Macht & Gewalt
Themen

Amoklauf

  • Freiheit und Zerstörung
  • Schlachtfeste

Krieg & Frieden

  • Kernwaffen
  • Kriegsdienstverweigerung & Desertion
  • Kriegsfolgen
  • Militär
  • Neutralität
  • Rüstungsindustrie

Terrorismus

  • Terror schadet
  • Der Feind unseres Feindes ist unser Feind
  • Es war Vatermord
  • Strategia della tensione
  • Wiederkehr der politischen Theologie
  • (...)
Beitræge
FORVM, No. 18

Über die Machtlosigkeit des Literaten

Juni
1955

Liebe Freunde! Von dem bißchen Unsterblichkeit abgesehen, worauf dieser oder jener unter uns Anspruch erheben mag, sind wir — gestehn wir’s uns doch offen! — eigentlich recht lächerliche Figuren geworden; und das traurigste dran ist, daß wir’s durch eigene Schuld geworden sind. Seit den Tagen, zu (...)

FORVM, No. 23

Über den Autoritätsbegriff

Ein Versuch zur Unterscheidung von „autoritär“, „tyrannisch“ und „totalitär“
November
1955

Plato, Rom und die Kirche Der Autoritätsbegriff ist, wie das Wort selbst, römischen Ursprungs. Weder die griechische Sprache noch die vielfältigen politischen Erfahrungen der altgriechischen Geschichte kennen ihn. Am nächsten kam griechisches Denken dem Begriff der Autorität in Platos politischer (...)

FORVM, No. 184/II

Warnung an die Neue Linke

April
1969

Milovan Djilas, mehrfach FORVM-Autor ist nach neun Jahren Gefängnis entlassen und sogar mit einem Paß versehen worden. Er wird in Wien, auf Einladung des NEUEN FORVMS und des Kritischen Klubs, einen Vortrag halten: „Die unvollkommene Gesellschaft/jenseits der Neuen Klasse“. Dies ist auch der Titel (...)

FORVM, No. 215/I/II

Das Füllhorn des Schah

Epilog zu den Feiern von Persepolis
November
1971

C. C. ist Professor für Iranistik an der Freien Universität Berlin. Er lehnte eine Einladung des Schahs zu den Feiern von Persepolis ab. Den nachfolgenden Text sprach er auf der Pressevollversammlung der Literaturproduzenten, 16.10.1971, auf der Frankfurter Buchmesse vor 800 Teilnehmern. (...)

FORVM, No. 230/231

Schwarze Frau kontra weißen Mann

Notizen zur Sklavenhaltergesellschaft
März
1973

Die matriarchalische schwarze Frau ist wiederholt als eines der verhängnisvollen Nebenprodukte der Sklaverei beschworen worden. Sogar unter Schwarzen lassen sich noch immer bedauerliche Rückbezüge auf das Matriarchat finden. Gelegentlich wird sogar ein „Einschlag ins Pathologische“ anerkannt, den (...)

FORVM, No. 252

Die schwarze Spur

Attentate und Putschversuche der Neofaschisten
Dezember
1974

1 Die Alternativen: Linksregierung, Gaullismus, Faschismus Marx hat einmal gesagt, daß alle großen weltgeschichtlichen Ereignisse zweimal passieren — das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce. Als Mussolini im Oktober 1922 seinen „Marsch auf Rom“ im Schlafwagen zurücklegte, vollzog sich — (...)

FORVM, No. 255

Mädchen mit Gewalt

Wider den Männerwahn, daß Vergewaltigung lustvoll ist
Kathy
März
1975

1 Angst — die tägliche Vergewaltigung Ich war nie vergewaltigt worden (im Sinne eines Überfallenwerdens an einem einsamen Ort), und Frauen, die ich kannte, sprachen auch nie davon. Es war ein Verbrechen, das weit weg von mir war. Als ich in Kalifornien lebte und erfuhr, daß es eine Gruppe gab, die (...)

FORVM, No. 256

Was tun gegen einen Putsch?

Portugal und Italien im Frühjahr 1975
April
1975

Seit dem Putsch in Chile von 2. September 1973 ist unter den Linken ein gewisser Fatalismus bezüglich der bürgerlichen Exekutive verbreitet. Unser italienischer Mitarbeiter Alexander Langer zeigt anhand von jüngsten Beispielen aus Portugal und Italien, daß und wie man einem reaktionären Putsch bzw. (...)

FORVM, No. 265/266

Kapitalistisches Morgengrauen

Am 25. und 26. November 1975 in Lissabon dabei
Januar
1976

Portugal hat noch zuwenig Geld, um Gemeinheiten zu verbergen. Hier strecken die Bettler und Krüppel den Reichen noch ihre rotgefrorenen Stümpfe entgegen, hier laufen die Kinder noch im Nebel nach Mitternacht ohne Hemd und Schuhe herum und betteln an den Tischen der Stadtcafés für ihre Mutter in der (...)

FORVM, No. 271/272

zerstörte fighter

letzte aufzeichnungen aus der zelle
Juli
1976

Staatssschutzwissen und Staatsschutzmeinung über Baader/Meinhof füllt mittlerweie Tonnen von Papier. Als Ulrike Meinhof am 9. Mai 1976 tot in ihrer Zelle in Stuttgart/Stammheim aufgefunden wurde, versuchten die Behörden sofort, die Ursache in Streitigkeiten innerhlab der Gruppe zu verlegen, um (...)

FORVM, No. 286

Kein Putsch

Legendenkehraus zum Oktoberstreik 1950
Oktober
1977

Manche historischen Prozesse verdeutlichen anschaulicher als jede theoretische Erläuterung die Schwierigkeiten der positivistischen Forderung nach „objektiver‘‘ Geschichtsbetrachtung. Sie soll sich ausschließlich an den konkreten historischen Fakten orientieren, wird aber gerade dadurch dem (...)

