Internationale Situationniste, Numéro 11
 
1977

Die U.G.A.C. und das Volk

Nachdem einige Situationisten zufällig Mitgliedern einer „Union der anarchistisch-kommunistischen Gruppen“ (UGAC, Adresse: Edith Dard, BP 114, Paris X) begegnet waren, akzeptierten sie prinzipiell, später zusammen zu diskutieren, ohne zu verschweigen, dass sie eine scharfe Kritik ausüben würden. Wenn die UGAC-Thesen vorschlagen, über die erstarrte anarchistische Ideologie hinauszugehen und einen bestimmten revolutionären Beitrag des Marxismus zu berücksichtigen, führen sie jedoch praktisch zur Aussöhnung mit den schlimmsten organisierten ideologischen Überresten des Subleninismus, als ob das eine ganz neue und ziemlich unbestreitbare Linie sei. Diese Anarcho-Kommunisten sagten jedoch, dass sie selbst über die Positionen hinausgegangen wären, die sie voriges Jahr in ihrem „An die internationale anarchistische Bewegung“ gerichteten Dokument ausgedrückt hätten. Aber sicherlich in die falsche Richtung, da wir in einem ihrer uns kurz danach in die Hände gekommenen Flugblätter sehen konnten, wie die beiden folgenden Unwahrheiten mit dem darauffolgenden schwachsinnigen Argument verbunden waren: „In Jugoslawien verwalten die Arbeiterkomitees die Betriebe. In Vietnam bildet der Vietkong Volkskomitees zur Selbstverwaltung. Und warum nicht in Frankreich?“

Wir haben ihnen sofort geschrieben: „Nachdem wir dieses Flugblatt gelesen haben, können wir unmöglich mit euch zusammenkommen — das werdet ihr wohl verstehen.“ Hier der wortgetreue Inhalt ihrer Antwort (mit einem Zitat aus Arschinoffs Geschichte der Machnowtschina als Nachsatz, das vermuten lässt, dass die UGAC sich zur Zeit vorstellt, sie würde am Beginn einer neuen Oktoberrevolution teilnehmen):

Genossen, gerade nachdem ihr dieses Flugblatt gelesen habt, ist es schade, dass wir nicht zusammenkommen konnten. Gerade über die Art und Weise, von einer hellsichtigen Kritik der Gesellschaft ausgehend zu Mitteln zu gelangen, die Volksschichten auf der Ebene zu treffen, auf der sie diese Kritik verstehen können — was alles andere als Demagogie ist. Wir glauben, dass ihr das dank eures dialektischen Geistes, dessen Qualität uns etwas anderes als die üblichen aristokratischen Haltungen — und wären sie auch arrogant revolutionäre — enthalten schien, einsehen solltet.

Jeder Kommentar über diese Auffassung der „Volksschichten“ scheint uns überflüssig zu sein.

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