Weg und Ziel, Heft 4/1995

Herausgeber: Kommunistische Partei Österreichs
Redaktionskomitee: Dr. Winfried Garscha, Dr. Lutz Holzinger, Dr. Günter Klodner, Mag. Julius Mende, Dr. Martin Potschka, Dr. Wolfgang Priglinger, Helmut Rizy, Dr. Maria Wölflingseder
Abonnement, Vertrieb und Redaktionsadresse: Karin Springer, KPÖ, 1010 Wien,
Layout: Matthäus Zinner
Druck: Druckerei Gerstmayer Ges.m.b.H., 1120 Wien.

Titelbild und einige weitere Bilder im Heftinneren: Szenenfotos aus dem Film „Rocky Horror Picture Show“ von Jim Sharman und Richard O’Brian, 1974

Beiträge

Wie kommt man aus der Sackgasse?

Gewerkschaften international aktiv

2

Alles daranzusetzen, „den sozialen Dialog aus seiner jetzigen Sackgasse zu befreien“, beschloß der Kongreß des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) im Mai in Brüssel. „Die Gewerkschaftsbewegung muß eine Alternative zum freien Wettbewerb haben“ und sich unter anderem um die „Aufnahme eines (…)


Inszenierte Literatur

6

Der Österreich-Schwerpunkt auf der heurigen Frankfurter Buchmesse war für die Redaktion von »Weg und Ziel« Anlaß, den Produktions- und Reproduktionsprozeß von Literatur in den Mittelpunkt dieses Hefts zu rücken. Dabei war zu berücksichtigen, daß die einzelne Autorin, der einzelne Autor und ihr (…)


Anscheinend erscheinender Schein

Robert Menasse und die Regression in der österreichischen Literatur

7

Ursprünglich war ja nur eine kurze Besprechung von Menasses Hegel-Buch „Die Phänomenologie der Entgeisterung“ geplant. Nun ist das Ganze zu einem Doppelschlag geworden. Es ist unserer Ansicht nach auch notwendig, den Roman „Schubumkehr“ ausführlich zu reflektieren. Menasse erscheint uns geradezu (…)


Präsentation oder Repräsentation?

„Österreich-Schwerpunkt“ bei der Frankfurter Buchmesse 1995

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Buchmessen sind, nicht weniger als andere Fachmessen auch, gekennzeichnet von ökonomischen Interessen. Sie dienen dazu, das Buch als Produkt eines Verlags — der Anteil der literarischen Titel beträgt dabei durchschnittlich 12 bis 18 Prozent — zu bewerben. Es geht also um Umsätze und nicht um (…)


Das Schicksal setzt den Hobel an

Zur Funktionsweise von Buchmarkt und Bestseller

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In immer engeren Grenzen entscheidet sich, ob ein Buch Erfolg hat oder nicht. Der Markt wird mit Titeln überschwemmt, obwohl nur ein verschwindender Prozentsatz jenes Auflagenniveau erreicht, das ihren Autorinnen und Autoren ein menschenwürdiges Lebensniveau und das berufliche Überleben (…)


Ein Werk geballter Kälte

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Helmut Rizy, Hasenjagd im Mühlviertel. Roman einer Gegend; Bibliothek der Pro­vinz, Wien-Linz-Weitra 1995, 406 Seiten, 398 Schil­ling. Die berüchtigte „Mühlviertler Hasenjagd“, bei der im Februar 1945 von rund 500 aus dem Konzentrationslager Mauthausen ausgebrochenen sowjetischen (…)


Zur „Weiblichkeit“ des Krimihelden

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Von jeher hat es die Aufmerksamkeit der Literaturkritik oder zumindest des Feuilletons erregt, daß weibliche Autoren sich zum Genre des Kriminalromans so hingezogen fühlen. Als noch bemerkenswerter wird empfunden, daß Frauen in diesem Bereich außerordentlich erfolgreich sind, daß hier nicht eine (…)


Idealismus und Materialismus im Kriminalroman

Einige Thesen über ein Genre der Massenkultur

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■ Der Kriminalroman ist ein uferloses Thema. Niemand kann es ganz überblicken; jeder ist Experte. Gerade deswegen lohnt es sich, die Diskussion darüber mit überspitzten Thesen zu führen. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, daß einzelne Gesichtspunkte für gewöhnlich nicht die ganze Wahrheit, (…)


Ästhetik und Ideologie*

Zur Symbolik des Imaginären

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Jede formelle oder informelle Struk­tur, die eine Gesellschaft entwickelt, muß durch die Köpfe ihrer Mitglieder umgesetzt werden, — ob dies nun dort Niederschlag findet, oder nicht. Mehr noch als die Sphäre der Produktion betrifft das den Bereich der Reproduk­tion und die hier stattfindenden (…)


Image-Politik

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Max Weber galt „Politik auf eigene Verantwortung“ als die bedeutendste Form, das wichtigste sozialen Handelns in der von technischer Funktionalität beherrschten Welt, im, wie er es nannte, „stahlharten Gehäuse der Hörigkeit“. Die in der „totalen Herrschaft“ realisierte „Zerstörung der Politik (…)


Was muß die Linke wissen?

