Heft 3-4/2001
Juli
2001

Die politische Philosophie Antonio Negris

Die politische Philosophie Antonio Negris ist nur vor dem Hintergrund der außergewöhnlich heftigen und radikalen Klassenkämpfe der 60er und 70er Jahre in Italien zu verstehen.

Die Klassenkämpfe im Italien der 60er und 70er Jahre lassen sich grob gesagt in zwei Zyklen unterscheiden, erstens die Kämpfe der Massenarbeiter in den norditalienischen Industriezentren, insbesondere bei Fiat, die bereits 1962 begannen (am 7. Juli 1962 streikten 250.000 Arbeiter in Turin und die Straßenschlachten mit der Polizei dauerten bis in die frühen Morgenstunden) um in den Jahren 1967 bis 1969 eine in Europa unvergleichliche Militanz anzunehmen, zweitens der Zyklus von 1973 bis 1977, der eine Ausweitung auf das urbane Leben, eine Erweiterung der Thematik (Kommunikationsformen, Medienprojekte z.B. Radio Alice, zunehmende Militanz und Gewalt, Radikalisierung der Politik der Roten Brigaden) und vor allem durch das Auftreten der Feministinnen gekennzeichnet war.

Wer hierzulande über Klassenkämpfe schreibt, gerät leicht in den Verdacht des Wunschdenkens. Auch wenn es jenseits der Alpen verwunderlich klingen mag, Tatsache ist, daß für Monate, ja für Jahre die Kontrolle des Managements über den Arbeitsprozeß, insbesondere bei Mirafiori (Hauptwerk von Fiat in Turin), zusammenbrach. Subjekt dieser Kämpfe war der Massenarbeiter. Die rein männliche Form ist durchaus beabsichtigt, es waren in erster Linie männliche Arbeitsmigranten aus Süditalien, die nach und nach in die Industriezonen des Nordens einwanderten, um hier unter elenden Bedingungen die Fabrik als Gefängnis zu erleben. Die Einführung des Fließbandes und neuer Fertigungsmethoden, hatte den Status der Fiat-Arbeiter gründlich verändert. „Fiat galt einmal (bis Anfang der 60er K.R.) als Ziel einer langen Arbeiter-Laufbahn, die in den kleinen Fabriken begann und hohe Löhne und einen sicheren Arbeitsplatz versprach; sozusagen als Entschädigung für intensivere und verwissenschaftliche Ausbeutung. Jetzt (1967 K.R.) ist das Gegenteil der Fall: die ankommenden Emigranten gehen sofort zu Fiat, und später kommen sie — wenn sie Glück haben — an die dezentralisierten, weniger mühseligen und besser bezahlten Arbeitsplätze.“ (Viale 1979; 84) Dieser Massenarbeiter stand völlig außerhalb der kommunistischen Tradition, die trotz aller Entfremdung in der Arbeit ein positives, gesellschaftsintegrierendes Moment erkennen will. Seine Identifikation mit dem Fabriksystem, mit seiner Arbeit, seinem Werk, mit der Rationalität des Produktionsprozesses, ein konstitutives Merkmal für den Facharbeiter, fehlte vollständig. „Der Arbeiter fühlt, daß sich in dieser grauen und lauten Werkhalle aus Metall ein Ritus vollzieht, der ihm vollständig fremd ist. Während der Arbeiter mit kommunistischer Tradition die Fabrik als einen widersprüchlichen und schrecklichen Ort, aber doch als gesellschaftlich nützlich anerkennt, der durch jahre-, jahrzehntelange Geschichten politisch gezeichnet ist, sieht der emigrierte Arbeiter nur die Absurdität, dort Stunde für Stunde zu verbringen und auf das Leben zu verzichten, auf Sonne, auf Freunde und Frauen, um Autos zu produzieren oder besser: Metallteile.“ (Balestrini, Moroni 1994; 220) Die alltäglichen Erfahrungen durchbrachen den reformistischen Zusammenhang von Steigerung der Produktivität und Steigerung des Lohnes. „Die Radikalität lies im Verlauf dieses Lohnkampfes nie nach, sie durchdrang die Arbeiterkultur, sie entfernte sie vom industriellen Fortschrittsglauben, von der sozialistischen Ethik der Arbeit, von der kulturellen Unterordnung unter das Schicksal der westlichen Zivilisation.“ (Balestrini, Moroni 1994; 230) Der Massenarbeiter respektierte keine Autoritäten und keine Regeln. Neue, wilde Formen des Streiks wurden erfunden, so die „Wilde Katze“. Auf ein vereinbartes Zeichen wurde plötzlich ohne Diskussion und Vorwarnung die Arbeit niedergelegt.

Nicht nur in den norditalienischen Industriezentren ging der Arbeiterkampf über konkrete Forderungen weit hinaus und zielte auf die Lebensbedingungen der kapitalistischen Gesellschaft, die aufkeimende 68er Bewegung ergriff auch die Schulen und Universitäten. Am 1. März 1968 kam es in Rom zur berühmten „Schlacht von Valle Giulia“ in der die StudentInnen mit äußerster Entschlossenheit den Attacken der Polizei standhielten — das Resultat war eine rasche Ausbreitung der StudentInnenproteste, die sogar vor der ehrwürdigen katholischen Kaderschmiede, der Eliteuniversität Cattolica in Mailand, nicht halt machte. In all diesen Kämpfen ging es um Grundsätzliches, um das Leben in der kapitalistischen Gesellschaft, um ihre Werte, ihre Methoden und ihre verlogene Ideologie. Auf dieser Basis kam es vor allem in Turin zum Zusammenschluß von Arbeitern und StudentInnen, wobei sich auch das soziale Sein der StudentInnen gewandelt hatte, oftmals gingen sie nebenbei einer schlecht bezahlten Arbeit nach und lebten in den grauen Vorstädten oder subproletarischen Vierteln. Aus dieser Verbindung Arbeiter - StudentInnen entstand die Gruppe Lotta Continua, mitbegründet von Guido Viale, die zum wichtigsten Gegenspieler des Operaismus wurde.

