Alkoholverbot auf Praterstern. In: wien.orf.at. 23. April 2018, abgerufen am 27. November 2018.
  15. Grüne: Birgit Hebein kandidiert. In: wien.orf.at. 4. September 2018, abgerufen am 27. November 2018.
  16. Grüne: Hebein neu an Spitze. In: wien.orf.at. 26. November 2018, abgerufen am 27. November 2018.
  17. Wiener Grüne: Birgit Hebein wird neue Frontfrau. In: news.orf.at. 27. November 2018, abgerufen am 27. November 2018.
  18. Politikexperte: Hebein „Kampfansage an SPÖ“. In: wien.orf.at. 27. November 2018, abgerufen am 27. November 2018.
  19. Hebein hält an Koalition mit SPÖ fest. 27. November 2018, abgerufen am 27. November 2018.
  20. Vassilakou tritt nicht mehr an. In: wien.orf.at. 2. September 2018, abgerufen am 27. November 2018.
  21. Nach Vassilakou: Wiener Grüne im Umbruch. In: news.orf.at. 2. September 2018, abgerufen am 27. November 2018.
  22. Wien: Vassilakou sichert Hebein Unterstützung zu. In: news.orf.at. 27. November 2018, abgerufen am 27. November 2018.
  23. Wiens neue Grünen-Chefin: „Ja natürlich mach' ich linke Politik, was denn sonst?“ In: diePresse.com. 27. November 2018, abgerufen am 1. Jänner 2019.
  24. Grünen-Chefin Hebein: „Natürlich mache ich linke Politik, was sonst?“ In: kurier.at. 27. November 2018, abgerufen am 1. Jänner 2019.
  25. Birgit Hebein: „Natürlich mache ich linke Politik“. In: krone.at. 27. November 2018, abgerufen am 1. Jänner 2019.
  26. Hebein: „Natürlich mache ich linke Politik“. In: kleinezeitung.at 27. November 2018, abgerufen am 1. Jänner 2019
  27. „Ja, natürlich mache ich linke Politik. Was denn sonst?“ In: Zeit im Bild auf Facebook. 27. November 2018, abgerufen am 1. Jänner 2019.
  28. Birgit Hebein - neue Wiener Grüne-Chefin will „linke Politik“ machen. In: sn.at. 27. November 2018,abgerufen am 1. Jänner 2019.
  29. Hebein schwört Basis auf Neuanfang ein. In: wien.orf.at. 1. Dezember 2018, abgerufen am 1. Dezember 2018.
  30. Hebein: „Brauchen Diskussion über Citymaut“. In: wien.orf.at. 27. Dezember 2018, abgerufen am 27. Dezember 2018.
  31. wien ORF at/Agenturen red: Politik: Grüne: Hebein jetzt auch Parteichefin. 22. Juni 2019, abgerufen am 26. Juni 2019.
  32. W. Z. Online: Abschied von Maria Vassilakou. Abgerufen am 26. Juni 2019.
  33. Hebein zur Stadträtin gewählt. Abgerufen am 26. Juni 2019.
  34. Grüne Wien: Niki Kunrath neuer Abgeordneter der Grünen Wien. Abgerufen am 26. Juni 2019.
  35. Grüne: Dziedzic will nicht Hebein folgen, sondern in Nationalrat. Abgerufen am 26. Juni 2019.