Ernst Fürntratt-Kloep
Beiträge von Ernst Fürntratt-Kloep
MOZ, Nummer 46
Palme-Mord:

Pettersson enthaftet, die Mörder sind nach wie vor frei

■  Ernst Fürntratt-Kloep
November
1989

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Ernst Fürntratt-Kloep, aufgenommen im Mai 2006 in Berlin

Ernst „Fidel“ Fürntratt-Kloep, geborener Fürntratt (* 10. März 1938 in München; † 11. Februar 2007 in Hackås, Schweden) war ein politisch engagierter, der sozialen Gerechtigkeit verpflichteter Psychologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Fürntratt wuchs in Österreich auf. Von 1955 bis 1961 studierte er Psychologie, Zoologie, Germanistik und Geschichte an den Universitäten von Wien und Graz. Von 1962 bis 1967 entwickelte er für die Deutsche Gesellschaft für Personalentwicklung den Differentiellen Wissens-Test. Damit darf er im deutschsprachigen Raum noch zu den Pionieren der objektiven psychologischen Tests gerechnet werden.

Ab 1964 veröffentlichte er behavioristisch orientierte Arbeiten über Lernen, Denken, Emotion und Motivation, Aggression, Angst, Pädagogische Psychologie und Psychometrie. Von 1968 bis 1972 war er Dozent an der Universität Uppsala, bis er 1972 als Professor für Psychologie an die RWTH Aachen berufen wurde. Nach seiner 1984 erfolgten Emeritierung zog er nach Hackås in Schweden. Er war mit der Psychologin Marion Kloep verheiratet.

Fürntratt-Kloep unternahm viele Reisen nach Lateinamerika, unter anderem 17 nach Kuba, wo er sich auch den zweiten Vornamen „Fidel“ zulegte, außerdem häufig nach Venezuela und Mexiko.

1991 und 1992 schrieb er Beiträge für die Zeitschrift konkret. 1994 gründete er das World Data Research Center in Havanna. Für sein Buch über die Lebensqualität (1995) sammelte er Daten aus 152 Ländern, für das Buch über Frauenrechte (1998) aus 160 Ländern. So wollte er seiner Forschung ein Fundament aus konkreten Fakten geben, Zitat (1995): „Wenn es in den Sozialwissenschaften wie Psychologie, Soziologie oder Ökonomie wenig objektives Wissen oder Wahrheit gibt – in Geschichte und Politik gibt es gar keines. Was in diesen Gebieten akzeptiert und geglaubt wird ist alles verzerrt durch die Folgen von einseitiger Erziehung, Propaganda und schlichter Gehirnwäsche. Das Denken in diesen Bereichen ist alles andere als frei.“

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Differentieller Wissens-Test (DWT). Hogrefe, Göttingen 1969.
  • Angst und instrumentelle Aggression. Beltz-Verlag, Weinheim 1974, ISBN 3-407-51079-9.
  • Motivation schulischen lernens. Beltz-Verlag, Weinheim 1976, ISBN 3407500513.
  • Zwang und repression im schulunterricht. Beltz-Verlag, Weinheim: 1977. ISBN 3407500548.
  • Lernprinzip Erfolg (mit Christine Möller). Verlag Ernst Reinhardt, München 1982, ISBN 3497009458.
  • Quality of Life / Calidad de la Vida. Englisch und Spanisch, Papyrossa-Verlag, Köln 1995, ISBN 3-89438-090-X.
  • Soziale Gleichheit und Frauenrechte im weltweiten Vergleich. 2. Auflage, Papyrossa-Verlag, Köln 2001, ISBN 389438154X.
  • Unsere Herren seid Ihr nicht! Das politische Denken des Fidel Castro. 3. Auflage, Papyrossa, Köln 2006, ISBN 389438185X.
  • Venezuela – Der Weg einer Revolution. Papyrossa-Verlag, Köln 2006, ISBN 3894383445.

Beiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Untersuchungen zum Image der Psychologie in Deutschland. I. Die Stellung der wissenschaftlichen Psychologie zu anderen Fachgebieten in der Vorstellung von Oberschülern. (Mit H.-J. Gutsche), in: Psychologische Beiträge, 11 (1969)
  • Untersuchungen zum Image der Psychologie in Deutschland. V. Die Stellung der wissenschaftlichen Psychologie zu anderen Fachgebieten in der Vorstellung von Psychologiestudenten. Psychologische Beiträge, 11 (1969)
  • Wettkampfsport und Aggression. In: Dorothee Bierhoff-Alfermann (Hrsg.): Soziale Einflüsse im Sport. Steinkopff-Verlag, Darmstadt 1976. ISBN 379850444X
  • Persönlichkeitsentwicklung. In: H. Eyferth, H.-U. Otto, H. Thiersch (Hrsg.): Handbuch zur Sozialarbeit / Sozialpädagogik. Luchterhand Verlag, Neuwied 1984, ISBN 3472510145
  • Angst und instrumentelle Aggression (1974). In: Hans-Peter Nolting (Hrsg.): Lernfall Aggression. 19. Auflage, Reinbek bei Hamburg 2000. ISBN 3499620804

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]