Bevor ich auf den Operaismus, die über viele Jahre theoretischen Heimat und Herkunft Antonio Negris zu sprechen komme, eine Bemerkung zur 68er Bewegung generell. Als die Bewegung 1977 in Italien zusammenbrach waren hunderte ermordete AktivistInnen zu beklagen, allein 1969 wurden über 13.000 Personen angezeigt, Tausende kamen in die Gefängnisse, (Negri wurde am 7. April 1979 verhaftet und ist de jure bis heute Gefangener des italienischen Staates), andere zerbrachen an der gescheiterten Revolte, fanden sich in der Psychiatrie wieder oder gingen an Heroin zu Grunde. Ähnliches fand unter anderen Vorzeichen in allen Ländern statt, in der die Bewegung eine gewisse Relevanz erreichte. Wer die 68er mit Personen identifiziert, die seinerzeit ein wenig Adorno zitierten um danach eine satte Kariere zu starten — dem kann ich nur zu seiner verantwortungslosen Ahnungslosigkeit gratulieren.

Der Operaismus

Der Ursprung des Operaismus liegt in der in Turin ab 1961 von Romano Alquati herausgegebenen Zeitschrift Quaderni Rossi. Obwohl sie nur in einer Auflage von ca. tausend Stück erschien, begründete sie einer der dynamischsten theoretischen Strömungen Italiens. Berühmt wurde die von Alquati und Panzieri entwickelte Methode der „Arbeiteruntersuchungen“, eine Mischung aus Befragungen, Studien und politischer Agitation bei Fiat und Olivetti. Die Arbeiter und ihre Erfahrungen waren dabei nicht passives Objekt vorgeblich wissenschaftlicher Untersuchungen, sondern es wurde ein dynamisches Wechselverhältnis zwischen Theorie und Erfahrung angestrebt. Die Ergebnisse der „conricerca“ (Arbeiteruntersuchungen, wörtlich Mituntersuchung) fanden in den politischen Agitationsschriften der Operaisten ihren Niederschlag und beeinflußten wiederum die Arbeiterkämpfe.

Sehr rasch trat in den Schriften der Operaisten die kalte, unvermittelte Negativität des kapitalistischen Produktionsprozesses in ihrer sachlichen Gestalt als große Maschinerie in den Mittelpunkt. Der partielle, oder wenn man will dialektisch fortschrittliche Charakter der wissenschaftlichen Produktionsmethoden wurde radikal bestritten. Lobte Lenin den Taylorismus noch 1918 über den grünen Klee („Man muß in Rußland das Studium des Taylorsystems, den Unterricht im Taylorsystem, seine systematische Prüfung und Anpassung in Angriff nehmen“) (Lenin, Werke Bd. 27, 249f) so erwuchs aus den Erfahrungen bei Fiat der gegenteilige Standpunkt: das wissenschaftliche Management entpuppte sich als brutale Knechtung der lebendigen Arbeit. Alquati formulierte noch etwas zurückhaltend, von der Sache her aber eindeutig: „Diese Arbeiter kritisierten so die Logik, nach der die Fertigungsgänge koordiniert, die einzelnen Operationen unterteilt und die technischen Dienste organisiert sind. Und sie kritisieren damit die Logik eines Produktionssystems, das nur funktionieren kann, wenn es jene Art von negativen gesellschaftlichen Verhältnissen verwirklicht, die die FIAT kennzeichnen.“ (Alquati 1974; 84) Diese Erfahrungen wurden rasch zum Allgemeingut der unabhängigen neuen italienischen Linken. „In den sechziger Jahren wird die Thematik des Verhältnisses Mensch/Maschine Arbeiterklasse/technologische Innovation, die sich in der Vergangenheit nie vollständig von ihrer Ambivalenz gegenüber der wissenschaftlichen Arbeitsorganisation hatte befreien können, zu den entscheidenden Themen der neuen italienischen Linken.“ (Balestrini, Moroni 1994; 87) Sehr rasch wurde die Lohnarbeit selbst zum entscheidenden Punkt der Kritik.

Wesentliches Merkmal des Operaismus ist die aktive, treibende Rolle, die er der Arbeitersubjektivität zuschreibt. Die operaistischen Theoretiker, vor allem Antonio Negri und Mario Tronti, entwickelten ihre Thesen jedoch nicht unmittelbar an Hand der lebendigen Erfahrung in den Arbeiterkämpfen, sondern abstrakt theoretisch aus einer Neuinterpretation Marxscher Schriften, insbesondere der Grundrisse. Für mich liegt hier eine Wurzel für eine gewisse Sterilität, ja eine Dogmatik ihrer Aussagen. Bis zu einem gewissen Grad stülpten sie ihre Theorien der realen Bewegung über, unterschieden nicht mehr zwischen den Besonderheiten der italienischen Situation und den üblichen Bedingungen in der westlichen Welt. Das wird besonders deutlich bei einer ihrer zentralen Aussagen. Die operaistische Theorie „macht nämlich die Bewegungen des Kapitals von der Initiative der Arbeiterklasse abhängig.“ (Tronti 1974; 244) heißt es treffend im Nachwort seines Buches. Das theoretische Szenario ist klar: Das Kapital hat seinen Feind in seinem inneren. Es ist die lebendige Arbeit, das „variable Kapital“, welches das kapitalistische Kommando immer wieder zu knechten und zu kontrollieren versucht. So interpretiert Tronti die Marxsche Aussage aus dem Kapital (MEW 25/260) „Die wahre Schranke der kapitalistischen Produktion ist das Kapital selbst“ nicht technizistisch im Sinne des tendenziellen Falls der Profitrate, oder einer Überproduktion/Unterkonsumptionstheorie, sondern schlicht als Tatsache, daß die Arbeiterklasse als variables Kapital Teil, und zwar dynamischer Teil des Kapitals selbst ist. Der Feind des Kapitals steht also im inneren. (Negri wird das paraphrasieren.) Zumindest als theoretischen Impuls halte ich diese Interpretation für wertvoll. Wer kennt nicht die Verkürzung des Krisenbegriffs auf formale Formeln, mit denen gezeigt werden soll, daß das Kapital seinen Mehrwert nicht realisieren kann oder objektivistischen Zusammenbruchstheorien a la Großmann oder Krisis-Theorie. Krise für die Operaisten bedeutet hingegen Arbeitsverweigerung, Sabotage, Ausbruch der wilden Arbeitersubjektivität. (Mit diesem Satz sind wir bei der Sprache Negris angelangt.) Das Problem ist freilich, daß die Aufkündigung jedes Kompromisses, jeder Gemeinsamkeit mit dem Kapital zwar punktuell Realität in wichtigen italienischen Großbetrieben war, jedoch von Tronti und Negri strukturell verallgemeinert wurde. „Wenn die Bedingungen des Kapitals in der Hand der Arbeiter sind, wenn es im Kapital kein aktives Leben gibt ohne lebendige Tätigkeit der Arbeitskraft, wenn das Kapital schon als Folge der produktiven Arbeit entsteht, wenn es keine kapitalistische Gesellschaft gibt ohne Vermittlung des Kapitals durch die Arbeiter, und wenn es also kein gesellschaftliches Verhältnis ohne Klassenverhältnis gibt und kein Klassenverhältnis ohne Arbeiterklasse — dann kann man zum Schluß kommen, daß die Klasse der Kapitalisten bereits als der Arbeiterklasse tatsächlich untergeordnete entsteht.“, schrieb Tronti. (Tronti 1974; 208f) Konsequent interpretiert er daher gewerkschaftliche Forderungen nach Reformen als Ausdruck des Standpunktes des Kapitals innerhalb der Arbeiterklasse. Dagegen erhebt er die Forderung nach Arbeitsverweigerung, nach der Trennung der Arbeiterklasse von sich selbst. „Trennung von sich selbst“, das heißt, die Arbeiterklasse muß gegen ihr eigenes gesellschaftliches Sein, gegen ihren Status als LohnarbeiterIn rebellieren.