FORVM, No. 286

Staatsschuld

Die RAF hat recht
Oktober
1977

Am 2. September 1977 gab sich Jean Genet als Sympathisant zu erkennen, und das gleich auf der ersten Seite von Le Monde, wo dieser Essay unter dem Titel „Gewalt und Brutalität“ erschien, quasi als Solidaritätsadresse zum Hunger- und Durststreik der RAF-Häftlinge. Notabene drei Tage vor der (...)

FORVM, No. 287

Genet ist ein alter Tepp

Beitrag zur Gewalt-Diskussion
November
1977

Sogar ohne das gehobene Bein einer Distanzierungsformel — riskieren wir’s. M. S. (= Michael Siegert), Vorspann zu Jean Genet, Staatsschuld. Die RAF hat recht, NF Oktober 1977 I. Ich hingegen hebe das Bein, aus dem triftigen Grund, daß ich muß. Ich halt’s nicht aus, wenn linkes Gehirnschmalz dafür (...)

FORVM, No. 287

Traumkassiber

Ulrike Meinhofs Stück „Bambule“
November
1977

Bambule — das bedeutet in der Gaunersprache soviel wie Radau schlagen, Stunk machen, eine Meuterei inszenieren. Das Stück „Bambule“ von Ulrike Marie Meinhof ist jetzt schon ein Stück deutscher Geschichte. Mai 1977, nach dem Mord an Buback: In Saarbrücken wie in Stuttgart werden Theaterintendanten zu (...)

FORVM, No. 293/294

Unter uns war Krieg!

Eine jugoslawische Arbeiterin in Berlin
Mai
1978

In der Bundesrepublik und in West-Berlin leben zwei Millionen ausländische Arbeiterinnen und Arbeiter. Vera Kamenko ist eine von ihnen. Sie ist eine von den wenigen, die aufschrieb, was sie hier erlebt hat. Sie ist 1969 als Arbeiterin angeworben und nach Berlin transportiert worden. Sie hat hier (...)

FORVM, No. 301/302

Direktorendirektorium

Schleichendes Berufsverbot in Österreich
Januar
1979

In Österreich ist man bisher ohne formales Berufsverbot ausgekommen. Eine in Jahrhunderten von Gegenreform und Gegenrevolution erfahrene Bürokratie braucht das nicht, sie hat subtilere Kontrollmittel. Umso grausamer wirkt sie, weil damit auch das rechtsförmige Verfahren ausgeschaltet ist. In (...)

FORVM, No. 307/308

Kotza Kola

Comic strip
Juli
1979

FORVM, No. 337/338

Durchsuchung, Bewegung, Spaltung

Deutschland im Herbst
Februar
1982

Mit dem Intercity durch 25 Städte. Der Intercity, das ist eine eigene Kultur, eine segregierte: Geschäftsmänner reisen darin, aufgereiht wie im Flugzeug. Manchmal betrinkt sich einer und muß vom Zugpersonal auf den Bahnsteig gehoben werden, wenn er angekommen ist, routiniert und ohne Aufhebens. Im (...)

FORVM, No. 347/348

Leben von unten statt Frieden von oben

Dezember
1982

„Ach”, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort (...)

Wurzelwerk, Wurzelwerk 23

ALW zur Gewaltfrage

August
1983

Die installierte Gewalt zieht eine Gegengewalt nach sich: Die Revolte der Unterdrückten oder der Jugend, die entschlossen für eine gerechtere und bessere Welt kämpft. Wenn der Protest gegen die Ungerechtigkeit auf die Straße kommt, dann glauben die Autoritäten, das Recht und die Pflicht zu haben, (...)

FORVM, No. 361/363

Der Tatort

März
1984

I. Am 12. Februar 1984 sind österreichische Rekruten vor dem Gemeindehaus »Karl Marx-Hof« vereidigt worden. Das bescheidene Pfeifkonzert, das sich während dieser Zeremonie erhoben hat, ist nicht etwa nur berechtigt gewesen, sondern, wie chaotenhaft das auch klingen mag, viel zu brav. Denn die (...)

FORVM, No. 361/363

Sozialistische Volksrepublik Albanien

Verfassung vom 28.12.1976 (Auszug)
März
1984

Präambel Das albanische Volk hat gefunden und findet eine immerwährende Erleuchtung in der großen Doktrin des Marxismus-Leninismus, unter deren Banner es, geschart um die Partei der Arbeit und unter ihrer Führung, den Aufbau der sozialistischen Gesellschaft vorantreibt, um hernach schrittweise in (...)

FORVM, No. 361/363

Orwell nach dem Countdown

Obszöne Buchbesprechung*
März
1984

Orwell or not well

FORVM, No. 387/394

Die Kartei und die Leichen

Zur Bürokratisierung der Welt
September
1986

Für Carl Die Kartei wuchs ständig ... (Die Gestapo besaß) zwei riesige Karteiräder, die automatisch arbeiteten und nur eine Bedienung durch zwei Personen ertorderten. Diese zwei Männer saßen wie vor einem Harmonium und konnten im Nu automatisch die benötigten Karteikarten herausholen ... Obwohl (...)

FORVM, No. 395/396

Notstand und Notwehr
Das Ende des Pazifismus

Ein imaginäres Interview
Januar
1987

Keiner von denen — und ich spreche vor allem von Politikern, Generälen, Wissenschaftern und Journalisten — keiner von denen, die die atomare Massenbedrohung und den Massenmord vorbereiten, mit diesem drohen oder die Möglichkeit des Massenmordes durch sogenannte friedliche Atomanlagen mindestens in (...)

FORVM, No. 397/398

Reicht der gewaltlose Protest?

April
1987

§ 1 Der Verrat Das vorrevolutionäre Stadium unserer aus bloß sentimentalen und symbolischen Scheinhandlungen bestehenden Proteste gegen die Vorbereitung der Totalvernichtung gehört nun wohl der Vergangenheit an. Dieses Stadium der Gewalt — also der Harmlosigkeit, zu verlassen, widerspricht zwar (...)

