Grundrisse, Nummer 3
September
2002

Die Grundstruktur des Marxismus und die Entwicklung der Umweltphilosophie in Japan

Ich möchte in dieser Arbeit zuerst kurz die Situation der japanischen Linken vorstellen und dann die Frage nach dem Kern des Grundcharakters des Marxismus stellen. Danach möchte ich die Theorie des Marxismus im Zusammenhang mit ökologischer Problematik erläutern, wobei die Diskussion in Japan zu diesem Thema vorgestellt wird. Ökologische Probleme bedrohen bekanntermaßen die Zukunft der Menschheit und dürfen daher auch theoretisch nicht vernachlässigt werden.

1. Was sollen wir nach dem Zusammenbruch des realen Sozialismus bedenken?

Nach dem Zusammenbruch des realen Sozialismus stellen sich uns viele offene Fragen, wenn wir die Möglichkeiten des Sozialismus (Kommunismus) sowie auch des Marxismus erneut bedenken wollen. Ich glaube, dass man nicht nur den Inhalt des Marxismus selbst überdenken, sondern auch das Verhältnis zwischen Sozialismus und Marxismus als solches rekonstruieren sollte. Es gibt natürlich einen engen Zusammenhang zwischen Sozialismus und Marxismus, wie Marx, Engels, Lenin etc. zu recht betonten. Wenn man sich aber die Situation der Staatsphilosophie des Marxismus‑Leninismus in der ehemaligen SU, DDR usw. vergegenwärtigt, so muss man den Zusammenhang zwischen beiden von einem zivilgesellschaftlichen Standpunkt aus trennen oder zumindest lockern. Der Marxismus könnte auf diese Weise als Gegenstand der akademischen Forschung wieder an Bedeutung gewinnen.

  1. Die kritisch akademische Rekonstruktion der Inhalte des Marxismus und seine Weiterentwicklung
  2. Eine kritische Rekonstruktion des Verhältnisses zwischen Sozialismus (Kommunismus) und Marxismus

Nicht nur nach dem Zusammenbruch, sondern auch schon vor 1990, hatten wir, die japanische Linke, in der höchst entwickelten kapitalistischen Gesellschaft Japans eigentümliche Schwierigkeiten, die zum Teil aus alter asiatischer Tradition stammen. Dennoch erhielt die Japanische Kommunistische Partei eine gewisse Zustimmung ­ ungefähr l0% bei den allgemeinen Wahlen und drei Millionen Menschen lesen ihre Zeitung „Akahata“ (Rote Fahne) regelmäßig. Weil der Einfluss der ehemaligen Sozialistischen Partei Japan, die sich eben gespalten hat, stark zurückgegangen ist, ist auch der politische Einfluss der Linken im Ganzen sicher schwächer geworden. Die Macht des Neoliberalismus im Anschluss an die Bewegung des Konservatismus (Japanismus) übt hingegen einen großen Einfluss sogar unter langandauernder ökonomischer Depression aus. Junichirou Koizumi, jetziger Premierminister der Liberalen Demokratischen Partei, plant den Umbau des Sozialsystems im Sinne des Neoliberalismus und der Globalisierung bzw. Amerikanisierung der Ökonomie, selbstredend auf dem Rücken der Bevölkerung.

Ich möchte nun die Situation der japanischen akademischen Linken kurz vorstellen. Wir hielten im November 2001 in Tokio das Symposium „10 Jahre nach dem Zusammenbruch der SU. Nachdenken über die Möglichkeit des Sozialismus“ ab, an dem über 100 Leute teilgenommen haben. Vier linke akademische Organisationen nahmen daran teil: Alta‑Forum Q, Ashikabi Gruppe, Gesellschaft der Sozialistischen Theorie und Gesellschaft des Materialismus Tokio, die alle auch eine eigene Zeitschrift herausgeben. Das Symposium war in drei Sektionen unterteilt, neun Referate wurden gehalten. Der Schlussvortrag lautete „Was der Sozialismus im 20. Jahrhundert nicht überwand“. Um die Thematik bekannt zu machen, möchte ich kurz die Themen der Referate sowie die Namen der Referenten vorstellen:

  • Grenze der Geschichtsanschauung von E. H. Carr und I. Deutscher (T. Kamishima)
  • Bildung der Diktatur und das Prinzip der Souveränität (J. Horigome)
  • Was haben wir nach dem Zusammenbruch des sowjetischen Sozialismus gelernt? (l. Muraoka)
  • Komposition der sozialen Erkenntnis im 20. Jahrhundert und das Problem des Sozialismus (Y. Arii)
  • Zusammenbruch des sowjetischen Sozialismus und die marxistische Theorie des Sozialismus (K. Iwabuchi)
  • Russische Revolution und Hegemonie‑Theorie von A. Gramsci (K. Obara)
  • Globale Erwärmung und das Problem des Egalitarismus (S. Kosugi)
  • Strategie des Sozialismus im Zeitalter des Postmodernismus (H. Saitou)
  • Ökologischer Sozialismus (S. Nagashima)