Der radikale Operaismus, der sich anfänglich um die Zeitschrift Classe operaia, eine Abspaltung von den Quaderni Rossi unter Führung von Mario Tronti, organisierte, stellte jedoch keine einheitliche Strömung dar. Schematisch lassen sich Staatsoperaismus und Bewegungsoperaismus unterscheiden. Aus der These der aktiven, treibenden Rolle der ArbeiterInnenklasse konnten durchaus verschiedene Schlüsse gezogen werden. Wenn die kämpfende Arbeitersubjektivität das Kapital vor sich hertreibt, genauer immer wieder die politisch — organisatorischen Akkumulationsmodelle von Staat und Kapital unterläuft und aushebelt, warum kann sie dann nicht die KPI oder die Gewerkschaften vor sich her treiben? Tatsächlich sprachen die operaistischen Intellektuellen von der „Ausnützung der Partei durch die Arbeiter“ oder der „Ausnützung der Gewerkschaften durch die Arbeiter“. Daher kommentierte der Kritiker des Operaismus Guido Viale bissig und treffend: „So entdeckt der Operaismus auch den „Arbeitergebrauch“ (uso operaio) der Organisation (man tritt der KPI, der PSIUP und der Gewerkschaft bei); der Operaismus entdeckt weiterhin den „Arbeitergebrauch“ des Lohns und verherrlicht Konsum und Wohlstandsgesellschaft. Und er entdeckt den „Arbeitergebrauch“ des sowjetischen Staats und wird stalinistisch.“ (Viale 1979; 112f) An der Person Mario Trontis vollzieht sich die Hinwendung zum Arbeitergebrauch der KPI ad personam: Tronti tritt der KPI bei.

Der Bewegungsoperaist Antonio Negri

Negris Denken war und ist eng mit der Entwicklung des linken Widerstandes verbunden. Für eine erste Orientierung lassen sich drei Phasen seines Denkens und Handelns unterscheiden. Eine erste Periode, in der Negri als aktives Mitglied von Potere Operaio (Selbstauflösung 1973) aufs engste mit der Revolte verbunden war und die mit seiner Verhaftung 1979 endet. Dieses Jahr markiert zugleich den Niedergang der 68er Bewegung und ihrer Folgeformen. Als Parlamentskandidat der Radikalen Partei wurde Negri gewählt und mußte laut italienischem Gesetz freigelassen werden. 1983 flüchtete er nach Paris. Dort traf er auf die dominierende Postmoderne Szene, die er zwar selektiv rezipierte, sich dadurch jedoch keineswegs, wie so viele andere, vom Marxismus abwendete. Doch das Interesse an seinen Schriften — wir schreiben die 80er Jahre, die schlimmste Zeit für die europäische Linke nach 1945 — sank rapide. 1997 kehrte er freiwillig nach Italien zurück. Nun könnte man eine dritte Phase ansetzen, die ihm vor allem als Co-Autor des Empire, vor dem Hintergrund eines erneuten Aufflackerns der marxistischen Theoriebildung, eine erneute und verstärkte Aufmerksamkeit beschert.

