radiX, Aussendungen
Juni
2003

Querfront in Hallein?

Dass sich unter dem Dach der „GlobalisierungsgegnerInnen“ Rechte wie Linke zusammenfinden, zeigt einmal mehr das Austrian Social Forum (ASF) in Hallein. Neben dem österreichischen Antideutschenhasser und Krisis-Ableger Franz Schandl, Christof Parnreiter, Karin Küblböck (attac), diversen VertreterInnen von Gewerkschaften, Grünen, KPÖ und trotzkistischen Sekten waren auch die Esoterik-Subistenz„theoretikerin“ Claudia von Werlhof und der Theologe und Journalist Franz Alt geladen. Dieser hat seit längerem enge Kontakte zur rechtsextremen Szene: Nach mehreren Artikeln für das deutsche Wochenblatt Junge Freiheit und die rechtsökologische Herbert Gruhl Gesellschaft gab er Anfang 2003 der National-Zeitung des DVU-Führers Gerhard Frey ein Interview (DNZ, 6/03). Zwei Ausgaben später ist Alt sogar mit einem Artikel in dem rechtsextremen Hetzblatt vertreten. Dort feierte er die Überwindung der politischen Spaltung in Rechte und Linke angesichts des Irak-Krieges: Alle seien sie „vereint in ihrem Abscheu gegenüber dem zwangsläufigen Massenmord eines Krieges.“ Alt, der aus Zeitgründen seine Teilnahme absagte, jedoch auch nicht von den OrganisatorInnen des ASF selbst wieder ausgeladen wurde, hat Verbindungen zum antisemitischen und holocaustverharmlosenden „Verein gegen Tierfabriken“ (VgT), der immer wieder mit Antischächtkampagnen und Begriffen wie „Hühner-KZ“ von sich hören machte. Dieser Verein ist mit seinem Obmann Martin Balluch, der als Referent einer Veranstaltung über „Tierrechte“ auftritt, ebenfalls am ASF vertreten. Daneben sprachen noch die „unabhängige[n] Initiative für mehr direkte Demokratie“ von Hemma Poledna und Lucia Bock, eine Vorfeldorganisation der rechtsextremen christlichen Sekte VPM, sowie die Linkswende, die den einzigen Workshop über „Palästina und den Nahostkonflikt“ leitete und bereits in der Themenstellung ihres Workshops ihre Liebe zu SelbstmordattentäterInnen und IslamistInnen kundtat: „Antizionismus ist nicht das gleiche wie Antisemitismus; — Warum volle Solidarität mit der Intifada; [sic!] — Welche Rolle spielen die Islamischen Organisationen; Welche Perspektive gibt es für die Freiheit von Palästina.“

smash austria
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Demonstration des Hessischen Sozialforums am 18. September 2004 in Frankfurt

Als Sozialforum bezeichnet man ein offenes Treffen von Globalisierungkritikern und Gegnern des „Sozialabbaus“. Lokale Sozialforen haben sich nach dem Vorbild der kontinentalen Sozialforen und des Weltsozialforums gebildet. Sie arbeiten auf der Grundlage der Charta der Prinzipien des Weltsozialforums.[1]

Teilnehmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Sozialforen treffen sich Organisationen und Einzelpersonen sehr unterschiedlicher Herkunft: Globalisierungskritiker, linke Organisationen, kritische Christen, Anthroposophen, Wachstumskritiker und anderen Anhänger alternativer Weltanschauungen und Lebensweisen. Parteifunktionäre sind in der Regel weniger erwünscht, da man sich nicht parteipolitischen Interessen unterordnen möchte. Gegen Rechtsextreme grenzen sich die Sozialforen strikt ab. Oft arbeiten die lokalen Sozialforen eng mit einer Attac-Regionalgruppe zusammen.

Nationale Treffen in Deutschland (2002 bis 2009)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Podiumsdiskussion in Erfurt
Logo des Sozialforums in Erfurt

In Deutschland fanden auf Bundesebene seit dem 1. Juni 2002 Zusammenkünfte statt, auf denen sich Mitglieder verschiedener regionaler und lokaler Sozialforen in Deutschland sowie Einzelpersonen trafen. Sie dienten vor allem der Vernetzung der regionalen und lokalen Sozialforen innerhalb Deutschlands sowie der Vor- und Nachbereitung der Europäischen Sozialforen. Aus den Teilnehmern dieser Zusammenkünfte war die "Initiative für ein Sozialforum in Deutschland" (SFiD-Initiative) entstanden, deren Koordinationskreis die bundesdeutschen Plenumstreffen vor- und nachbereitete. Als juristischer Kopf der bundesdeutschen Sozialforumsbewegung galt Willi van Ooyen.[2]

  • Das Erste Deutsche Sozialforum vom 21. bis zum 24. Juli 2005 in Erfurt forderte, die Hartz IV-Reformen zurückzunehmen und eine „soziale Grundsicherung“ für alle Menschen einzuführen. Es wandte sich gegen die weitere Nutzung der Kernenergie und kritisierte Auslandseinsätze der Bundeswehr.
  • Das Zweite Deutsche Sozialforum fand vom 18. bis zum 21. Oktober 2007 in Cottbus statt.
  • Das Dritte Deutsche Sozialforum fand vom 15. – 18. Oktober 2009 in Hitzacker (Wendland) statt.

Ein viertes Sozialforum in Deutschland 2011 in Freiburg im Breisgau war zumindest 2009 noch geplant, fand aber nicht mehr statt.

Nationale Treffen in Österreich (2003 bis 2008)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ASF 29. Mai bis 1. Juni 2003 in Hallein
  • ASF 3. bis 6. Juni 2004 in Linz
  • ASF 15. bis 17. Juni 2006 in Graz
  • ASF 24. bis 26. Oktober 2008 in St. Peter / Au

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 2010 gab es in vielen deutschsprachigen Städten ein lokales Sozialforum. Bei fast allen ist die Internetpräsenz inzwischen abgeschaltet oder wird nicht mehr aktualisiert. Heute (Stand: 2. September 2019) gibt es nur noch wenige aktuelle Seiten, z. B.:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Charta der Prinzipien des Weltsozialforums auf Wikisource
  2. lr-online-nachrichten@1@2Vorlage:Toter Link/www.lr-online.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.