Die Themen waren sehr mannigfaltig und aktuell und es wurde ausgiebig diskutiert. Für die Zukunft sind weitere Symposien geplant. [1] Es gibt viele linke akademische Organisationen in Japan, wie die „Gesellschaft der ökonomischen Theorie“ mit 1000 Mitgliedern, die hauptsächlich über marxistische Ökonomie forscht, die „Gesellschaft des Materialismus Japan“ (300 Mitglieder) und andere lokale Vereinigungen. Es existieren auch in Tokio, Hokkaido, Nagoya, Osaka und Kyoto weitere linke philosophische wissenschaftliche Gesellschaften, die ebenfalls eigene Zeitschriften publizieren. Ich gehöre der „Gesellschaft des Materialismus – Japan“ an und bin Vorsitzender der „Gesellschaft des Materialismus – Tokio“. Ich kann hier leider nicht alle verschiedenen Tendenzen der Forschung darstellen, die sich in diesen Zeitschriften wiederfinden: Die Themen umfassen nicht nur Ökonomie, Politik, Philosophie, sondern auch verschiedene soziale, kulturelle Probleme und Auseinandersetzungen mit Naturwissenschaften und Technik. Die Diskussion aktueller Probleme politischer Praxis in Hinblick auf eine Überwindung des heutigen Kapitalismus finden sich darin ebenso wie die kritische Auseinandersetzung mit dem „realen Sozialismus“. [2]

2. Die Grundstruktur des Marxismus: Wie ist der tatsächliche Charakter des Marxismus?

Die zentrale Frage lautet: „Wie ist die Grundstruktur des Marxismus den Marx selbst vertreten hat – eigentlich zu denken? Diese Thematik ist nach dem „Zusammenbruch“ besonders aktuell. Man könnte sagen, dass es in dieser Frage ungefähr drei prinzipielle Positionen gab oder gibt:

  1. den Marxismus Leninismus oder sogenannter Stalinismus
  2. den europäischer Marxismus (G. Lukacs, K. Korsch, A. Schmidt, A. Gramsci etc.), die sogenannte Praxis Philosophie in Jugoslawien (M. Maleowies, G. Petrovic)
  3. den praktischer Materialismus im Sinne der Dialektik (A. Kosing, H. Seidel, [3] S. Shibata, Ch. lwasaki, T. Shimazaki etc). [4]

Diese Unterscheidung wurde in den 80er und 90erJahren in China diskutiert, wobei diese Diskussion besonders durch die oben genannten materialistischen Zeitschriften in Japan vorgestellt wurde. Die Diskussion über die Grundstruktur des Marxismus wurde länderübergreifend zwischen japanischen und chinesischen MarxistInnen geführt. In Japan wurde die Tendenz des Marxismus‑Leninismus oder Stalinismus besonders seit den 70erJahren heftig kritisiert, da dessen Charakter in Wirklichkeit von der Theorie Marxens klar verschieden ist. Dies kann man in den Werken von Marx selbst sehen: „Ökonomisch Philosophische Manuskripte“, „Mill Randbemerkung“, „Thesen über Feuerbach“, „Deutsche Ideologie“, „Grundrisse“ usw. Die Frage nach dem Charakter des Marxismus wurde zwar immer wieder aufgeworfen, doch abgesehen von einer Diskussion in der DDR in den 60erJahren wurde sie in Europa fast nirgends diskutiert. [5]