In seiner ersten Phase, mit der wir hier beginnen wollen, radikalisiert Negri die Thesen des Operaismus. Ähnlich wie Tronti knüpft er vor allem an den Grundrissen an, die er in eigenwilliger Art interpretiert. Auf den Punkt gebracht: Jenen Aussagen von Marx, die im traditionellen Verständnis als Antizipation einer zukünftigen, möglichen Entwicklung interpretiert werden, schreibt Negri unmittelbare Aktualität zu. Im „Kapitel vom Geld“ stellt Marx summarisch die Bedingungen der kapitalistischen und sozialistischen Produktionsweise gegenüber. „Im ersten Falle“, so Marx, findet die Vermittlung der unabhängigen Produzenten durch den „Austausch der Waren, den Tauschwert, das Geld“ statt. „Im zweiten Falle ist die Voraussetzung selbst vermittelt; d.h. eine gemeinschaftliche Produktion, die Gemeinschaftlichkeit als Grundlage der Produktion, ist vorausgesetzt. Die Arbeit des Einzelnen ist von vornherein als gesellschaftliche Arbeit gesetzt. Welches daher auch immer die besondre materielle Gestalt des Produkts sei, das er schafft oder schaffen hilft, — was er mit seiner Arbeit gekauft hat, ist nicht ein bestimmtes Produkt, sondern ein bestimmter Anteil an der gemeinschaftlichen Produktion.“ (MARX 1953; 88) Negri interpretiert diese Stelle nun nicht wie üblich als Vorgriff auf den Sozialismus, sondern als reale Tendenz des postfordistischen Kapitalismus. Durch die Entwicklung der Produktivkräfte sei die gesamte Gesellschaft ein einziger, großer Produktionszusammenhang geworden. Oder anders gesagt: Die Produktion des Reichtums ist nicht mehr lokalisierbar. „Der gesellschaftliche Charakter der Produktion macht das Produkt von vornherein zu einem allgemeinen, gesellschaftlichen.“ (Negri 1973; 25) Diese von Negri postulierte aktuelle unmittelbare Vergesellschaftung der Produktion korrespondiert mit seiner These vom Zusammenbruch der Vermittlung. Zwischen der produktiven Arbeiterklasse und dem toten Kapital existiert keine dialektische Dynamik mehr, das Endstadium ist erreicht. „Hegel hat uns also nichts mehr zu lehren.“ (Negri 1979; 9) Ende der Vermittlung heißt Ende der vermittelnden Funktion von Wert und Geld, direkter, blanker Antagonismus zwischen Arbeiterklasse und Kapital. Das Verhältnis der Klassen ist kein Wertverhältnis mehr, sondern ein unmittelbares Machtverhältnis, Arbeitersubjektivität hier, Kommando und Hierarchie dort. Als Argument, falls man bei Negri überhaupt von Argument sprechen kann, eher sind wir mit einem wilden, leidenschaftlichen Postulieren konfrontiert, dient der von Marx konstatierte Zusammenhang von Produktivkraftentwicklung und Zusammenbruch der Wertproduktion. Ich zitiere einen Abschnitt aus der berühmten Stelle in den Grundrissen: „In dem Maße aber, wie die große Industrie sich entwickelt, wird die Schöpfung des wirklichen Reichtums abhängig weniger von der Arbeitszeit und dem Quantum angewandter Arbeit, als von der Macht der Agentien, die während der Arbeitszeit in Bewegung gesetzt werden und die selbst wieder — deren powerful effectiveness — selbst wieder in keinem Verhältnis steht zur unmittelbaren Arbeitszeit, die ihre Produktion kostet, sondern vielmehr abhängt vom allgemeinen Stand der Wissenschaft und dem Fortschritt der Technologie, oder der Anwendung dieser Wissenschaft auf die Produktion.“ (MARX 1953; 592) Wenn diese Tendenz real ist — und für Negri ist sie es im höchsten Maße — dann ist die Unterscheidung zwischen mehrwertproduzierender und notwendiger, zwischen produktiver und nichtproduktiver Arbeit hinfällig. Die Produktion des Werts kann nicht mehr lokalisiert werden. „Arbeiten bedeutet bereits unmittelbare Beteiligung an der Welt des Reichtums“ (Negri 1973; 29) In der ersten Phase der kapitalistischen Produktion, die unser Autor um 1929 (Vergl. Negri 1973; 25) enden läßt, existierte noch ein Zusammenhang zwischen dem Arbeitslohn, Einzelkapital und dem produzierten Mehrwert. Dieses Verhältnis wird schrittweise aufgehoben. Negri interpretiert das geschichtliche Verhältnis zwischen Arbeit und Kapital in einem drei Stufen Schema: „So wie in der Zeit der II. Internationale der spezifische Antagonismus derjenige zwischen der Arbeiterkontrolle über den Produktionsprozeß und dem kapitalistischen Besitz an der Produktionsweise war, so wie in der Periode zwischen den beiden Kriegen und bis in die sechziger Jahre hinein der spezifische Antagonismus der zwischen der Vermassung der Arbeitskraft und der bestimmten Proportion ihrer dynamischen Kontrolle im Plan des Kapitals war — nämlich der Widerspruch des Lohns — so ist heute der spezifische Antagonismus derjenige zwischen der Konstituierung der gesamten Arbeiterklasse als politischer Individualität einerseits und der Fabrikform der kapitalistischen Herrschaft andererseits, zwischen dem kommunistischen Willen der Massen und dem Unternehmerkommando.“ (Negri 1973; 38f)

Man muß begreifen, daß die Thesen vom Zusammenbruch der Vermittlung und dem äußerlichen, nichtdialektischem Gegensatz von lebendiger Arbeit und totem Kapital für Negri absolut zentral sind. Sie stellen jene Achse dar, um die sich seine politische Philosophie dreht. Hier finden wir ungebrochene Kontinuität. So lesen wir in der Arbeit des Dionysos: „Den Entwicklungen zufolge, die wir in der gegenwärtigen Gesellschaft wahrnehmen, neigt die produktive Arbeit dazu, gesellschaftlich vollständig immanente Bedeutungsdimensionen zu entwickeln, unabhängig von jeglichem Zwang zur Kooperation, der außerhalb ihrer selbst läge. (...) Das aus seiner traditionellen Rolle als Dirigent der produktiven Kooperation verdrängte Kapital tendiert dazu, die Form eines räuberischen Apparats anzunehmen.“ (Negri 1997; 174) Sicher, eine gewisse Akzentverschiebung ist verglichen mit seinen früheren Arbeiten deutlich. An die Stelle der kämpfenden Arbeiterklasse tritt eine objektivistisch gedeutete geschichtsmächtige Tendenz, doch das Resultat ist das selbe: Lebendige Arbeit und kapitalistisches Kommando haben nichts mehr gemeinsam.

In seinen frühen Schriften geht Negri vom realen Kampf der Arbeitersubjektivität aus. Wir kennen bereits das Grunddogma des Operaismus: Die Arbeiterklasse trieb und treibt das Kapital vor sich her. „Hier, in den vermaßten Kämpfen des Massenarbeiters, hat sich die Arbeit vom Wert der Arbeit unabhängig gemacht.“ (Negri 1973; 32) Diese Tendenz gilt es zu radikalisieren und zu vollenden. Negri, zumindest der Negri der 70er Jahre, geht davon aus, daß das Unternehmen, die wilde Arbeitersubjektivität, die lebendige Arbeit durch die Manöver des Plan-Staates zu zähmen und niederzuhalten, notwendig scheitern muß. Allerdings hat dieses Scheitern ein klares Resultat: Die Herrschaft des Kapitals kann also nicht mehr über die Wertproduktion in der Fabrik selbst hergestellt werden, sie schlägt in ein unmittelbares, eben nicht vermitteltes Herrschaftsverhältnis um. Ebenso wie die Arbeitersubjektivität löst sie sich von der „organischen Zusammensetzung des Kapitals“ (Negri 1973; 30), also gewissermaßen von sich selbst. „Das Unternehmen, das der Staat mit der Totalität betreibt (d.h. die Ausübung von Macht und Kontrolle über die Produktion des gesellschaftlichen Reichtums K.R.) ist rein negativ, in Bezug auf Bedeutungsinhalte.“ (Negri 1979; 25)