FORVM, No. 397/398

Lieber Günther Anders!

Offener Brief
April
1987

Erlaube mir, bitte, zu den beiden Artikeln, die Du jetzt über die Gewaltfrage (in „Natur“, Dezember 1986, und im FORVM, Jänner-Februar 1987) veröffentlicht hast, einiges zu sagen, da mich das Gewaltthema seit meinen frühen Jahren nahezu pausenlos verfolgt, von einer Schlageter-begeisterten Knabenzeit (...)

FORVM, No. 401-405

Feuer am Dach der Republik

Juli
1987

Am 15. Juli, vor 60 Jahren, erschoß Wiener Polizei ca. 90 Passanten und Demonstranten gegen das Urteil im Schattendorfer Prozeß, den der emeritierte Rechtsanwalt A. F. im Märzheft analysierte — hier berichtet er, als Augenzeuge, von den Unruhen, und belegt seine These: Es war eine Kraftprobe der (...)

MOZ, Nummer 41
Kolumbien:

„Der Dialog ist Teil des schmutzigen Krieges“

Mai
1989

Die Regierung unterbreitete Dialogangebote an die kolumbianische Guerilla. Im vorliegenden Interview erklärt ein Vertreter der ELN (Ejercito de Liberación National/Volksheer zur nationalen Befreiung) die Hintergründe dieser neuen Strategie. Seit Jahrzehnten teilen sich die bürgerlichen Parteien (...)

MOZ, Nummer 42

Kultstätten und Brennpunkte der Aggression und des Kampfes

Juni
1989

Wir können sicher beobachten, daß in den Stadien die Gewalt nicht geboren und auch nicht gezüchtet wird. Als ob es diese Gewalt und Aggression nicht auch außerhalb eines Wettkampfes gäbe? In den Sportstätten wird Aggression kultiviert, gebündelt und — dies ist das eigentlich Entfremdende — nur von den (...)

MOZ, Nummer 42

Über den Fußball kann man nur Positives sagen

Juni
1989

Eine Begeisterung für den Fuballsport, so wie sie die richtigen Fans haben, die ihre Mannschaft anfeuern und sich freuen mit dem Sieg ihrer Mannschaft und leiden mit der Niederlage ihrer Mannschaft, diese Begeisterung kann doch nie Gewalt sein. Nur Leute, die dem Fußballsport nicht positiv (...)

MOZ, Nummer 42
Verzweifelte Gefechte auf dem Wiener Votivplatz

Räterepublik am Ende

Juni
1989

Sonntag 15. Juni 1919: Ein riesiges Aufgebot an Wachmannschaften, beritten wie zu Fuß, hatte an neuralgischen Punkten Stellung bezogen. Volkswehrbataillone, mit Sturmhauben ausgerüstet, marschierten durch die Straßen und besetzten Staatsämter und Hauptzollamt, Urania und Burgtheater. Bankinstitute (...)

MOZ, Nummer 43

Das Massaker auf dem Tian’anmen-Platz

Juli
1989

Anklage eines Studenten, der mit dem Leben davon gekommen ist. Ich bin ein 20jähriger Student an der Qing-Hua Universität. Gestern abend saß ich die ganze Zeit auf dem „Denkmal für die Helden der Revolution“. Ich war Zeuge des ganzen Vorganges, als die Truppen sowohl die friedlich versammelten (...)

FORVM, No. 462-464

Plädoyer für einen Idioten

Erzählung
Juli
1992

Wenn Sie mich so direkt fragen, Herr Rat — ich weiß nicht. Es gibt keine kurze, klare Antwort auf diese Frage. Warum ist jener junge Mann dort, den Sie mir als meinen Sohn ans Herz legen, zu dem gefährlichen, scheinbar allen moralischen oder vernünftigen Argumenten unzugänglichen Banditen und (...)

FORVM, No. 496-498

Jeder Tag ist ein Freudentag
oder
Das erste Gebot

Juni
1995

Krieg und Gewalt, Auschwitz und Hiroshima ist für alle, die das Schlamassel am eigenen Körper, in meinem Fall in falscher Haut, erlebten und nur durch Wunder überlebten, kein Thema für Ansprachen oder Vorträge. Aber persönlich-privates Trauma, Zeugenaussage, eine Art Bekenntnis. Über einen Alptraum (...)

FORVM, No. 496-498

P.S.: Verrückt, wie? liebe Madeleine!

Warum das FORVM die Hetze der Medien sowie der Grünen nicht mitmacht
Juni
1995

Liebe Madeleine, Du hast mich — ich danke Dir! — an meine redaktionelle Verantwortung gemahnt und überzeugt, daß ich Dein obiges Bekennerschreiben kommentieren muß. Hier also eine glasklare Distanzierung von Deinem unverantwortlichen Spiel mit den vier Feuern: 1. Hetze, 2. Denkverbot, 3. (...)

FORVM, No. 496-498

Lob der Unangenehmheit

»Über einen Fehler unsrer Tugend« und seine Wiederholung — »Ja oder nein?«
Juni
1995

Bei der Vorbereitung bin ich wieder einmal darauf gestoßen worden, daß Günther Anders ein äußerst unangenehmer Mensch war. Immer wenn ich mich hingesetzt habe, um irgendwas aufzuschreiben, imaginiert sich mir der und macht mir Einwände und pflanzt mich hin und her, so ungefähr: Er sagt, was machst (...)

Context XXI, CONTEXTXXI Nº 2

Dreigroschen-Opfer

Ein Bericht über einen alten, aktuellen Vorfall
März
1996

Vergangen und vergessen ? Am 22. September 1994 fand eine im Ernst Kirchweger-Haus in Wien Favoriten geplante Aufführung der Dreigroschen-Oper, wegen Problemen mit den Urheberrechten nicht statt. Wolfgang Purtscheller, Journalist, Verfasser und Herausgeber wichtiger Schlüsselwerke über die (...)