Meiner Meinung nach gibt es einen zentralen Unterschied zwischen der PraxisPhilosophie und dem praktischen Materialismus, welcher auch meinen Standpunkt darstellt. Hauptsächliches Defizit der Praxis‑Philosophie besteht in der Vernachlässigung der – von Engels entwickelten und von Marx ausdrücklich anerkannten Natur Dialektik, die die Grundlage des Materialismus als Naturalismus darstellt. Die Denker der Praxis Philosophie erfassten die beiden Aspekte der Engelsschen Philosophie nicht richtig, was mit ihrem traditionellen Humanismus, oder genauer, mit ihrem Anthropozentrismus bzw. Eurozentrismus erklärbar ist, um es mit Termini des (inter‑ oder multi)kulturellen Ansatzes auszudrücken. Engels’ Philosophie, genauer gesagt, besonders seine spätere Philosophie („AntiDühring“, „Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft“, „Feuerbach“, „Dialektik der Natur“ usw.) ist eine wichtige Quelle des sogenannten Marxismus‑Leninismus. [6] Dennoch denke ich, dass seine Idee der Natur Dialektik von einem materialistischen Standpunkt aus verteidigt werden muss, da ohne sie ökologische Probleme nicht adäquat behandelt werden können, wie ich später noch aufzeigen möchte. Man muss die Tatsache der Evolution und des ökologischen Gleichgewichts der Natur als unbedingte Grundlage der menschlichen Gesellschaft anerkennen, aber auch Arbeit und Produktion als Kern der subjektiven, praktischen Tätigkeit des Menschen verteidigen, wobei der Stoffwechselkreislauf zwischen Mensch und Natur nur als ein dialektischer Prozess verstanden werden kann. Aus diesem Grund ist ein praktischer Materialismus im dialektischen Sinne unentbehrlich. [7]

3. Der Grundcharakter des praktischen Materialismus

Ich möchte hier kurz den Grundcharakter des praktischen Materialismus skizzieren. Der praktische Materialismus hat die selbständige Natur zur Grundlage, betrachtet aber andererseits die materielle und gegenständliche Arbeit des Menschen (als „Zusammenwirken“ zwischen Menschen innerhalb einer ökonomischen Sozialformation) als subjektives Moment der Welt, wobei man von wirklichen Individuen als materiell sowie praktisch handelnde Subjekte ausgehen muss. Für diesen Standpunkt ist der Kommunismus immer das Endziel, wobei der historische Materialismus und die Entfremdungs und Verdinglichungstheorie die Rolle des Leitfadens spielen. Ich habe in diesem Sinne zehn Punkte über die Bestimmung des praktischen Materialismus in meinem Buch ausgeführt. [8]

Es könnte eingewendet werden, dass ein Standpunkt, der die zentrale Rolle von Praxis, Arbeit und menschlicher Tätigkeit in den Mittelpunkt rückt und zudem auf der wesentlichen Bedeutung von Ökonomie, Industrie und den Produktivkräfte beharrt, dem Anthropozentrismus und Modernismus nicht entkommen kann. Der Marxismus tauge beispielsweise nicht für ein Verständnis der Grundlagen der Umweltproblematik und sei als „Ideologie“ selbst sei ein Faktor der Zerstörung des ökologischen Systems, wie die Praxis in den ehemaligen sozialistischen Ländern ja zeige ... Ich meine hingegen, dass ein richtig verstandener praktischer Marxismus sehr wohl notwendig ist, um die ökologische Problematik adäquat zu thematisieren. Als Leitthematik wählte ich für mein Buch „Philosophie und Methode des PostMarxismus“ [9] bewusst die Problematik der Umweltzerstörung, wie auch aus meiner vierten Bestimmung des praktischen Materialismus klar hervorgeht:

Die subjektive, praktische Tätigkeit der Menschen hat immer die natürliche Welt als unbedingte Voraussetzung. Das bedeutet zugleich, dass die Natur nicht bloß als Stoff der Veränderung durch menschliche zweckmäßige Vernunfttätigkeit angesehen werden darf. Da der Mensch auch Naturwesen ist, Resultat einer langen Evolution, so bedarf er immer auch der äußeren Natur. So gesehen erscheint die Natur auch als aktives Moment, das die menschliche Natur zu seinem „Gegenstande“ hat. Die äußere Natur ist für menschliches Leben unentbehrlich. Der Mensch ist zuerst Naturwesen. Marx betrachtete die menschliche Geschichte als eine Art Naturgeschichte und betonte die Rolle der menschlichen Arbeit für Verwirklichung und Vergegenständlichung der menschlichen Wesenskräfte, für die Entwicklung der Hand, des Gehirns usw.

 [10]

Der junge Marx übernahm diese Idee hauptsächlich von Feuerbachs anthropologischem Materialismus. In den „ÖkonomischPhilosophischen Manuskripten“ kam man leicht sehen, dass der Mensch eigentlich ein passives Wesen ist und durch den Gegenstand, das heißt durch die äußere Natur, bedingt ist. „Obwohl der Mensch vernünftig und geistig ist, ist er dennoch zuerst ein leidendes, bedingtes und beschränktes Wesen, wie es auch das Thier und die Pflanze ist.“ [11] Im Gegensatz zum Idealismus, welcher die göttliche Aktivität oder Geistigkeit des Menschen betont, wird der Mensch bei Marx materialistisch wesentlich als leiblich, leidend, passiv, gegenständlich bestimmt.

