Oliver Tolmein

Redakteur der Hamburger Zeitschrift „konkret“.

Im WWW
Dr. Oliver Tolmein — Texte und Meer
Beiträge von Oliver Tolmein
MOZ, Nummer 34
Bundeskriminalamt bestätigt:

Isolationshaft für Weckerkauf

■  Oliver Tolmein
Oktober
1988

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Das ist machbar!

MOZ, Nummer 39
Wahlen in Westberlin:

Landauf, landunter

■  Oliver Tolmein
März
1989

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MOZ, Nummer 42
Randale in Berlin:

Kreuzberger Mächte

■  Oliver Tolmein
Juni
1989

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Beiträge zu Oliver Tolmein
Context XXI, Heft 5-6/2002

Im Jahr danach

Ein Rundgang durch Neuerscheinungen über den 11. September und die Folgen
November
2002

Ein Jahr ist es her, dass die schrecklichen Bilder des Anschlags auf das World Trade Center in New York live in den Fernsehanstalten der Welt übertragen wurden, dass wir in Echtzeit miterleben durften wie Menschen aus den oberen Stockwerken des WTC in den Tod sprangen und schließlich allesamt, (...)

Oliver Tolmein (* 21. Dezember 1961 in Köln) ist ein deutscher Autor, Journalist und auf den Gebieten des Sozialrechts (v. a. Behinderten- und Medizinrecht), Strafrechts und Anti-Diskriminierungsrechts tätiger Rechtsanwalt. Tolmein ist Honorarprofessor an der Georg-August-Universität Göttingen[1]. Er hat in einem neun Jahre währenden Rechtsstreit schließlich vor dem Bundesverwaltungsgericht das Recht von Patienten durchgesetzt, Cannabis als Medizin selbst anzubauen, wenn der Staat keinen anderen Zugang zu Medizinalhanf ermöglicht.[2][3] Während der COVID-19-Pandemie hat er Verfassungsbeschwerde wegen Untätigkeit des Gesetzgebers zum Schutz von Menschen vor Behinderungen vor Diskriminierung im Zuge von Triage-Konzepten erhoben.[4] Das Bundesverfassungsgericht hat in einer Zwischenentscheidung zwar den Eilantrag abgewiesen, aber angekündigt, die mit dem Hauptsacheverfahren aufgeworfenen Rechtsfragen eingehend prüfen zu müssen.[5][6] Tolmein ist einer der Gründungspartner der überregional tätigen Kanzlei Menschen und Rechte.[7] Bekannt wurde er durch zahlreiche Veröffentlichungen zu Bioethik, linker Politik und politisch motiviertem Extremismus, insbesondere zur RAF.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem 1979 abgelegten Abitur absolvierte Tolmein ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Resozialisierungseinrichtung für straffällig gewordene Jugendliche.[8] Von 1980 bis 1983 arbeitete er als Regieassistent am Schauspiel Frankfurt und am Nationaltheater Mannheim. Anschließend betätigte sich Tolmein vorwiegend journalistisch. Er war einer der Gründungsredakteure des Öko-Test-Magazins, wechselte dann als Parlamentskorrespondent zur taz und später als Redakteur zu konkret; 1994/95 war er Chefredakteur der Tageszeitung junge Welt.

Zudem arbeitet er als freier Autor für den SWR (Fernsehen), den WDR (Hörfunk und Fernsehen), den DLF, die taz, die FAZ, für konkret und Jungle World. 1999 schloss er das 1995 begonnene Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg als Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung ab und arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrbeauftragter dort. 2000 erhielt er als Stipendiat des DAAD das Diplom der European Academy of Law in Florenz für International Human Rights.

In seiner 2004 veröffentlichten Dissertation zum Thema Selbstbestimmungsrecht bei Einwilligungsunfähigen? Der Abbruch der künstlichen Ernährung bei Patienten im „Vegetative State“ in rechtsvergleichender Sicht am Institut für Kriminalwissenschaften der Uni Hamburg setzt sich Tolmein unter anderem kritisch mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes zu Sterbehilfe auseinander und argumentiert gegen eine Deregulierung des Lebensschutzes einwilligungsunfähiger Menschen. 2016 bis 2018 war er Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin. Er ist immer noch Sprecher der Sektion Rechtsberufe.[9][10] Seit 2013 ist er Lehrbeauftragter an der Juristischen Fakultät der Universität Göttingen. 2021 wurde er zum Honorarprofessor bestellt.[11]