Context XXI, ZOOM 2/1996

Mobile Gedanken

März
1996

abgeschleppt sagen sie mir eins, sagen sie mir eins, was. er wurde abgeschleppt, wie ein ziviler mensch eben abgeschleppt wird, wenn er falsch parkt. denken sie an ihre familie, hat vorher noch so ein idiot zu ihm gesagt, aber nein, er hat sich falsch hingestellt und darum wurde er (...)

Context XXI, ZOOM 3/1996

Rosa Tünche*

Juni
1996

Daß die UNO die HABITAT-II-Konferenz ausgerechnet an die Türkei vergeben hat, an ein Land, das gerade in der Siedlungspolitik versagt, ist zynisch. Daß aber während der Konferenz zweierlei Recht gegolten hat, nämlich eines für türkische und eines für ausländische StaatsbürgerInnen, war schlicht (...)

Context XXI, ZOOM 3/1996

Ghetto – Geheimes Leben einer Stadt

Juni
1996

Zwei Belgrader Filmemacher bannen den wütenden Protest isolierter Belgrader Rockmusiker in beklemmende Bilderfolgen. „Geto — Tajni Zivot Grada“ (Ghetto — Secret Life of a City) – eine schonungslose Abrechnung mit dem Belgrader Regime. Nach fast vollständigem Abbruch der Beziehungen wurde der Dialog (...)

Context XXI, ZOOM 6/1996

Inmitten des Wahns

Oktober
1996

Rede der Schriftstellerin Elisabeth Reichart, die sie am 5. September zur Eröffnung der Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“ in Klagenfurt gehalten hat. Obwohl ich mich seit dem Studium mit dem Nationalsozialismus beschäftige, seine Auswirkungen auf unsere (...)

Context XXI, ZOOM 6/1997
Die Bewegung der Landlosen

„Movimento Sem Terra“

Agrarer Widerstand im größten Staat Lateinamerikas
Oktober
1997

Seit über drei Jahrzehnten leistet der Movimento sem terra Widerstand gegen die brasilianische Regierung. Wer auch immer regierte, Agrarreformen blieben aus. Mittlerweile findet der MST vor allem im ländlichen Bereich breite Unterstützung. Erst bei den nächsten Wahlen 1998 wird sich zeigen, ob sich (...)

Context XXI, ZOOM 1/1998
Emancipatio sine potestate non est!

Über Dialektik und Dimension der Gewalt

März
1998

In folgendem Beitrag handelt es sich um eine Überarbeitung eines Aufsatzes, den der Autor nach den Ereignissen in Ebergassing 1995 geschrieben hat. Das Thema erscheint auch ohne unmittelbaren Anlaß relevant, vor allem dann, wenn man davon ausgeht, daß in Zeiten sozialer und ökologischer (...)

Context XXI, ZOOM 1/1998

Die Freiheit zum Amoklauf

März
1998

Michael Haneke, der renommierteste österreichische Regisseur, hat viele Filme gedreht. Über die Gewalt im Privaten. Die Bereitschaft, Streit mit der Waffe auszutragen. Auch über die Aufbereitung dieser Exzesse. Um dieses Thema kreist das Werk des Michael Haneke nun schon seit zwanzig Jahren. Da er (...)

Context XXI, ZOOM 2/1998

Schwafeln über Gewalt

Mai
1998

Im letzten ZOOM schrieb Franz Schandl „Über Dialektik und Dimension der Gewalt“. Hier eine erste Kritik. Der Autor schrieb den Artikel erstmals nach den Ereignissen von Ebergassing, geht darin aber mit keinem Wort auf diese allen gänzlich unverständlichen Ereignisse ein. Wollte er auch nicht, (...)

Context XXI, ZOOM 3/1998

Gmeiners Gemeinsinn

Juni
1998

In ZOOM 1/98 veröffentlichten wir Franz Schandls Beitrag „Über Dialektik und Dimension der Gewalt“. In der letzten Ausgabe folgte eine nicht unscharfe Kritik von Manfred Gmeiner („Schwafeln über Gewalt“). Unterschiedlicher können Positionen und Begriffe schwerlich sein – Franz Schandl versucht in (...)

Context XXI, ZOOM 4/1998

Kann Gewalt befreiend wirken? Gewalt ist autoritär. Wehrt euch!

Oktober
1998

Dieser Artikel wurde bereits in friedolins befreiung nr. 3/98 erstveröffentlicht und bezieht sich weniger auf eine abstrakte Diskussion als auf reale Mißstände innerhalb der autonomen linken Bewegung. Angesichts der Bitte um Reaktionen gehen wir daher zunächst auch auf die Gewalt-Debatte zwischen (...)

radiX, Texte

Die Linke unter austrofaschistischer Herrschaft

 
1999

1. Die Entwicklung zum 12. Februar 1934 Die Entstehung und Machtübernahme des Austrofaschismus in Österreich war kein plötzliches Ereignis, sondern vorläufiger Höhepunkt einer langen Entwicklung die mit der Entstehung der Heimwehren nach dem 1. Weltkrieg begann. Obwohl diese lange eher ein (...)

Context XXI, ZOOM 1/1999

Ein anderer Weg zur Auslöschung

Die Kolumbianisierung des Chiapas-Kopflikts
Januar
1999

Entgegen dem, was die offizielle Propaganda verkündet, führt die militärische Belagerung zum Zwecke der Aufstandsbekämpfung durch die Regierung von Ernesto Zedillo im Bundesstaat Chiapas zu einer militärischen Lösung des Konflikts, der den mexikanischen Staat bereits seit mehr als vier Jahren mit der (...)

