Museum Arbeitswelt Steyr
Beiträge
Context XXI, Heft 4-5/2006

Der Holocaust und Steyr

März
2006

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden betraf nicht nur Menschen aus anderen Städten und Ländern, wie man den Eindruck nach dem Lesen mancher Geschichtsbücher haben könnte, und sie geschah nicht nur weit weg, wie etwa im großen Vernichtungslager Auschwitz oder der weißrussischen Stadt (...)

Museum Arbeitswelt (2006)

Das Museum Arbeitswelt Steyr ist 1987 gegründetes Museum im oberösterreichischen Steyr, das sich mit Sozialgeschichte befasst. 2019 wurde dem Museum der Österreichische Museumspreis des Bundesministerium für Kunst und Kultur zuerkannt.

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum Arbeitswelt (MAW) im Steyrer Wehrgraben befindet sich in revitalisierten Fabrikgebäuden aus der Mitte des 19. Jahrhunderts am Steyr-Fluss. Es wurde 1987 im Rahmen der oberösterreichischen Landesausstellung „Arbeit Mensch Maschine: Der Weg in die Industriegesellschaft“ eröffnet. Impulsgeber zur Idee eines Museums dieser Art waren die Ende der 1970er Jahre in England entstehenden Industriemuseen. Durch den Erfolg der Landesausstellung wurde das MAW in den Dauerbetrieb eines Museums überführt und konnte sich mit umfangreichen Ausstellungen, Projekten und Veranstaltungen zu gesellschaftlich relevanten Themen, als international anerkanntes Kultur- und Veranstaltungszentrum etablieren. 2002 wurde der gesamte Ausstellungsbereich durch ein Hochwasser der Steyr zerstört, jedoch in der Folge neu errichtet.[1]

Aktuell zeigt das Museum Arbeitswelt Steyr die Ausstellung ARBEIT IST UNSICHTBAR. Diese thematisiert Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit von Arbeit und erzählt, wie sich die Arbeitswelt in den letzten 150 Jahren verändert hat und wie Menschen auf diese Veränderungen reagiert haben. Der Blick zurück soll als Hilfe dienen, um die Veränderungen der Gegenwart zu erfassen und Strategien für die Zukunft zu entwickeln. Wissenschaftlich und textlich begleitet wurde die Ausstellung von Robert Misik und Harald Welzer.[2]

Günter Wallraff im Museum Arbeitswelt Steyr

Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die pädagogische Betreuung von Besucher/innengruppen nimmt im Museum Arbeitswelt einen bedeutenden Stellenwert ein. Neben aktivierenden Lern- und Vermittlungsangeboten in den jeweiligen Ausstellungen gibt es seit 2009 zudem die Politikwerkstatt DEMOS. In dieser werden Politische Bildungsprogramme rund um die Themen Demokratie, Rassismus, Migration und Partizipation angeboten.[1] Zusätzlich zum Ausstellungs- und Vermittlungsbetrieb organisiert das Museum Arbeitswelt Steyr regelmäßig sogenannte DEMOS-Abendvorlesungen. Diese Vortragsreihe versteht sich einerseits als kritisches Dialogforum zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen und möchte zugleich eine vertiefende Beschäftigung mit den jeweiligen Ausstellungsinhalten ermöglichen. Zu den bisherigen Referent/innen zählten unter anderem Oskar Negt, Karim El-Gawhary, Hans-Günter Wallraff, Stephan Schulmeister, Gudrun Harrer und Ari Rath.

Stollen der Erinnerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eröffnung der Schau im Lambergstollen am 25. Oktober 2013

Seit Herbst 2013 befindet sich im Lambergstollen, einem ehemaligen Luftschutzbunker unter dem Schloss Lamberg, die Schau Stollen der Erinnerung. Diese behandelt schwerpunktmäßig die Jahre 1938 bis 1945 sowie die Geschichte des Widerstandes in Steyr und den Umgang mit der NS-Vergangenheit. Träger ist das Mauthausenkomitee Steyr,[3] die pädagogische Betreuung obliegt dem Museum Arbeitswelt.[4]

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1987 – Arbeit Mensch Maschine: Der Weg in die Industriegesellschaft
  • 1988 – Die Roboter kommen, Über die Zukunft der Industriegesellschaft
  • 1989 – Die Roten am Land, 100 Jahre österreichische Sozialdemokratie in der Provinz
  • 1990 – Metallerleben, Über die Geschichte der MetallarbeiterInnen
  • 1991 – Zeit-Gerecht, 100 Jahre katholische Soziallehre
  • 1992 – 500 Jahre Amerika, Entdeckung – Zerstörung – Widerstand
  • 1993 – Info, eine Geschichte des Computers
  • 1995 – Netzwerk, die Zukunft der Informationsgesellschaft
  • 1996 – Sondermüll Mensch, HIV und AIDS
  • 1997 – Menschenbilder, Arbeit und Freizeit im Industriezeitalter
  • 1998 – Glühendrot/Krisenbleich, Zeitmontagen zu Arbeit und Kultur der Industrieregion Steyr
  • 1999 – Anne Frank, Eine Geschichte für Heute
  • 2000 – Stefan Zweig, Ein Österreicher aus Europa
  • 2001 – Gesichter des Islam, "Kampf der Kulturen" angesichts des 11. September
  • 2002 – Erfinder. Patente. Österreich. Technische Entwicklungen und ihre Erfinder
  • 2002 – Women at Work, Frauen. Arbeit. Gesellschaft.
  • 2003 – Migration, Eine Zeitreise nach Europa
  • 2004 – Crossing Borders
  • 2005 – Mythos Staatsvertrag, Geschichten aus der Geschichte
  • 2013 – Die Gerechten, Courage ist eine Frage der Entscheidung
  • 2006 – 2015 – working_world.net, Arbeiten und Leben in der Globalisierung
  • 2014 – 2015 – Vom Boom zum Bürgerkrieg – Steyr 1914 bis 1934
  • 2016 – Zwangsarbeit im Nationalsozialismus
  • 2017 – Willkommen@HotelGlobal & SUPERSOZIAL!? Vom Armutszeugnis bis zur Mindestsicherung.
  • 2018 – ARBEIT IST UNSICHTBAR

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b eigene Angaben (Memento des Originals vom 7. April 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.museum-steyr.at, abgerufen am 18. Jänner 2015.
  2. Museum Arbeitswelt: Ausstellung ARBEIT IST UNSICHTBAR. In: Homepage Museum Arbeitswelt. Verein Museum Arbeitswelt, abgerufen am 15. Oktober 2018.
  3. Stollen der Erinnerung am 25. Oktober 2013 eröffnet, mkoe-steyr.net, aufgerufen am 26. Februar 2014.
  4. Amtsblatt der Stadt Steyr 2014, Nr. 2 S. 42 und 48, aufgerufen am 26. Februar 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 48° 2′ 33,9″ N, 14° 24′ 59,4″ O