Postkapitalismus — aber welcher?

42

Im vorigen Artikel haben wir uns gefragt, warum der reale Sozialismus Bankrott erlitten hat und wie die Zukunft des Sozialismus aussehen kann. Auf die erste Fragestellung haben wir bereits geantwortet, die zweite wird uns hier beschäftigen. Beginnen wir mit den postsozialistischen Ländern. (…)


Arbeit und Bildung im Modernisierungsprozeß

Entkoppelung oder neue Synthese?

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Wir haben uns an die Diagnose gewöhnt, daß wir in einer dramatischen gesellschaftlichen Umbruchsituation leben. Die Orientierungen der Klassischen Moderne sind Geschichte (vgl. Alheit 1994a). Die kritiklose Feier von Arbeit und Technik als selbstverständlichen Garanten des humanen Fortschritts (…)


Zum Tod von Ernest Mandel*

*1923 — †1995

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Ernest Mandel starb am 20. Juli im Alter von 73 Jahren in Brüssel an Herzversagen. Er nahm noch am 14. Weltkongreß der 4. Internationale teil, beteiligte sich an den Diskussionen und referierte selbst vor dem Kongreß. Mandel war seit 1946 gewähltes führendes Mitglied der 4. Internationale, (…)


Aus einem Interview mit Ernest Mandel*

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Es gibt trotzdem einen Widerspruch, denn die Profitraten sind gestiegen. Seit 1991-1993 sind die Profite um 12 oder 13 Prozent gestiegen. Warum also sollte ein solcher Aufschwung der Unternehmensgewinne nicht von einer längerfristigen Fortentwicklung begleitet sein? Der Grund ist einfach — es (…)


Bilanz

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Franz Muhri, Kein Ende der Geschichte; Globus-Verlag, Wien 1995, 221 Seiten, 230 Schilling. Der langjährige Vorsitzende der KPÖ, Franz Muhri, nimmt in einem Buch, das er in seiner ihn so kennzeichnenden bescheidenen Art als „Schrift“ bezeichnet, Stellung zu all den Fragen, die sich im (…)


Joseph Roth

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Soma Morgenstern, Joseph Roths Flucht und Ende. Erinnerungen; herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Ingolf Schulte; Verlag Dietrich zu Klampen, Lüneburg 1994, 330 Seiten, 503 Schilling. Dem donaumonarchischen Kronland Galizien entstammt eine Reihe von Schriftstellern, ohne deren (…)


Die Erinne­rungen der Prive Friedjung

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Prive Friedjung, Wir wollten nur das Paradies. Erinnerungen einer jüdischen Kommunistin aus der Bukowina; herausgegeben und bearbeitet von Albert Lichtblau und Sabine Jahn; Verlag Böhlau, Wien/Köln/Weimar 1995, 338 Seiten, 298 Schilling. Am Ende dieses Jahrtausends sind große Gesten bei der (…)


Frauenhetz

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DIFFERENZen und VERMITTLUNG. Feminismus — Bildung — Politik; edition FRAUENhetz, Wien 1995, 150 Seiten, 147 Schilling. „Nun ist Schreiben ebenso, und explizit bei unserer Herangehensweise — die der Debatte um jeden einzeln verfaßten Text — eine spezifische Art des Tätigseins; und keine die an (…)


C. G. Jung und der Faschismus

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Heinz Gess, Vom Faschis­mus zum Neuen Denken. C. G. Jungs Theorie im Wandel der Zeit; Verlag Dietrich zu Klampen; Lüneburg 1994, 350 Seiten, 355 Schilling. Was Heinz Gess in seinem Buch »Vom Faschismus zum Neuen Denken — C. G. Jungs Theorie im Wandel der Zeit« in akribischer Kleinarbeit (…)


Leserinnenbrief

Herausforderung

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Das »Weg und Ziel« ist etwas vom Besten, das ich in letzter Zeit von „linker Seite“ gelesen habe. Endlich eine Zeitschrift, die mir als Feministin/Marxistin/Soziologie-Studentin Spannendes bietet. Vor allem das Heft „,Kalte Frauen‘ — Klasse und Geschlecht“ war absolut spitze. Meine Diplomarbeit (…)

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