Context XXI, ZOOM 2/1999

Gesellschaftliches Marodieren

Ungeordnete Mosaiksteine eines Zerfalls
März
1999

Was macht eine Gesellschaft, wenn sie an die Grenzen ihrer Entwicklung stößt? Unsere These lautet: Sie verfällt nicht in Wohlgefallen, sondern wird noch einmal all ihre destruktiven Kräfte entfalten. Jeder Niedergang setzt zerstörerische Energie frei, die alles andere als automatisch in Emanzipation (...)

radiX, Texte

Damit nicht alle TäterInnen straflos ausgehen

 
2000

Buchbesprechung: Nakam. Jüdische Rache an NS-Tätern. (Jim G. Tobias/Peter Zinke: Konkret Literatur Verlag, Hamburg 2000). „Wie die Lämmer zur Schlachtbank“ – diese weitverbreitete Ansicht über die angeblich widerstandslose Vernichtung von sechs Millionen Jüdinnen und Juden, existiert trotz des (...)

radiX, Flugblätter

Gewaltlosigkeit oder Legalismus?

Februar
2000

Der teilweise falschen und manipulativen Darstellung der Ereignisse der letzten Tage – insbesondere der Auseinandersetzungen vom Freitag, den 4.2. — in den österreichischen Medien, scheinen nun auch einige GegnerInnen des neuen Regimes aufgesessen zu sein. Dabei waren die Informationen der Medien (...)

radiX, Flugblätter

Mythos von den Gewaltbereiten

Gewaltlosigkeit oder Legalismus???
Februar
2000

Die mediale und Polizeihetze gegen den sog. „schwarzen Block“, die „Gewaltbereiten“, „bösen“, „Terroristen“, „Randalierer vom Ausland“ „Gewalt von der Straße“ etc, nimmt kein Ende – im Gegenteil: nach den unglaublichen Polizeiübergriffen am 19.2. setzte eine neue Lügen- und Diffamierungswelle ein, auf der (...)

Context XXI, Heft 1/2000

Widerstand, Staat und Gewalt

Februar
2000

Ausländer, Fremde sind es meist, die unter uns gesät den Geist der Rebellion. Dergleichen Sünder gottlob! sind selten Landeskinder. Heinrich Heine - Die Strategie, die Heine 1853 ironisch auf den Punkt brachte, erfreut sich auch heute noch ungebrochener Beliebtheit: So machte an den Tagen nach (...)

radiX, Flugblätter

Nur damit Sie es nicht „nicht gewußt“ haben ...

März
2000

Die Proteste gegen die FPÖVP-Regierung werden zunehmend kriminalisiert und sollen auch mit staatlicher Repression zum Schweigen gebracht werden. Zudem wird mit medialen Lügen gegen bestimmte Gruppen von DemonstrantInnen vorgegangen. Die ersten Übungen des neuen Regimes im Umgang mit politischer (...)

radiX, Flugblätter
Österreich:

Repression verschärft sich von Tag zu Tag

März
2000

Wie wir aus einem Polizei-Blatt Der Kriminalbeamte entnehmen konnten, gibt es seit dem 1. Februar 2000 (Probebertrieb 6 Monate) eine neue „Sondereinheitsgruppe Kriminaldienst–SEK“ , zu der sich bis jetzt 55 ausgebildete Kriminalbeamte sich Tag und Nacht zur Verfügung stellen, für den Dienst breit (...)

Context XXI, Heft 2/2000

Schlachtfeste

Gewalt in Film und Fernsehen
April
2000

Produzieren Schwarzenegger-Filme und Reality-TV Schläger und Amokläufer? Einer der ersten jemals gedrehten Filme zeigte einen Boxkampf, dessen Runden auf einzelnen, damals nur wenige Minuten langen Filmspulen festgehalten wurden. The Great Train Robbery (1903), einer der ersten Western, löste (...)

radiX, Nummer 3
Mexiko:

2000 Militärpolizisten stürmen die Uni, doch der Streik geht weiter

Mai
2000

Im Morgengrauen des 6. Februar 2000, der 292. Tag des Streiks der StudentInnen der Öffentlichen Universität Mexikos (UNAM - Universidad Nacional Autónoma de México), saßen 998 StudentInnen im Gefängnis. Die Militärpolizei (Policía Federal Preventiva) hatte mit Einverständnis des Rektors de la Fuente (...)

radiX, Flugblätter

Österreichs Polizisten – Mörder und ...?

Mai
2000

In der Nacht von 2. auf 3. Mai ist ein 26-jähriger nigerianischer Asylwerber im Jungendgefängnis Rüdengasse (3. Bezirk, beim Kardinal-Nagl-Platz) unter myseriösen Umständen gestorben. ARISE IBEKWE, der als Richard Peter Weah aus Sierra Leone um Asyl in Österreich angesucht hatte, wurde am vergangenen (...)

radiX, Nummer 3

Der zweite Untergang Nubiens

Mai
2000

Große Teile der historischen Landschaft Nubiens an der Grenzregion zwischen Ägypten und dem Sudan verschwand bereits 1962 unter den Fluten des Nasser-Sees. Nun sollen weitere Dammbauten wiederum riesige Gebiete Nubiens unter Wasser setzen. Mit Unterstützung der Sowjetunien errichtete der (...)

radiX, Nummer 3
Guatemala:

Ex-Guerilla nimmt erstmals an Wahlen teil

Mai
2000

Nach 36 Jahren bewaffneten Widerstandes und 42 Jahren Arbeit in der Klandestinität, in denen die vier Organisationen der URNG (Unidad Revolucionaria Nacional Guatemalteca) die guatemaltekische Armee militärisch nicht besiegen konnten, kam es am 29.Dezember 1996 zur Unterzeichnung des (...)