Diese Wendung ermöglicht es Negri bereits 1979 explizit an Foucault anzuknüpfen, der Macht nicht nochmals auf ein bestimmtes Interesse, ein Kalkül eines Subjekts, auf Bedürfnisse bezieht, sondern aus sich selbst erklärt. Anders gesagt, für Foucault ist Macht nicht ein Mittel eines individuellen oder kollektiven Subjekts, sondern sich selbst setzender Mechanismus. Hier trifft sich Negri mit Foucault; der Staat verfügt laut Negri über kein historisches Projekt, über kein Ziel, er ist reine Negativität gegenüber der Arbeitersubjektivität. „Tatsächlich beseitigt die postmoderne Totalisierung der Macht, wie wir gesehen haben, jede Möglichkeit einer Dialektik.“ (Negri Anmerkungen über die Entwicklung des Denkens beim späten Althusser In: Episteme, online-magazin für eine Philosophie der Praxis, http://www.episteme.de/Negri.html)

Der rein negativen Macht von Staat und Kapital steht die rebellierende Arbeitersubjektivität gegenüber. In Bezug auf den Feind (und Negri beharrt auf der unversöhnlichen Feindschaft) ist das Unternehmen der ArbeiterInnenklasse negativ, destruierend, zerstörend. Die Achse der Kämpfe muß die Arbeitsverweigerung sein. „Wirklich erweist sich heute wie noch nie die Arbeitsverweigerung auf der Ebene der Klassenzusammensetzung, so wie sie uns heute gegeben ist, als derartig zentral, als Kristallisationspunkt des kommunistischen Programms. In objektiver und subjektiver Hinsicht.“ (Negri 1979; 81) Nicht ohne Ironie möchte ich hier darauf hinweisen, daß jene mit großer Emphase vorgetragene „Kritik der Arbeit“ von gewissen Kreisen der deutschen Linken bereits vor zwanzig Jahren in Italien nicht nur theoretisch postuliert, sondern auch praktisch real war ...

Negri ging also in den 70er Jahren davon aus, daß die Revolte im Bereich der Möglichkeit lag, ein Irrtum, den er mit mehreren Jahren Gefängnis bezahlte. Ich will mich jedoch nicht auf Spekulationen über Negris angebliche oder tatsächliche Beteiligung an den Roten Brigaden einlassen — dazu fehlen mir alle Informationen, aber vor allem auch jede Motivation — sondern auf einen Punkt möglicher Kritik eingehen, der sich aus dem bisher Geschriebenen fast zwangsläufig ergibt. Es scheint so, als ob unser Kämpfer und Autor keine Logik, keine Moral des proletarischen Kampfes formulieren könnte. Sätze wie „Ein lebendiges Tier, wild gegen seine Feinde, ungezügelt in der Betrachtung von sich selbst, seiner Leidenschaften — so möchten wir uns die Konstitution der kommunistischen Diktatur vorstellen“ (Negri 1979; 97) lassen sich durchaus im Sinne einer grenzen- und schrankenlosen Selbstermächtigung lesen. Ist die Selbstkonstitution der ArbeiterInnensubjektivität ein gesetzloser, wilder Prozeß, oder verschärft gefragt, stellt Negri einen Freibrief für zügellosen Terror und Gewalt aus? Eine Antwort auf diese Fragen finden wir in seiner Gefängnisarbeit:

Die wilde Anomalie: Spinozas Entwurf einer freien Gesellschaft

Eine Wurzel für die Originalität des Negrischen Denkens liegt zweifellos in seinem Anknüpfen an Spinoza. Die Geschichte der Marxistischen Theorie kennt viele Verbindungen zu anderen Ansätzen, denken wir etwa an die überstrapazierte Achse Hegel — Marx, an die exixtenzialontologische Interpretation des frühen Marcuse, an Bezüge zu Max Weber, den Kantianismus Otto Bauers, an die glücklose Ehe mit dem Poststrukturalismus usw. Negri stellt diesen Genealogien, „der normativen Linie (...) eine konstituierende, libertäre und produktive Linie“ (Negri 1997; 173) gegenüber. An die Stelle von Hegel - Marx tritt die Tradition Machiavelli - Spinoza - Marx. Spinoza ist nun für Negri jener Autor, der aus einem frühbürgerlichen, liberalen Kontext des Hollands des 17. Jahrhunderts heraus eine Philosophie der Zukunft, das heißt eine Philosophie der Logik des revolutionären Prozesses der Arbeiterklasse entwickelt. Oder in Negris Worten: „Hier ist eine Phänomenologie der kollektiven Praxis am Werk.“ (Negri 1982; 170) Es ist eine Praxis, welche die Negativität des Kapitals weit hinter sich gelassen hat — eine Philosophie der Zukunft eben. Natürlich schwebt Spinozas Philosophie nicht in der Luft, sie ist eingebettet in die philosophischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklungen seiner Zeit. Aber, so Negri, im Gegensatz vor allem zu Hegel, dringt Spinoza in eine Dimension vor, in der die unmittelbare Vergesellschaftung freier Individuen, auf der Basis der Aneignung und Selbstkonstitution, gedacht wird. Der Gegensatz zu Hegel könnte nicht deutlicher sein: „Die Zurückweisung gerade des Gedankens der Vermittlung ist eine Grundlage des Spinozianischen Denkens“ (Negri 1982; 161) Negri findet bei Spinoza eine Philosophie der nichtdialektischen Entwicklung des revolutionären Subjekts. „Die Metaphysik Spinozas stellt in der Tat eine ausdrückliche Erklärung dar, daß die Entwicklung der Produktivkräfte nicht auf irgendwelche Ordnung reduziert werden kann.“ (Negri 1982; 159f) Indem sich das Proletariat seine eigene Produktivkraft aneignet, ist es nicht gezwungen, die vermittelnde Instanz, den Staat zu „erobern“ oder neu zu definieren, im Gegenteil. Das konnten wir in der Sabotage lesen, und Negri findet bei Spinoza seinen Kronzeugen für die Konzeption, daß Sabotage und Aneignung eine Logik jenseits von Staat und Kapital erfordern. Seinen Kronzeugen allerdings unter der Voraussetzung, daß Staat und Kapital undialektisch negiert sind; sie sind Störfaktoren gewiß, mächtige Störfaktoren, aber doch nichts mehr.

