Brief an die Redaktion
Im Original meines Artikels über die Streikbewegung an den österreichischen Hochschulen, das der Redaktion von »Weg und Ziel« übermittelt worden ist, läßt sich im drittletzten Abschnitt, der unter anderem die Rolle des KSV behandelt, folgender Satz finden: „Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang die gute und auch notwendige Zusammenarbeit mit der KPÖ, die sich als einzige Partei vollinhaltlich hinter die Forderungen der studentischen Protestbewegung stellt.“ In der Nr. 3/1996 von »Weg und Ziel« findet sich dieser Satz unvorhergesehener Weise folgendermaßen wieder: „Von den österreichischen Parteien stellte sich — neben den Grünen — nur die KPÖ vollinhaltlich hinter die Forderungen der studentischen Protestbewegung.“ Zum einen ist durch diesen ziemlich lästigen Umstand der Zusammenhang dieser Aussage zum vorhergehenden Satz, in dem von der Orientierung des KSV die Rede war, verloren gegangen, zum anderen ist der politische Aspekt dieser Änderung nicht zu vernachlässigen: Denn da es geradezu lächerlich ist zu behaupten, daß sich die Grünen „vollinhaltlich hinter die Forderungen der studentischen Protestbewegung“ stellten, drängt sich für mich die Frage auf, wer in der Redaktion von »Weg und Ziel« ein Interesse daran hat, das Renommee der Grünen im studentischen Bereich zu stärken, und dies überdies zu Lasten der KPÖ. Außerdem ist es mir unverständlich, aus welchem Grunde und mit welcher Motivation die überaus bedeutsame Erwähnung einer guten Zusammenarbeit zwischen KSV und KPÖ eliminiert worden ist. Eine Richtigstellung würde ich deshalb als naheliegend ansehen.
Manfred Mugrauer
Die Relativierung des Alleinvertretungsanspruches der KPÖ auf Vertretung der studentischen Interessen erfolgte durch Julius Mende, dem Verantwortlichen für »Weg und Ziel« in der Parteiführung. Gemeinsam haben wir gefunden, daß der gute Artikel von Manfred Mugrauer durch einige Anbiederungspassagen, die an die Haltung früherer KSV-Funktionäre erinnert, geschwächt wurde. Wir bitten den geschätzten Autor den grob manipulativen Eingriff zu verzeihen und mit seinen KSV-KollegInnen zu sprechen, ob sie die kleine Relativierung zur Wahrheit hin auch so schrecklich fänden.