Context XXI, Heft 3-4/2000

Der Mythos der Repression

Juni
2000

Polizisten benehmen sich wie Polizisten. Repression bedeutet jedoch etwas anderes als Übergriffe von Staatsorganen. „Repression“, das ist Kultur, Identität und Show. Nicht des Staates, nein, einer sich oppositionell wähnenden Strömung ubiquitärer Jugendlichkeit. „Repression“, das ist der Götze eines (...)

Context XXI, Heft 3-4/2001

Das Bundesheer rüstet für das WEF-Treffen in Salzburg, wir rüsten ab!

Juli
2001

Wie jedes Jahr wird auch heuer wieder der Gipfel des World Economic Forums in Salzburg stattfinden. World Economic Forum bezeichnet den weltweiten Zusammenschluß der global leaders, der reichsten und mächtigsten Wirtschaftsträger, unter ihnen befinden sich Konzerne wie Siemens oder Nestlé, sie (...)

Context XXI, Heft 6/2001

Einfach nur zuviel Disziplin

oder von der Manifestation der Gewalt
November
2001

Denn unter dem Gesichtspunkt der Gewalt, welche das Recht allein garantieren kann, gibt es keine Gleichheit, sondern bestenfalls gleich große Gewalten. (Walter Benjamin, Kritik der Gewalt, S. 58) Vorbemerkung Gewalt, Gewaltverhältnisse gesellschaftlicher, ökonomischer, sexistischer, (...)

Context XXI, Heft 6/2001

Institutionelle Gewalt

November
2001

Was sie getan haben, steht in keinem Verhältnis zu dem, was ihnen angetan wurde. Mit dem Begriff „Unterbringung“ lassen sich unterschiedliche Formen von Einrichtungen wie Krankenhäuser, psychiatrische Einrichtungen, Pflegeanstalten, Altersheime, Strafvollzugsanstalten und Gefängnisse in Verbindung (...)

Grundrisse, Nummer 1

Apologie der Erstarrung

März
2002

Die Gesichtspunkte der Eiszeit ermangelten nicht einer gewissen Größe. Der Mensch wurde nicht so sehr nach seiner Leistung geschätzt als vielmehr dem Vertrauen nach, das auf ihn (in ihm) gehäuft lag. Das ist kein unfreier Standpunkt. Das Gefühl der Freiheit wird gemeinhin weniger geschätzt als das (...)

Streifzüge, Heft 2/2002

Ruhe ist die erste Bürgerspflicht

Juni
2002

Der Abgeordnete der Grünen wurde von der Polizeiführung ersucht, auf einer Demonstration kalmierend aufzutreten. Am nächsten Tag war sein Foto in den Tageszeitungen zu finden, das ihn mit erhobenen Armen vor der Kette der Ordnungshüter zeigte. Ob die Arme zum Schlag gehoben waren, zur Abwehr oder (...)

Context XXI, Heft 3-4/2002

Niederlagen des Friedens

Gespräche und Begegnungen in Guatemala und El Salvador
Juni
2002

Gespräche und Begegnungen in Guatemala und El Salvador — gelesen Die viele Jahre in Guatemala lebende und auch aus ihrer Soli-Arbeit vor Ort zahlreiche DiskussionspartnerInnen kennende Mary Kreutzer reiste zusammen mit Thomas Schmidinger einige Monate durch die beiden Staaten Mittelamerikas. Aus (...)

Grundrisse, Nummer 3

Humanismus und Terror

September
2002

„Die Bürger sollen es wissen“, proklamiert aufgebracht Ignacio Ramonet, „der Globalismus greift die Gesellschaft an drei Fronten an“. Gemeint sind die militärische Front, jene der Wirtschaft und die Ideologie. Angenommen, uns interessiert vor allem letztere, so werden wir problemlos eine umfangreiche (...)

Grundrisse, Nummer 3

Gewalt in Wesen und Geschichte

September
2002

Michael Howard: Die Erfindung des Friedens. Über den Krieg und die Ordnung der Welt, Lüneburg: zu Klampen Verlag, 2001 Wolfgang Sofsky: Traktat über die Gewalt, Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag, 1996 Ein Soziologe, der sich seit Jahren mit einem scheinbar zeitlosen Phänomen (...)

Context XXI, Heft 5-6/2002

Knüppel und Kolben

Hegemoniale Männlichkeitskonstruktionen in schwuler Erotika
November
2002

In diesem Artikel möchte ich Fragen stellen zu einer Problematik bzw. einem Widerspruch schwuler Textpornografie: die Reproduktion heterosexistischer und patriarchaler Motive. Ausganspunkt dieser Reflexion sind Texte aus englisch- und deutschprachigen Anthologien und Romanen, die ich in (...)

Context XXI, Heft 7/2002

Nubien unter Wasser?

Dezember
2002

Suad Ibrahim Ahmed wurde am 30. Mai 1935 in Khartoum in einer nubischen Familie geboren. Bereits früh schloss sie sich der jungen Kommunistischen Partei des Sudan an. 1960 schloss sie ihr Studium an der Khartoum University ab und begann als Lehrerin in der nubischen Grenzstadt Wadi Halfa zu (...)

Context XXI, Radiosendungen 2003

Stell dir vor es ist Sozialismus und keiner geht weg

1989: Der Zusammenbruch der staatssozialistischen Gesellschaft in der DDR — Teil 1
Januar
2003

Dreiteilige Sendereihe mit Augenzeugenberichten über Vorgeschichte und Folgen der Öffnung der Mauer am 9.11.1989.

Context XXI, Radiosendungen 2003

Stell dir vor es ist Sozialismus und keiner geht weg

1989: Der Zusammenbruch der staatssozialistischen Gesellschaft in der DDR — Teil 2
März
2003

Dreiteilige Sendereihe mit Augenzeugenberichten über Vorgeschichte und Folgen der Öffnung der Mauer am 9.11.1989.