Da es unmöglich ist, auf so knappem Raum eine Einführung in das Denken Spinozas zu geben, möchte ich nur einige Elemente nennen, Elemente, die für Negri besonders attraktiv erscheinen. In der Spinozistischen Ontologie existieren keine Abstufungen, keine Hierarchien, keine höheren und niedrigeren Seinsweisen. Spinozas Philosophie kennt nicht das Böse und das Gute, sondern nur verschiedene Grade des Mangels und der Vervollkommnung. Das von ihm in strenger Kausalität gedachte Sein schließt jede Transzendenz aus. Gott ist die Welt und die Welt ist Gott, hier ist ein radikaler Pantheismus am Werk, der Spinoza nicht zu Unrecht den Vorwurf des Atheismus eingetragen hat. Es existiert auch kein ontologischen Vorrang des Denkens, des Geistes über die Körper, über das Materielle. „Die Ordnung und Verknüpfung der Ideen ist dieselbe wie die Ordnung und Verknüpfung der Dinge“ (Spinoza, Ethik, Buch II, Lehrsatz 7) Denken und Körper stehen in strenger Parallelität zueinander. Insofern kann die Spinozistische Philosophie durchaus als materialistisch bezeichnet werden. Das Sein ist aber auch unendliche Produktivität: „Aus der Notwendigkeit der göttlichen Natur muß Unendliches auf unendliche Weisen folgen.“ (Spinoza, Ethik, Buch I, Lehrsatz 16) Aus Mangel an Erkenntnis und aus Mangel an Sein, wobei, und das möchte ich nochmals betonen, Denken und Sein sich nicht dialektisch oder wiederspiegelnd zueinander verhalten, sondern in strenger Parallelität gedacht werden, geraten die Subjekte in Konflikt zueinander. Wir kennen die Affekte des Mangels: Neid, Mißgunst, Haß usw. Oder, wie Negri nicht müde wird zu betonen, das Denken Spinozas berührt den „Horizont des Krieges“. Um diese These praktisch politisch zu wenden: auch die revolutionäre Subjektivität ist nicht frei von massiven Konflikten. Zugleich eröffnet sich auch die Möglichkeit der Übereinstimmung. Aus der Überwindung des Mangels (an Denken und an Sein) ergibt sich die Möglichkeit einer nicht antagonistischen Kollektivität. Negri zitiert triumphierend Spinozas 7. Definition des II. Buches der Ethik: „Wenn mehrere Individuen in einer Tätigkeit so zusammenwirken, daß sie alle zugleich die Ursache einer Wirkung sind, so betrachte ich sie insofern als ein Einzelding.“ Wir wissen, an welche „Tätigkeit“ Negri denkt, an den Prozeß der proletarischen Revolte, jenseits von Staat und Kapital.

Wir können nun auch besser verstehen, was Negri mit „multitudo“, ein Terminus Spinozas, meint. Dieser Begriff, der auch in seinen jüngsten Schriften immer wieder an zentraler Stelle auftaucht, meint also die sich selbst konstituierende Kollektivität im Sinne der Spinozistischen Philosophie. Negri: „Es ist ein kollektiver und materialistischer Horizont: er wendet sich an die Individualität, weder als Prinzip noch als Wert, sondern einfach als Element der Seins-Struktur, das sich beständig durch die Gesellschaftlichkeit entfaltet.“ (Negri 1982; 173) Der Begriff „Multitudo“ markiert also die Alternative zum Rousseauschen „Gesellschaftsvertrag“, zum „Krieg aller gegen alle“ von Hobbes und vor allem zur „Vermittlung“ Hegels.

Die gegenwärtige Phase

Ich möchte die gegenwärtige Position Negris vor allem am sehr dicht geschriebenen Werk Die Arbeit des Dionysos explizieren. Vorweg eine kritische Bemerkung meinerseits: Wo ich nur erste Ansätze von gesellschaftlichen Entwicklungen erkennen kann, sieht Negri bereits massive Tendenzen, wo ich von Tendenzen sprechen würde, geht er bereits von vollzogenen Tatsachen aus. Ich möchte also empfehlen, die Thesen Negris unter dieser Reduktion des Geltungsanspruchs zu lesen.

In den letzten Arbeiten verschiebt sich der Ton etwas, die Grundthese, die Scheidung der Produktivkraft der lebendigen Arbeit von Staat und Kapital wird etwas objektivistischer vorgetragen, im Kern wird sie jedoch keineswegs aufgegeben, sondern im Gegenteil, differenzierter vorgetragen. Versuchen wir, einige Grundgedanken darzustellen: In der postfordistischen Gesellschaft scheint die lebendige, produktive Arbeit verschwunden, oder zumindest in ihrer gesellschaftlichen Bedeutung massiv gesunken zu sein. Damit korrespondiert der Umstand, daß die produktive ArbeiterIn sowohl innerhalb wie außerhalb des Marxistischen Diskurses zunehmend an Bedeutung verliert und kaum noch als Bezugspunkt für gesellschaftstheoretische Überlegungen fungiert. Die Zirkulation wird zum bevorzugten Terrain der Theorie; Negri expliziert dies sehr differenziert an der Gerechtigkeitstheorie John Rawls, in der die Verteilungsgerechtigkeit die Frage der Produktion vollständig überschreibt. Der Befund des Verschwindens (oder zumindest des Zurückweichens) der produktiven Arbeit ist nun keineswegs nur Ideologie, Produkt eines boshaften Antimarxismus, sondern reflektiert unbegriffen eine tatsächliche gesellschaftliche Entwicklung. Die Fabrik ist deshalb „verschwunden“, weil die Gesellschaft selbst zur Fabrik geworden ist. Anders gesagt: die produktive Arbeit ist überall und daher auch nirgends. Ihr Exodus aus der Fabrik ist mit der Veränderung ihres Charakters verbunden: „Mit anderen Worten, lebendige Arbeit manifestiert sich heute vor allem als abstrakte und immaterielle Arbeit (unter dem Aspekt der Qualität), als komplexe und kooperative Arbeit (unter dem Aspekt der Quantität) und als intellektuelle und wissenschaftliche Arbeit (unter dem Aspekt der Form).“ (Negri/Hardt, 1997; 143) Wenn nun Negri davon spricht, daß die Arbeit in den Händen der „Multitude“ (= die historisch neue Form des Proletariats) liegt, so bedeutet das keineswegs, daß sie außerhalb des Kapitals, jenseits des Werts, stünde. Der Punkt ist vielmehr folgender: Im Postfordismus kontrolliert und kommandiert Kapital und Staat Arbeitsformen, die sie selbst nicht hervorgebracht haben, und nicht mehr hervorbringen können. „Wir können allgemein schließen, daß sich die lebendige Arbeit innerhalb des kapitalistischen Unternehmens unabhängig vom kapitalistischen Kommando organisiert; nur nachträglich und formal wird diese Kooperation einem Kommando unterstellt.“ (Negri/Hardt, 1997; 142) Diese neue gesellschaftliche Form der Arbeit ist „unumkehrbar“, politische Projekte, die auf Verstaatlichung oder Vollbeschäftigung (ein Begriff, der nur im Fordismus Sinn machte) setzen, sind im wahrsten Sinne des Wortes re-aktionär. Während in der Phase des Facharbeiters und des fordistischen Massenarbeiters Entwicklung von Arbeitsformen, Entwicklung der Produktivität der Arbeit und Disziplinierung des Proletariats Momente eines einheitlichen Prozesses darstellten, entgleitet dem Kapital gerade durch die Vollendung der realen Subsumtion die Organisation und Entwicklung der produktiven Potenzen der Arbeit; es kann und muß die Arbeit „von außen“ einer parasitären Kontrolle unterwerfen. Die Gesellschaft hat sich von der „Disziplinargesellschaft“ zur „Kontrollgesellschaft“ entwickelt. Mit diesen letzten beiden Termini knüpft Negri an einige Elemente des postmodernen Diskurses an. „Das Kapital verwandelt sich in eine bloße Maschinerie des Raubes, ein Phantasma, einen Fetisch. Um es herum bewegen sich radikal autonome Prozesse der Selbstverwertung, Grundlagen einer möglichen alternativen Entwicklung und einer neuen Konstitution.“ (Negri/Hardt, 1997; 145f)