Das gegenständliche Wesen [der Mensch, T.S.] wirkt gegenständlich und es würde nicht gegenständlich wirken, wenn nicht das Gegenständliche in seiner Wesensbestimmung läge. Es schafft, setzt nur Gegenstände, weil es durch Gegenstände gesetzt ist, weil es von Haus aus Natur ist. In dem Akt des Setzens fällt es also nicht aus seiner „reinen Thätigkeit“ in ein Schaffen des Gegenstandes, sondern sein gegenständliches Produkt bestätigt nur seine gegenständliche Thätigkeit, seine Thätigkeit als die Thätigkeit eines gegenständlichen natürlichen Wesens. [12]

Wie Engels in der „Dialektik der Natur“ gezeigt hat, wird die passive menschliche Natur selbst durch die Zerstörung und Verschmutzung der äußeren Natur beeinflusst und in ihrer Existenz bedroht. Engels nennt dies die „Rache“ der Natur: „Schmeicheln wir uns indes nicht zu sehr mit unseren menschlichen Siegen über die Natur. Für jeden solchen Sieg rächt sie sich an uns. Jeder hat in erster Linie zwar die Folgen, auf die wir gerechnet, aber in zweiter und dritter Linie hat er ganz andere, unvorhergesehene Wirkungen, die nur zu oft jene ersten Folgen wieder aufheben.“ [13] Als naturalistischer Materialismus hat die Philosophie von Marx und Engels selbstverständlich eine ökologische Seite. Als kritischer, praktischer Materialismus kritisiert sie einerseits scharf die Zerstörung der Natur in der und durch die kapitalistische Produktionsweise und kann uns andererseits als Hilfestellung für die praktische Verwirklichung einer ökologischen Gesellschaft dienen. Diese Tendenz wird gegenwärtig als „Ökosozialismus“ oder „Sozialökologie“ bezeichnet. [14]

4. Gegensätzliche Einschätzungen der Marxschen Theorie in Hinblick auf Umweltprobleme

Ausgehend von der Problematik der Umweltzerstörung wird die Philosophie von Marx sehr kontroversiell eingeschätzt. Insbesondere die ÖkologInnen greifen Marx z.T. sehr heftig an. T. Benton kritisiert die Einseitigkeit der Marxschen Theorie des Arbeitprozesses und für K. Takeda ist Marxens Konzeption der Beherrschung der Natur durch Technik und Produktivkraftentwicklung naiv optimistisch. Und J. Passmore meint, von einem ökologischen Standpunkt aus gesehen, sei nichts schädlicher als die Philosophie von Hegel und Marx. [15]

Auf der anderen Seite wird gerade auf die Philosophie von Marx zurückgegriffen, um ökologische Probleme überhaupt klar erkennen und begreifen zu können. D. Pepper meint in diesem Sinne, dass eine Lösung der Umweltprobleme nur im Anschluss an Humanismus, Antimystizismus und im Sinne einer gemeinsamen Regulierung der Natur möglich sei. Er betont besonders die Notwendigkeit der Anwendung sozialistischer Prinzipien wie Egalitarismus, Beseitigung der Armut, demokratischer Regulierung der Gesellschaft und der Beseitigung des Kapitals. Auch S. lwasa betont die tief liegenden Gemeinsamkeiten zwischen der Marxschen Theorie und den ökologischen Fragestellungen. [16] Ich erkenne durchaus eine bestimmte Einseitigkeit in der Marxschen Auffassung bezüglich des Überhangs vom Kapitalismus zum Sozialismus/Kommunismus. Marx konnte die Dimension der gegenwärtigen Unweltproblematik nicht voraussehen. Dennoch finden sich in seinen Werken tiefgründige Ausführung zu Fragestellungen, welche die Umweltproblematik berühren. In diesem Bereich sehe ich auch eine wichtige Zukunftsaufgabe meiner Forschung.

5. Die Fragestellung über Marxens Naturbegriff bei Alfred Schmidt

Wenn wir uns mit Marxens Umweltphilosophie ausführlicher beschäftigen wollen, ist es von enormer Wichtigkeit, zuerst seine Auffassung der äußeren Natur (bzw. die Entwicklung seiner Auffassung) zu untersuchen, da sich Umweltprobleme unmittelbar auf eine Verkehrung des MenschNaturVerhältnisses zurückführen lassen. In diesem Sinne ist die Arbeit von Alfred Schmidt noch immer sehr erkenntnisreich. [17] Schmidt erforschte in den 70erJahren die Entwicklung der Marxschen Naturanschauung von seiner frühesten Periode bis hinein ins „Spätwerk“ sehr ausführlich. Bis heute gibt es keinen anderen Text, der uns als Grundlage und Ausgangspunkt für die Klärung des Marxschen Naturbegriffs dienen könnte.