Context XXI, Radiosendungen 2003

Stell dir vor es ist Sozialismus und keiner geht weg

1989: Der Zusammenbruch der staatssozialistischen Gesellschaft in der DDR — Teil 3
April
2003

Dreiteilige Sendereihe mit Augenzeugenberichten über Vorgeschichte und Folgen der Öffnung der Mauer am 9.11.1989.

Streifzüge, Heft 2/2003

„Die Furie des Zerstörens”

Gewalt und Krieg in der neuen Weltunordnung
Juni
2003

1. Die ausgebliebene „Friedensdividende“ Dass der Untergang des Realsozialismus den Beginn einer neuen Epoche markiert, wusste schon 1989 jeder. Über den Charakter des heraufdämmernden Zeitalters machte man sich damals quer durch die politischen und ideologischen Lager freilich nicht sonderlich (...)

Context XXI, Heft 6-7/2004

Der Konflikt im Westsudan aus der Geschlechterperspektive

Oktober
2004

Frauen sind durch Vertreibung und Vergewaltigungen besonders von der Krise im Sudan betroffen. Krieg wird von der Ar­beitsgemeinschaft Kriegs­ursachenforschung an der Universität Hamburg wie folgt beschrieben: „Ein Cha­rakteristikum des weltweiten Kriegsgeschehens ist, dass es ‚den Krieg‘ (...)

Streifzüge, Heft 33

Lust auf Vernichtung

Der Genozid als universelle Kategorie der Moderne
März
2005

Ein Genozid ist gekennzeichnet durch die systematische Ausweitung der Opferung, durch die reale Inszenierung des totalen Opfers. Der als absolut böse geltende Feind soll nicht bloß niedergemacht, er soll weggemacht werden. Das exterministische Phantasma setzt sich als entschlossenes wie (...)

Streifzüge, Heft 33

Zur Typologie des Genocids

März
2005

Ein deutsches Blatt findet, es sei unerhört, den Vietnamkrieg mit Auschwitz in einem Atem zu nennen. Ganz abgesehen davon, dass es absurd ist, wenn Menschen darüber empört sind, dass Untaten anderer mit ihren eigenen Untaten gleichgesetzt werden, läuft diese Verteidigung der amerikanischen Moral (...)

Context XXI, Heft 5-6/2005

„Die armenische Frage existiert nicht mehr“*

Ein fast vergessener Völkermord
Oktober
2005

„Der kranke Mann am Bosporus“ … war vor dem ersten Weltkrieg eine gängige Bezeichnung unter europäischen Diplomaten für das vor sich hin siechende Osmanische Reich. Von 1800 bis Anfang des 20. Jahrhunderts verloren die Osmanen einen großen Teil ihres einst gewaltigen Reiches: Bosnien-Herzegowina, (...)

Context XXI, Heft 5-6/2005

„Der Armenier ist wie der Jude, außerhalb seiner Heimat ein Parasit“

Zum Genozid an der armenischen Bevölkerung des Osmanischen Reiches
Oktober
2005

Während der Genozid an den ArmenierInnen auch 90 Jahre nach der Tat in der Türkei ein Tabuthema bleibt, wird er in Europa, vor dem Hintergrund des geplanten EU-Beitritts der Türkei, erstmals zu einem auch medial diskutierten Thema. Die Mitverantwortung des einstigen Verbündeten des Osmanischen (...)

Context XXI, Heft 5-6/2005

Ararat, oder: Wahrheit und Interpretation

Oktober
2005

Ararat ist das jüngste Werk des armenisch-kanadischen Regisseurs Atom Egoyan. Hauptthema dieses vielschichtigen und komplexen Films ist für mich das philosophische Problem von Wahrheit und Deutung und die Möglichkeit (oder Unmöglichkeit) ihrer Unterscheidung — eine Frage, die sich besonders im (...)

Context XXI, Heft 5-6/2005

„Die Glaubwürdigkeit des Friedensprozesses wurde damit sicher nicht grösser“

Interview mit Kamilla Ibrahim Kuku Kura
Oktober
2005

Kamilla Ibrahim Kuku Kura ist eine der Gründerinnen des „Nuba Mountains Wo­men Comitee“, einer Basisorganisation von Frauen aus den Nuba-Bergen, die als intern vertriebene Bevölkerung in den Armenvierteln der Hauptstadt Khar­toum leben. Seit dem Friedens­schluss in den Nuba-Bergen können sie auch dort (...)

Context XXI, Heft 7-8/2005

Ein Dokument kann das Gedächtnis nicht verändern

Die ArmenierInnenfrage ist sowohl ein historisches als auch ein aktuelles Problem
Dezember
2005

Wir sind im Jahre 1986. Wir, drei Anthropologen, forschen in einem alevitischen Dorf der Provinz Elazig. Wir unterhalten uns mit einer Gruppe von jungen DorfbewohnerInnen. Die Spuren des Militärputsches vom 12. September sind immer noch frisch: Wer von den DorfbewohnerInnen wurde verhaftet, (...)

Grundrisse, Nummer 19

Fallen lassen!

Anmerkungen zur Repressionshypothese
März
2006

„Weshalb verwendet Ihr bei Euren Texten oft Pseudonyme?“ „Die Zeitung wird vom Verfassungsschutz beobachtet, und der Anarchismus wird von denen als Gefährdung des Staates gesehen.“ Aus der Verlagsankündigung zu Bernd Drücke (Hg.): JA! ANARCHISMUS. Gelebte Utopie im 21. Jahrhundert. 20 Interviews und (...)

Café Critique, Jahr 2007

Neuer Mensch als kollektives Ungeheuer

Ein Beitrag zum Begriff des Staatskommunismus
Juli
2007

So totalitarismustheoretisch hat Hannah Arendt gar nicht gedacht, wie es viele gerne hätten, die sich auf sie berufen. „Von einem streng moralischen Standpunkt aus“, sagt Arendt, „waren Stalins Verbrechen sozusagen altmodisch. Wie ein gewöhnlicher Verbrecher hat er sie niemals zugegeben, sondern mit (...)