Negri erneuert nicht nur die Theorie des revolutionären Subjekts. „Dieses Subjekt ist ein arbeitendes, ein kreatives, produktives und affirmierendes Subjekt.“ (Negri/Hardt 1997; 174) Durch den Begriff der „Multitude“ erhält auch der klassisch Marxistische Primat der Arbeit eine neue und erstaunliche Wendung. Paradigmatisch schlägt uns Negri den Wechsel von der anthropologischen auf die ontologische Ebene vor. Nicht unter dem Blickwinkel der „Menschwerdung des Affen“ (Engels) ist produktive Arbeit zu thematisieren, sondern Spinozistisch als Vermögen der demokratischen Selbstorganisation und Selbstkonstitution des revolutionären Subjekts. In Weiterführung seiner früheren Thesen, insbesondere jene der Sabotage, verstärkt Negri einen Gedanken, der, wie so vieles, hier nur angedeutet werden kann: Die Selbstkonstitution der Multitude ist nicht repräsentierbar. „Der Exodus der Multitude aus den Begrenzungen der staatlichen Ordnung ist der Marsch einer unrepräsentierbaren Gemeinschaft.“ (Negri/Hardt 1997; 159) Nicht repräsentierbar! Diese Aussage wird sofort um vieles klarer, wenn wir uns auf die Analyse der Konfrontation zwischen Multitude und Staat/Kapital einlassen. Es stellt sich die Frage, welchen politischen Ausdruck die tatsächliche Scheidung zwischen der lebendigen Arbeit und dem Kapital angenommen hat und annehmen muß.

Negri geht völlig korrekt davon aus, daß der postfordistische Staat massiv alle Formen des Korporatismus systematisch schwächt und zu zerstören sucht. Die politische Einflußnahme von Gewerkschaften, Kammern, Verbände aber auch Parteien wird zielstrebig zerstört. Die Organe des fordistisch, keynesianistischen Kompromisses, auch wenn sie formal weiter bestehen, verlieren ihren Status als Artikulationsforen gesellschaftlicher Bedürfnisse und antagonistischer Interessen. „Die beiden Systeme, die der entwickelte kapitalistische Staat zur Organisation popularer Repräsentation bereithielt, das Parteien-System und das korporative System, sind ausgelöscht worden.“ (Negri/Hardt 1997; 133) (Im Sinne des Eingangs formulierten Vorbehaltes kann Negri insofern zugestimmt werden, als er damit trefflich das politische Kalkül von Thatcher, Reagan, Busch, Berlusconi bis hin zu den österreichischen Schmalspurprotagonisten auf den Punkt bringt.) Das politische System des Postfordismus depotenziert alle Varianten der politischen und gesellschaftlichen Vermittlung. Wieder anknüpfend an frühere Thesen will Negri zeigen, daß Zivilgesellschaft keine reale Bedeutung mehr besitzt, sondern von System nur noch simuliert wird. Hier eröffnet er eine Polemik gegen alle Varianten des Neo-Gramscianismus. „Der Staat der realen Subsumtion hat kein Interesse an Vermittlung, sondern an Separation, daher verlieren die Institutionen der zivilen Gesellschaft als Orte der gesellschaftlichen Dialektik ihre Bedeutung.“ (Negri/Hardt 1997; 117) Solange die Herrschaft des Kapitals noch nicht vollendet, solange die Subsumtion der lebendigen Arbeit unter das Kapital noch vorwiegend formell und noch nicht real war, kam der korporatistischen Politik oder wenn man will der Zivilgesellschaft tatsächlich reale Bedeutung zu. Doch die Phase der Kompromisse und Reformen ist jedoch endgültig historisch-gesellschaftlich überholt. Die Zivilgesellschaft wird zum „Simulakrum“.

