sans phrase

sans phrase | Zeitschrift für Ideologiekritik

Neueste Beiträge

Der Blick aus der Glasglocke

redaktion-sp, 18. November 2025
Sylvia Plaths autofiktionaler Roman The Bell Jar (1963) gehört heute ohne Frage zu den Klassikern der modernen Literatur. In den letzten Jahren stand der Roman jedoch auch wegen rassistischer Darstellungen unter Verdacht. Das führt gerade im Umkreis der queer oder critical race theory zu (…)

Dem Weltgeist das Wort finden

redaktion-sp, 18. November 2025
»Das Moment der Allgemeinheit in der Sprache, ohne das keine wäre, verletzt unabdingbar die volle sachliche Bestimmtheit des Besonderen, das sie bestimmen will«, schrieb Adorno. »Korrektiv ist die wie immer auch unkenntliche Anstrengung zur Verständlichkeit«, doch die wiederum nicht zu (…)

»Ich meine, bei Adorno ist das Erkenntnisvermögen nur noch dazu gut, an sich selbst Kritik zu üben, sich selbst zu Grabe zu tragen«

redaktion-sp, 18. November 2025
Um dieser Spaltung im Denken Sohn-Rethels auf die Schliche zu kommen, braucht man nicht lange auf die Suche nach dem missing link zu gehen, weil es ihn nicht gibt: sie begründet sich durch das unbedingte Festhalten Sohn-Rethels an der marxistischen Revolutionstheorie, aus dem sein Versuch (…)

Roma locuta causa finita?

redaktion-sp, 18. November 2025
Sohn Rethel an Horkheimer: »Ich habe das Manuskript in dem Gedanken abgefasst, dass nicht ich, sondern andere die Dinge weiterarbeiten werden, von denen mir die Umrisse aufgegangen sind, und dass ich dazu aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr beitragen kann, als mit den nötigen Hinweisen und (…)

Warum die Kritische Theorie materialistisch ist

redaktion-sp, 18. November 2025
Im Jahr 1936 jedenfalls hätte Adorno seine Anschlussfähigkeit zum Institut für Sozialforschung wohl verloren, hätte er damals die Kritische Theorie im Sinne Sohn-Rethels auf den Grundsatz gestützt, Gesellschaftlichkeit gewinne ihre Stetigkeit und Vereinheitlichung nicht aus der Vernunft, sondern (…)

Stenografien zum revolutionären Subjekt

redaktion-sp, 18. November 2025
Das Bilderverbot liegt nicht nur über der Utopie, sondern, infolgedessen, auch über dem revolutionären Subjekt. Marx, der es mit Hegel an der Figur des leidenden Christus aufrichtet, mit Luthers »Protestation« gegen die Herrschaft der Kirche bebildert, ohne es aber in protestantischer (…)

Redaktionelles Nachwort zu »Die Verzauberung des arabischen Denkens«

redaktion-sp, 18. November 2025
Mit dem Spektakel, so könnte man mit Mansour formulieren, setzen sich die Islamisten selbst an die Stelle Gottes, dessen Willen sie zu verwirklichen vorgeben, und verlangen ihre Anbetung als »Meister der Krise«. Als Retter in der manifesten Krise dient der Islam als Reservoir der Sinnstiftung (…)

Die Verzauberung des arabischen Denkens

redaktion-sp, 18. November 2025
Der Djihadismus entstand – entgegen der weit verbreiteten Auffassung – nicht aus einer Theologie, die eine sorgfältige Rekonstruktion des frühen muslimischen Lebens zum Ziel hatte. Er wuchs aus den Trümmern des politischen, intellektuellen und sozialen Scheiterns. Er war das Kind verlorener (…)

Zwischen Revolutionstheorie und Feindaufklärung

redaktion-sp, 18. November 2025
Die Jahre 1935 bis 1938 stellen für die Diskussionen über die Rolle der Psychoanalyse als notwendiges Moment einer umfassenden Gesellschaftskritik eine interessante Phase dar, und zentrale Diskussionen darüber spielten sich in Prag ab. In dieser kurzen Phase, die mit der Ankunft Otto Fenichels (…)

Jankélévitchs »Psycho-analyse« und die Ahnung um die Vernichtungslager

redaktion-sp, 18. November 2025
Bereits der Titel von Jankélévitchs Polemik spielt mit einem Trennstrich auf die anal-sadistischen Züge der Deutschen an; im Französischen wird Psychoanalyse bekanntlich »psychanalyse« geschrieben. Das heißt jedem Leser war klar, worauf das Wortspiel abzielt. Das Zitierte mag als schlichte (…)