Schmidt vertritt exakt den Standpunkt des oben erwähnten praktischen Materialismus und kritisiert richtig die Verkürzungen des MarxismusLeninismus oder Stalinismus, welcher die materialistische Dialektik oder Naturdialektik in die Vergangenheit – d.h. vor die Existenz des Menschen – setzt, und in der „menschlichen Gesellschaft“ lediglich die „Anwendung“ der „Gesetze der Dialektik“ auf die Menschen erkennen will. Wie Schmidt gezeigt hat, fängt Marx selbst in der „Kritik des Gothaer Programms“ mit der Natur als der „ersten Quelle aller Arbeitsmittel und Arbeitsgegenstände“ [18] an. „Was den Marxschen Naturbegriff im Ansatz von anderen Naturkonzeptionen unterscheidet, ist sein gesellschaftlichgeschichtlicher Charakter.“ (Schmidt 1978; 7) Dies bedeutet, dass Natur und Naturanschauung immer durch die menschliche Gesellschaft und Geschichte, besonders durch die ökonomische Tätigkeit und Industrie vermittelt und verändert werden. Natur ist uns nicht unmittelbar, sondern nur vermittelt durch die menschliche Praxis zugänglich. In diesem Sinne kritisiert auch Marx Feuerbach, der ohne die praktischmenschliche Tätigkeit zu reflektieren, allgemein über die Natur philosophiert. Daher betont auch Marx in seiner ersten These zu Feuerbach, dass dieser die Natur auf ein bloßes Objekt der Anschauung reduziert, Natur jedoch nicht als sinnlich menschliche Tätigkeit, als Praxis und als Produkt der Arbeit erfassen kann.

Interessanterweise behandelt Schmidt nicht nur den „gesellschaftlichgeschichtlichen Charakter“ der Natur und Naturanschauung, sondern thematisiert auch ihre andere, übergreifende Seite. Natur ist nicht nur, wie in der soeben vorgestellten Charakterisierung durch Praxis vermittelt, sondern zugleich übergreifendes Moment, wobei „Natur und Gesellschaft“ als „innerhalb der Natur als der beide Momente [Natur und Gesellschaft, T.S.] umfassenden Realität“ (Schmidt 1978; 8) anzusehen sei. Wenn man die Marxsche Gesamtkonzeption der „gesellschaftlichen Vermittlung der Natur und der naturhaften Vermittlung der Gesellschaft“ (Schmidt 1978; 59ff.) in Erwägung zieht, so liegt das Schwergewicht auf dem Moment der menschlichen Praxis, also auf der ersten Bestimmung der Natur, das heißt auf der „gesellschaftlichen Vermittlung der Natur“, also auf der gesellschaftlichen Vermittlung. In diesem Sinne ist G. Lukacs zuzustimmen, wenn er die Natur auf eine gesellschaftliche Kategorie reduziert. Aber es gilt, die andere Seite der Natur d.h. die „naturhafte Vermittlung der Gesellschaft“ zu bedenken. Die Natur und ihre Gesetze existieren unabhängig vom menschlichen Bewusstsein und so gesehen ist gesellschaftliche Entwicklung ebenso eine Art Naturprozess, das darf nicht vernachlässigt werden. Man könnte sagen, dass alles, einschließlich der menschlichen Gesellschaft bei Marx als Naturprozess oder als Naturgeschichte existiert ...

Schmidts Interpretation über Marx ist sehr interessant. Er übernimmt vom marxistischen Materialismus oder Naturalismus die Einsicht der „naturhaften Vermittlung der Gesellschaft“ und erkennt, dass die Natur durch menschliche Arbeit nicht völlig zu beherrschen ist. Wird ein Arbeitsprodukt vernachlässigt, geht dieses naturgesetzlich in die Natur selbst zurück: „das Eisen verrostet, das Holz verfault“. [19] Die Formgebung der Natur durch Arbeit ist reversibel, anders gesagt, Arbeit hebt die „Gleichgültigkeit von Form und Stoff“ (Schmidt 1978; 72) [20] nicht auf.