Wir können nun versuchen, die oben angesprochene Frage zu beantworten. In einem gewissen Sinne findet der nicht dialektische Gegensatz zwischen Staat/Kapital und lebendiger, sich selbst organisierender Arbeit überhaupt keinen politischen Ausdruck. In einem gewissen Sinne — das heißt, daß die Multitude weder als Teil der Zivilgesellschaft, noch als Gesprächspartner, Kontrahent des Kapitals, oder gar als Element der politischen Öffentlichkeit Ausdruck finden kann. Als historisches Beispiel für diese nicht repräsentierbare Aktivität der Multitude nennt er den Zusammenbruch des sogenannten Realen Sozialismus durch die Aktivität dieses historisch neuen Subjekts. „Eine Bewegung der Massenkooperation organisierte sich in der Traditionslosigkeit durch die Entscheidung zum Exodus, durch eine praktische Klandestinität der Befreiung. Abzug, Flucht und Verweigerung brachten die Berliner Mauer zu Fall.“ (Negri/Hardt 1997; 129) Die These der Nichtrepräsentierbarkeit schließt also weit mehr ein, als die Ablehnung des repräsentativen Parlamentarismus. (In diesem Punkt existieren zahlreiche Überscheidungen zur Theorie von Cornelius Castoriadis.) Erneut sind wir auf das Feld der Spinozistischen Ontologie verwiesen. Es geht um die reale, tatsächlich existierende gesellschaftliche Selbstorganisation, um die Entwicklung der subjektiven „potentia“ (Vermögen) der Multitude, um die „konstituierende Praxis der Multitude“, die im Gegensatz zur „potestas“ (hier: Willkürherrschaft) des Staates steht. Diese Selbstkonstitution ist weder delegierbar noch repräsentierbar.

Negri und wir

Abschließend möchte ich nochmals betonen, daß in dieser sehr, sehr knappen Skizze der Negrischen Philosophie zahlreiche Punkte überhaupt nicht angesprochen wurden. Etwa die Frage der revolutionären Partei, die im Operaismus immer ein Schattendasein führte (zumeist als kaum ausgewiesener Tribut an den Leninismus) um schließlich völlig von der Bildfläche zu verschwinden. Auch Negris sehr interessante Gegenüberstellung von realer Praxis und den folgenlosen Zwillingen der symbolischen Aktion (gewaltloser Widerstand vs. Terrorismus) kam nicht zur Sprache. Ebensowenig die Bedeutung, die Negri dem „Kampf um die öffentlichen Ausgaben“ (Negri 1979; 45) zuschreibt. Auch wenn es manche Dogmatiker auf die Palme bringen wird: Die Forderung nach dem garantierten Grundeinkommen ist durchaus mit Negris Denken kompatibel. Negris Empire konnte ebenfalls in diesen Artikel nicht eingearbeitet werden.

Auf die Schwäche Negris, gesellschaftliche Tendenzen oftmals als vollendet darzustellen, wurde bereits hingewiesen. Eine zweite Ebene der Kritik ergibt sich aus der Perspektive Guido Viales. Negri läßt die reale Bewegung oftmals kaum zur Sprache kommen, sondern überzieht sie rasch mit dem Netz seiner Interpretation. Die Stärke seines Denkens aber wurzelt in seiner (zumindest immer versuchten) Methode, in der realen gesellschaftlichen Entwicklung die Potentiale einer neuen Gesellschaft zu erkennen. Die These Marxens: „Es genügt nicht, daß der Gedanke zur Verwirklichung drängt, die Wirklichkeit muß sich selbst zum Gedanken drängen.“ (MEW 1/ 386) war und ist das Motto der Negrischen Untersuchungen. An diesem Punkt stellt uns Negri implizit und indirekt vor eine Entscheidung. (Implizit, weil die Frage für Negri immer schon entschieden ist.) Entweder wir vermeinen in der realen gesellschaftlichen Entwicklung Elemente einer neuen Gesellschaft zu erkennen. Dann ist uns Negri, ebenso wie Marx oder Marcuse ein fiktiver oder (wie im Fall Negris) ein potentiell realer Gesprächspartner. Wir können darüber diskutieren und streiten, wann wo und in welchem Ausmaß die „Wirklichkeit zum Gedanken drängt“. Wir können versuchen, die Fallen unseres Wunschdenkens zu umgehen, aber wir müssen auch versuchen, das Widerständige in all seiner Widersprüchlichkeit zu erkennen. Das heißt praktisch: wir können uns als Subjekte der Revolte begreifen. Oder wir folgen Adornos und Horkheimers Spuren und wissen a priori vom totalitären Verdinglichungszusammenhang des abstrakten Werts. Wir wissen, daß die Wirklichkeit sich nicht zum Gedanken drängt, sondern ihn bestenfalls ver-drängt. Dann bleibt uns nur die Perspektive des Wissenden unter den Unwissenden, es verbleibt uns nur die Perspektive einer weltlosen Existenz. Praktisch gewendet: nicht die soziale Umwälzung, sondern Adornos gesellschaftliche Identität ist das Ziel und Ideal unseres Handelns. Daß uns Negri brutal vor diese Alternative stellt, stellt den genuin marxistischen Kern seiner politischen Philosophie dar. Darin liegt seine wirkliche Stärke.

Literatur

  • Alquati, Romano, 1974, Klassenanalyse und Klassenkampf. Arbeiteruntersuchungen bei FIAT und OLIVETTI, Frankfurt am Main
  • Autonomie, Materialien gegen die Fabrikgesellschaft, 9/1982 Neue Folge Nr. 9, Fabrik und neue Klassenzusammensetzung. Das Beispiel FIAT 1974 - 1981 (Hamburg)
  • Balestrini, Nanni; Moroni, Primo, 1994, (italienisch 1988) Die goldene Horde. Arbeiterautonomie, Jugendrevolte und bewaffneter Kampf in Italien, Berlin
  • Marx, Karl: 1953, Grundrisse der politischen Ökonomie (Rohentwurf) 1857-1850 Fotomechanischer Nachdruck der Ausgabe Moskau 1939-41. Berlin (DDR)
  • Negri, Antonio,
    • 1973, (italienisch 1971) Krise des Plan-Staats, Kommunismus und revolutionäre Organisation, Berlin
    • 1977, (italienisch 1974) Staat in der Krise, Berlin
    • 1979, Sabotage, München
    • 1982, Die wilde Anomalie. Spinozas Entwurf einer freien Gesellschaft, Berlin
    • 1997, (gemeinsam mit Michael Hardt) Die Arbeit des Dionysos. Materialistische Staatskritik in der Postmoderne, Berlin
    • 1998, (gemeinsam mit Maurizio Lazzarato und PaoloVirno) Umherschweifende Produzenten. Immaterielle Arbeit und Subversion Berlin
  • Rieland, Wolfgang, 1977, Organisation und Autonomie. Die Erneuerung der italienischen Arbeiterbewegung, Frankfurt am Main
  • Tronti, Mario, 1974, (italienisch 1966) Arbeiter und Kapital, Frankfurt am Main
  • Viale, Guido, 1979, Die Träume liegen wieder auf der Straße
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