Tolmein lebt in Hamburg. Er ist verheiratet mit der designierten Generalintendantin des Theaters Münster Katharina Kost-Tolmein mit der er eine gemeinsame Tochter hat. Außerdem ist er Vater von Zwillings-Jungs.[12]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2001: Preisträger „Medizin und Gewissen“ der IPPNW (Hörfunkberichterstattung über Bioethik)
  • 2005: Für den barrierefreien Internetauftritt seiner Kanzlei Menschen und Rechte erhält Tolmein beim BIENE-Award 2005, den die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen veranstalten, einen Sonderpreis, „weil er den Gedanken der inhaltlichen Relevanz und Integration in besonderer Weise erfüllt.“ Damit wird unter anderem gewürdigt, dass weite Teile der Homepage in leichter Sprache und in Deutscher Gebärdensprache angeboten werden.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Keiner stirbt für sich allein – Sterbehilfe, Pflegenotstand und das Recht auf Selbstbestimmung; Erweiterte Neuauflage; München: Goldmann, 2007; ISBN 978-3-442-15453-1
  • Keiner stirbt für sich allein – Sterbehilfe, Pflegenotstand und das Recht auf Selbstbestimmung; München: C. Bertelsmann, 2006; ISBN 3-570-00897-5
  • Selbstbestimmungsrecht und Einwilligungsfähigkeit: Der Abbruch der künstlichen Ernährung bei Patienten im vegetative state in rechtsvergleichender Sicht; der Kemptener Fall und die Verfahren Cruzan und Bland; Frankfurt am Main: Mabuse, 2004; ISBN 3-935964-73-0
  • Vom deutschen Herbst zum 11. September: Die RAF, der Terrorismus und der Staat; Hamburg: Konkret-Literatur-Verlag, 2002; ISBN 3-89458-204-9
  • RAF – Das war für uns Befreiung: Ein Gespräch mit Irmgard Möller über bewaffneten Kampf, Knast und die Linke; Hamburg: Konkret-Literatur-Verlag, 20023; ISBN 3-89458-149-2
  • Welt Macht Recht: Konflikte im internationalen System nach dem Kosovo-Krieg; Hamburg: Konkret-Literatur-Verlag, 2000; ISBN 3-89458-186-7
  • Wann ist der Mensch ein Mensch? Ethik auf Abwegen; München, Wien: Hanser, 1993; ISBN 3-446-17560-1
  • Stammheim vergessen – Deutschlands Aufbruch und die RAF; Hamburg: Konkret-Literatur-Verlag, 1992; ISBN 3-89458-117-4
  • mit Detlef zum Winkel: tazsachen. Kralle zeigen – Pfötchen geben. Konkret Literatur-Verlag Hamburg 1989, ISBN 3-922144-76-4
  • Nix gerafft – 10 Jahre Deutscher Herbst und der Konservatismus der Linken; Hamburg: Konkret-Literatur-Verlag, 1987; ISBN 3-922144-66-7
  • Ökorepublik Deutschland: Erfahrungen und Perspektiven rot-grüner Zusammenarbeit; Hamburg: Konkret-Literatur-Verlag, 1986; ISBN 3-922144-57-8
Als Herausgeber
  • Besonderes Kennzeichen: D – Wahre Deutsche, Staatsbürger zweiter Klasse und die unsichtbaren Dritten; Hamburg: KVV Konkret, 2002; ISBN 3-930786-33-8
Filme

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg-August-Universität Göttingen- Öffentlichkeitsarbeit: Honorarprofessoren - Georg-August-Universität Göttingen. Abgerufen am 8. März 2021.
  2. Bundesverwaltungsgericht | Pressemitteilung. In: www.bverwg.de. Abgerufen am 23. April 2016.
  3. Gröhe hätte ohne Eigenanbau-Urteil Schwierigkeiten bekommen. In: DAZ.online. Abgerufen am 23. April 2016.
  4. Verfassungsgericht und Triage. Kanzlei Menschen und Rechte, 14. August 2020, abgerufen am 22. August 2020 (deutsch).
  5. 1 Senat 3 Kammer Bundesverfassungsgericht: Bundesverfassungsgericht - Entscheidungen - Erfolgloser Eilantrag auf verbindliche Regelung der Triage im Rahmen der Covid-19-Pandemie. 16. Juli 2020, abgerufen am 22. August 2020.
  6. Verfassungsrichter wollen Triage bei COVID-19 eingehend prüfen. Abgerufen am 22. August 2020.
  7. Dr. Oliver Tolmein - Menschen und Rechte. In: www.menschenundrechte.de. 16. April 2020, abgerufen am 26. April 2020.
  8. Tolmein | Zur Person. In: www.tolmein.de. Abgerufen am 16. April 2020.
  9. Lia Bergmann: Vorstand | Allgemein | Neuigkeiten. In: www.dgpalliativmedizin.de. Abgerufen am 27. September 2016.
  10. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 8. August 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dgpalliativmedizin.de In: www.dgpalliativmedizin.de; abgerufen am 8. August 2017
  11. AutorIn: Über mich. Abgerufen am 8. März 2021 (deutsch).
  12. Biografie in seinem Blog bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Abgerufen am 11. Mai 2012.