6. Unzulänglichkeit von Schmidts Auffassung über Marxens Naturanschauung und die Idee des Stoffwechsels

Soweit sind Schmidts Behauptungen richtig und zutreffend. Trotzdem kann er die „naturhafte Vermittlung der Gesellschaft“ nicht angemessen reformulieren und charakterisiert Marxens Naturanschauung erstaunlicherweise als „geheime Naturspekulation in Marx“ (Schmidt 1978; 77) oder „negative Ontologie“ (Schmidt 1978; 74). Soll das bedeuten, Marx sei Idealist oder mindestens Pantheist gewesen? Ich sehe das völlig anders. Der Fehler von Schmidt rührt im wesentlichen aus seinem Missverständnis bezüglich der Engelsschen NaturDialektik. Er kann mit der oben angesprochenen Zweiseitigkeit der Engelsschen NaturDialektik nicht richtig umgehen und erkennt weder ihre positiven noch ihre negativen Seiten. Letztlich lehnt er sie einfach pauschal ab. Obwohl Schmidt die „naturhafte Vermittlung der Gesellschaft“ und die Selbständigkeit der Natur und des Naturgesetzes vom Menschen grundlegend anerkennt, weist er die Naturdialektik von Engels, die doch viele Parallelen mit dem Naturbegriff von Marx aufweist, schroff zurück – ein Widerspruch, wie ich meine. Daher kann er auch Marxens Naturauffassung nicht konsequent begreifen. Obwohl er sehr ausführlich Marxens Naturanschauung analysiert, versucht er dennoch nicht, diese mit Umweltproblemen zu verbinden, was für mich unglaublich ist. Schmidt ignoriert die Entwicklung und Evolution der Natur vor der Existenz des Menschen und dies korrespondiert mit der Vernachlässigung der Umweltprobleme. Dieses Defizit kann vermutlich durch den oben genannten Anthropozentrismus und Eurozentrismus erklärt werden, den der europäische Marxismus wie die Frankfurter Schule gemeinsam haben.

Die Konzeption des Stoffwechsels zwischen Mensch und Natur wird zwar von Schmidt durchaus rezipiert, aber in ihrer Bedeutung verkannt. Gegenwärtig wird dieses Thema von fast allen TheoretikerInnen, die sich von einem ökologischen Standpunkt aus mit Marx beschäftigen, als bedeutende Frage anerkannt. Marx schreibt im „Kapital“: „Die Arbeit ist zunächst ein Prozess zwischen Mensch und Natur, ein Prozess, worin der Mensch seinen Stoffwechsel mit der Natur durch seine eigene Tat vermittelt, regelt und kontrolliert. Er tritt dem Naturstoff selbst als eine Natur macht gegenüber.“ [21] In dieser Definition fungiert der Naturstoff als Bindeglied zwischen menschlicher Natur und äußerer Natur; um eine zweiseitige Bewegung (Zirkulation) der Assimilation und Dissimilation. Daher definiert Marx m.E. die menschliche Arbeit zweiseitig:

  1. Nach dem subjektiven Moment betrachtet, ist Arbeit eine teleologische, gegenständliche Tätigkeit, um die Natur für den Menschen zu verändern und in seinem Sinne umzuformen.
  2. Nach dem objektiven Moment betrachtet, ist Arbeit Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur.

Wird bloß der erste Aspekt betont, so führt dies zu einer anthropologischen Sichtweise und die Natur wird auf bloßen Stoff oder Werkzeug für die menschliche Begierde und Produktion reduziert. Bedenkt man jedoch den zweiten Aspekt, so wird die ökologische Dimension erkennbar.

Ich möchte aber auch noch auf ein weiteres Problem verweisen: das Problem der Arbeitswerttheorie. Wie stellt sich diese Theorie, die Marx ausgehend von A. Smith, D. Ricardo, S. Bailey etc. entwickelt hat, vom ökologischen Standpunkt aus dar? Muss man nicht sagen, die Konzeption, dass allein die menschliche Arbeit der Natur Wert geben kann, sei grundsätzlich anthropologisch und modernistisch? H. Immler, sowohl Ökologist als auch Physiokrat, stellt der Arbeitswerttheorie eine Naturwerttheorie entgegen. [22] Verhindert die Arbeitswerttheorie von Marx eine klare Sichtweise auf ökologische Probleme? Hat Marx in seiner Konzeption der Werttheorie die Rolle der Natur völlig vernachlässigt? Mir geht es hier erst einmal nur darum, wichtige Fragen zu stellen. [23]

7. Überblick über die Situation der Umweltphilosophie in Japan

Die Diskussion der Umweltproblematik, der globalen Naturzerstörung sowie die Folgen für die menschliche Gesundheit werden in Japan sehr grundsätzlich diskutiert. Obwohl jene, die die Umweltproblematik mit der Philosophie von Marx verbinden, eher in der Minderheit sind, glaube ich dennoch, dass die marxistische Ökophilosophie zur Lösung von Umweltproblemen einen sehr wichtigen Beitrag darstellt. Vom materialistischen Standpunkt aus ergibt sich eine Strukturierung der Diskussion in vier Themenbereiche:

  1. Naturanschauung und Ökosystem
  2. Umweltethik oder Bioethik im Sinne handlungsrelevanter Konsequenzen
  3. Das Problem der Umweltzerstörung, wie sie aus einer soziologischen, politikwissenschaftlichen, sozialökologischen und grünen Perspektive thematisiert werden kann
  4. Die Probleme konkreter Lebensführung und sozialer Beziehungen hinsichtlich eines ökologischen Verhältnisses zur Natur [24]

Selbstverständlich existieren noch andere Problematiken. Aber diese vier Problemkreise sind eng miteinander verknüpft. Ich möchte nun einige Aspekte näher ausführen:

Zum Themenkreis 1: Für den Marxismus als Naturalismus oder Materialismus sind diese Fragen von zentraler Bedeutung und es ist notwendig, die bisherige Naturphilosophie kritisch aufzuarbeiten. Dieser Themenkreis schließt auch das Verhältnis zwischen Mensch und Natur, sowie den Kreislauf des Wassers, der Luft, der fossilen Brennstoffe und die Nahrungskette ein. [25] Um die Naturanschauung im Sinne der Ökologie weiter zu entwickeln, muss neben der okzidentalen Naturphilosophie auch die asiatische und japanische näher untersucht werden. S. Ozeki entwickelt seine Naturphilosophie oder Lebensphilosophie primär im Anschluss an die Evolution des Menschen und J. Irie betont die Mannigfaltigkeit des Lebens, wobei er darunter eine dauernde Symbiose der Menschen mit der Natur versteht. T. Ichikawa interpretiert Fuudo (Klima) als Durchdringung zwischen Subjekt und Objekt, ebenso wie T. Watsuji und A. Berque. [26] Ich verweise besonders auf die Konsequenzen der modernen Naturwissenschaft für die Entwicklung der Industrie und die geschichtliche Transformation des Naturbegriffs. [27]

Zum Themenkreis 2: Die traditionelle Ethik betrachtete ausschließlich das Verhältnis zwischen den Menschen innerhalb der Gesellschaft, während die neue Umweltethik und Bioethik das Verhältnis des Menschen zur Natur thematisiert. Implizit betrachtet die bisherige Ethik die Natur mehr oder weniger als Untertan der Menschen. Die daraus resultierenden Defizite brechen vor allem an den Themen Anthropozentrismus und Physiozentrismus, dem innerrn Wert der Natur selbst und bei der Frage der Tierrechte auf. Freilich gibt es zwischen MaterialistInnen oder MarxistInnen wenig Übereinstimmung in diesen Fragen. K. Kawano rezipiert und analysiert sehr ausführlich jene Argumente, die in der Kritik am Anthropozentrismus und Physiozentrismus vorgebracht werden. Obwohl er selbst den Standpunkt des „holism“ vertritt, erkennt er die Gefahr des Totalitarismus. [28] Über die Frage, ob die Natur selbst einen immanenten Wert besitzt oder ob nur der Mensch ihr Wert hinzufügen kann, gibt es heftige Kontroversen. J. Takada kritisiert Kawano klar von dem Standpunkt aus, dass Wert an die Tätigkeit des Menschen gebunden sei. [29] Andererseits existiert sogar der Versuch, den Wert der Umwelt durch CVM (contingent valuation method) messen zu wollen. [30]

H. Katou knüpft systematisch an die Resultate des angloamerikanischen Utilitarismus an und vertritt folgende Thesen:

  1. Die Natur hat ebenso wie der Mensch ein Recht auf Unversehrtheit und Leben
  2. Wir müssen nicht nur die Mitwelt, sondern auch die Nachwelt in die ethische Debatte einbeziehen.
  3. Da die globalen Ressourcen begrenzt sind, muss man von einem umfassenden Konzept aus die Gesellschaft reglementieren [31]

Da der Autor den Aspekt der Sozialkritik stark vernachlässigt hat, wurde er von H. Makino, der materialistisch argumentiert, scharf kritisiert. [32] Es gibt übrigens auch den Versuch, Umweltethik und Bioethik konsequent zu verbinden, [33] ja sogar den Versuch, Umweltethik und Informationsethik miteinander zu verknüpfen. [34]

