Grundrisse, Nummer 48

Medieninhaberin: Verein für sozialwissenschaftliche Forschung
Herausgeberin: Redaktion „grundrisse“
An dieser Ausgabe haben mitgearbeitet: Bernhard Dorfer, Martin Birkner, Robert Foltin, Maria Gössler, Markus Grass, Stefan Junker, Franz Naetar, Paul Pop, Karl Reitter, Walter S.
Layoutkonzept & Covergestaltung: Lisa Bolyos unter Verwendung von Fotos von Lisa Bolyos, http://dhmd.de, http://diffractions.info, http://de.indymedia.org, http://libcom.org, http://tresnormale.com
Layout: Stefan Junker
Erscheinungsort: Wien
Herstellerin: Digidruck, 1100 Wien
Offenlegung: Der Verein für sozialwissenschaftliche Forschung ist zu 100% Eigentümer der Zeitschrift „grundrisse“. Grundlegende Richtung: Förderung gesellschaftskritischer Diskussionen und Debatten.
Der Inhalt der grundrisse steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, außer wenn anders angegeben.

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,
Diese Ausgabe ist Antonio Negri gewidmet, der im August dieses Jahres seinen 80. Geburtstag feierte. Die Strömung des italienischen Operaismus und Postoperaismus ist untrennbar mit seinem Werk verbunden – genug Anlass also, einige Aspekte seines Denkens zu thematisieren.
Philipp Metzger zeigt in seinem Beitrag auf, dass der Postoperaismus stets in Verbindung mit radikalen Bewegungen stand und eine wichtige theoretische Intervention in revolutionäre Praxis war und (...)

Beiträge

Kampf für das Gemeinsame

Der (Post-)Operaismus als Interventionsstrategie für die radikale Linke

4

Prolog Seit der Veröffentlichung der Empire-Trilogie von Antonio Negri und Michael Hardt, die weltweit die Bestsellerlisten erklommen und beide weltberühmt machte, ist der (Post)Operaismus die einflussreichste postmarxistische Bewegungstheorie. Der Philosoph Slavoj Žižek sah in dieser gar das (...)


Zum Begriff der immateriellen Arbeit von Michael Hardt und Antonio Negri

Eine Kritik aus entwicklungspolitischer Sicht

11

Der Begriff der immateriellen Arbeit wird von Antonio Negri und Michael Hardt, in ihrem Buch „Empire“ (2000) verwendet, um auf veränderte Arbeitsprozesse aufmerksam zu machen. Diese neue Arbeitsform wird von Robert Foltin (2004) weiterhin wie folgt beschrieben: „Die jetzt dominierende immaterielle (...)


„Das Kapital wird identisch mit dem Staat“*

Entstehung und Entwicklung der marxistischen Staatskritik beim frühen Negri**

14

Bereits als Student setzte sich Toni Negri, damals noch stark hegelianisch geprägt, mit staatstheoretischen Fragestellungen auseinander. Seine Doktorarbeit aus dem Jahr 1958 trägt den Titel Stato e diritto nel giovane Hegel, also Staat und Recht beim jungen Hegel. Im Laufe seiner darauffolgenden (...)


Physik des Begehrens, Phänomenologie der Freiheit

Karl Reitter stellt Fragen an Thomas Seibert

26

1. Lieber Thomas, du arbeitest an einem „ungeschriebenen, aber immer wieder eingeforderten Buch“. Wenn ich dich richtig verstehe, willst Du im Anschluss an Antonio Negri einen neuen Materialismus entwerfen, in dem Marx, Spinoza und Heidegger zusammen gedacht werden. Du unterstellst offenbar dem (...)


Führung, Masse, wir und die?

Edukationismus – ein Problem linker Politik*

34

Zur Geschichte der Linken gehört auch die schreckliche Entwicklung der russischen Revolution zur stalinistischen Herrschaft und die Stalinisierung der kommunistischen Parteien in vielen anderen Ländern. Theorie wurde zum Dogma, politische Bildung eine Erziehung von oben und eigenständiges Denken (...)


Arbeit im Übergang*

Gesellschaftliche Produktivkraft zwischen Entfaltung und Zerstörung

40

Der Titel meines Vortrags verweist erst mal auf einige begriffliche Klärungen: Übergang, Produktivkraft und die Dialektik von Entfaltung und Zerstörung. Darauf will ich zunächst eingehen und mich dabei auch in der linken Kapitalismuskritik verorten. Danach werde ich was zur Entwicklung von Arbeit (...)


Klasse gemacht!

Zum 50. Jahrestag der Erstausgabe von The Making Of The English Working Class

47

Es gibt Bücher, die kauft man einfach deshalb, weil ihnen ein legendärer Ruf vorauseilt. Zumeist verbringen sie dann eine ganze Zeit lang ungelesen im eigenen Bücherregal, denn – das haben solche Werke häufig an sich – ihre schiere Länge aber auch die hohe Erwartung sorgt dafür, dass man ihre Lektüre (...)


Die Ökonomie als „letztes Bollwerk des Essentialismus“?

„Ökonomischer Determination in letzter Instanz“ – ein Schlüssel zum Verständnis des Übergangs von Revolution zu Reformismus im „Post-Marxismus“ von Ernesto Laclau und Chantal Mouffe

51

Seitdem die Gesellschaft auf den Boden der ökonomischen Tatsachen zurückgeholt wurde, ist der kulturalistische Karneval der Differenzen vorbei. Unter dem bunten Überbau der Gesellschaft kommt, in orthodoxer Diktion, ihre eintönige gemeinsame Basis wieder zum Vorschein. Und was um die Verknüpfung (...)


Ronald Blaschke, Werner Rätz (Hg.):

Teil der Lösung

Plädoyer für ein bedingungsloses Grundeinkommen

57

Zürich: Rotpunktverlag 2013, 204 Seiten, Euro 17,90 Sie wollen diesen Text online lesen?
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Jonathan Sperber:

Karl Marx

Sein Leben und sein Jahrhundert

58

München: C.H. Beck 2013, 634 Seiten, Euro 29,95 Dieses Jahr ist eine neue Marx-Biographie erschienen, wobei sich sofort die Frage erhebt: was soll ein weiteres Buch über Marxens Leben Neues bringen? J. Sperber erhebt den Anspruch, uns das Jahrhundert, in dem Marx lebte und wirkte, näher zu (...)

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