Streifzüge, Heft 43
2000 Zeichen abwärts

Monster

Juni
2008

Fast jede/r kennt den Spruch des frühmodernen Theoretikers Thomas Hobbes, dass der Mensch dem Menschen ein Wolf sei. Beim altrömischen Komödiendichter Plautus, von dem er seinen Satz hat, heißt es aber: „Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, nicht ein Mensch, wenn man sich nicht kennt“. Für den (...)

Grundrisse, Nummer 33

Agieren. Aspekte und Psychotropen des Handelns

März
2010

Ich möchte mich der Frage nach Aspekten des Handelns widmen, die sich aus der Spannung zwischen Agieren im psychoanalytischen Sinn und Handeln im politischen Sinn ergibt, um sie auf einige ihrer Implikationen für feministische Theorie und Praxis hin zu erhellen. „Die Psychoanalyse ist nicht dazu (...)

Streifzüge, Heft 56

Aneinandergekettet

Oktober
2012

Eine Analyse der Ursprünge von Konkurrenz und Rassismus entlarvt die westliche Freiheit als Mythos. Der Wahn, die westliche Welt sei die höchste Stufe kultureller Entwicklung, übt weltweit subtile und offene Gewalt aus. „Wir waren kaum vor Anker gegangen in Royal Bay, als eine große Anzahl (...)

Grundrisse, Nummer 45

Vorläufige Thesen zu einem System der Angst

März
2013

Kapital rennt rund um den Globus auf der Suche nach billigen Löhnen. Es rennt auch in die Gegenrichtung auf der Jagd nach konkurrierender Konsumentennachfrage. Es rennt Gelegenheiten für lukrative Investitionen nach. Es rennt zu Plätzen mit niedrigen Steuern. Es rennt, um stabile Regierungen oder (...)

Streifzüge, Heft 63

Im Bannkreis der Gewalt

Überlegungen zu einem elementaren Problem und seinen Facetten
März
2015

Fragwürdig ist es, auf Gewalt zu setzen und ebenso fragwürdig ist es, Gewalt auszuschließen. Potent ist die Gewalt, weil sie zerstören kann. Darin liegt ihre Kraft. In der Schaffung hingegen ist die Gewalt impotent. Das mag zwar eine Binsenweisheit sein, aber sie ist doch extra zu betonen. Gewalt (...)

Streifzüge, Heft 63

Innocent Power

Oder: Die unschuldige Macht und ihre Effekte
März
2015

Um die Macht zu verstehen, sollten wir zunächst ihre Effekte ins Auge fassen. Macht zerstört und unterjocht, wie wir alle wissen. Betrachten wir also die Folgen ihres destruktiven Wirkens. Es gibt fünf Arten von Ruinen. Es gibt romantische Ruinen, alte Burgen und Festungen, Tempel und Kirchen. (...)

Streifzüge, Heft 67

Die geltende Vernunft bekämpft nicht Macht, sondern nur deren „Entarten“ zu Herrschaft

Teil II des Beitrags „Warum Bildung bei der Überwindung der Machtverhältnisse nicht hilft“
September
2016

Als Konsequenz der bisherigen Ausführungen gilt es die Hoffnung zu begraben, dass Bildung kraft des ihr immanenten Appells, „sich seines Verstandes ohne die Anleitung durch andere zu bedienen“, Grundlage dafür sein kann, die in den gesellschaftlichen Umständen zum Ausdruck kommende Macht tatsächlich (...)

Streifzüge, Heft 69

Alternative Facts

April
2017

Trump-bashing macht bei zivilisierten Leuten in Amerika und in Europa (soweit sie sich noch trauen) Furore. Trump selbst hingegen bei der anschwellenden Zahl der eher Unzivilisierten aller sozialen Klassen, einschließlich der „politischen Klasse“ auch. Deren aller Haltung ist: Es gibt kein (...)

Streifzüge, Jahrgang 2017

Staatliche Karabinerkultur

November
2017

Nachwort zur Broschüre Dieter Braeg (Hg.), Rudolf Geist, Die Wiener Julirevolte. Bericht eines Augenzeugen, Buchmacherei, Berlin 2017 Schattendorf und die Folgen. „Dieser feige, infame Mord darf nicht ungesühnt bleiben“, schreibt Robert Geist. Dieser Gedanke war es auch, der die spontanen Proteste (...)

FORVM, Philosophie im Kontext

Gewalt und Politik bei Günther Anders und Hannah Arendt

Vortrag an der Tagung „Technik – Macht – Gewalt. Günther Anders und die Politik / das Politische“, Freiburg 16.–18. November 2017
September
2021

Dieser elfte der zweiundzwanzig Beiträge konfrontierte am zweiten Tag präzise das Tagungsthema. Günther Anders’ späte Thesen zur Gewalt hatten dem beinahe Neunzigjährigen fast ausschließlich heftigen Widerspruch, Schelte und die Verdächtigung als senil eingetragen. Er selbst konstatierte schmunzelnd, (...)

Streifzüge, Jahrgang 2022

Die Wut dreht sich im Kreis

März
2022

Am Montag, dem 24. Januar 2022, ist in Heidelberg ein junger Mann in einen Hörsaal der Universität eingedrungen und hat dort auf Studierende geschossen. Eine junge Frau erlag wenig später ihren Verletzungen, drei Studierende wurden verletzt, befanden sich aber wohl nicht in Lebensgefahr. (...)

Streifzüge, Heft 87

Eine „verplante, technisierte Hölle“?*

August
2023

Morbide Gesellschaft und Ritualisierung der Krise Das Medizinsystem macht krank, so lautet die Kernthese eines Buches, das Mitte der 1970er Jahre in zahlreichen Sprachen erschienen ist. Im Deutschen hat es den Titel Die Nemesis der Medizin. Die Kritik der Medikalisierung des Lebens; darin (...)