Zum Themenkreis 3: Die Ursache und Quelle der Umweltzerstörung wird unmittelbar auf die herrschende Vergesellschaftung zurückgeführt. Die Analyse der Umweltproblematik führt zur Analyse der sozialen Beziehungen. Diese These ist für den Marxismus von zentraler Bedeutung, daher müsste diese Erkenntnis in den Ökosozialismus einfließen. K. Takeda kritisiert in diesem Sinne sehr radikal die Marktwirtschaft und verteidigt in letzter Zeit insbesondere das Konzept des ökologisch‑feministischen Sozialismus. [35] Von einem sozialwissenschaftlichen Standpunkt aus zeigt K. Toda, dass die Umweltprobleme nicht alle gleich, sondern in erster Linie die Armen und Mittellosen dieser Welt betreffen. [36] Das Umweltproblem muss also von den verschiedenen Gesellschaftswissenschaften, wie Ökonomie, Soziologie, Politologie usw., betrachtet werden.

Zum Themenkreis 4: Es geht dabei nicht um die Theorie allein, sondern auch um die Praxis, um das Leben selbst, soll die Frage der Ökologie befriedigend gelöst werden. Praxis bedeutet in diesem Fall nicht nur politische Praxis im bisherigen Sinne, sondern auch Alltagspraxis. Wir müssen den Lebensstil als BürgerIn, als Familienmitglied, als Person in einer lokalen Gemeinde, als grüneR KonsumentIn usw. überdenken. Dieses Thema muss selbstverständlich mit den Aspekten des dritten Themenkreises verbunden werden. Es ist klar, dass im Marxismus dieses Gebiet bisher nicht ausreichend diskutiert wurde. Takeda betont daher die Bedeutung der Produktion des Lebens selbst, wobei – anknüpfend an Engels zwei Arten von Produktion zu unterscheiden wären: die ökonomische‑materielle Produktion einerseits und Produktion des menschlichen Lebens innerhalb der Familie andererseits. lwasas Idee ist deshalb interessant, weil er sogar drei „recycles“ unterscheidet: den Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur, den Zirkel von Produktion – Konsum Reproduktion und die Regenerierung der Ressourcen. [37] Letztlich geht es um eine umfassende Kritik der kapitalistische Gesellschaft sowie um die kritische Rekonstruktion des Lebensstils aller im ökologischen Sinne.

[1Karl Reitter hat eine Grußbotschaft an dieses Symposium geschickt, wofür ich ihm an dieser Stelle herzlich danken möchte.

[2Die „Gesellschaft des Materialismus – Tokio“ publiziert einmal jährlich die Zeitschrift „Yuibutsuron (Materialismus)“, Forschungsversammlung werden ca. zweimonatig und die Konferenz einmal pro Jahr veranstaltet. Die Zeitschrift wird zum Teil einem Schwerpunkt gewidmet; die Titel der letzten Ausgaben: „Kreative Tätigkeit der Kritik; über erzieherische Situation“ (1999), „Bedeutung der Forschung des Materialismus“ (2000), „Entwicklung der Wissenschaft/Technik und die Zukunft der Menschheit“ (2001), „„Globalisierung“ und gegenwärtige Probleme“ (2002).

[3Die Diskussion über das Prinzip des Marxismus in der DDR wird die „spätere, zweite Praxisdiskussion“ (1966‑67) genannt. vgl: V. Wrona, G. Handel et al., Zur Geschichte der marxistisch‑leninistischen Philosophie in der DDR, Dietz Verlag, Berlin, 1979, S. 296ff. Diese wichtige Diskussion wurde allerdings verboten. Danach verlosch der Einfluss der DDRPhilosophie auf die Debatte in Japan sehr schnell und führte zu einer eigenständigen Entwicklung der marxistischen Philosophie in Japan.

[4Vgl. Sondernummer „Diskussion des „praktischen Materialismus“, in: „Gesellschaft des Materialismus“, Tokio (Hg.), Op. cit., Nr. 55, 1981. Sechs Forscher haben Texte dazu beigetragen: M. Kitamura, M. Kiyoshi, H. Sato, A. Seto, Ch. Iwasaki und ich. Ich glaube, dass eine derart intensive Diskussion der Positionen des dialektischpraktischen Marxismus außer in China weltweit nirgendwo geführt wurde.

[5In der UdSSR hat „naturgemäß“ der Typ des Marxismus‑Leninismus bis zum „Zusammenbruch“ fast immer vorgeherrscht. Soviel ich weiß, ist A. A. Mamapui der einzige Forscher, der klar den Standpunkt des praktischen Materialismus vertreten hat. Das erscheint unglaublich, da dieser Standpunkt in der damaligen UdSSR „kritisiert“ wurde. Ich weiß nicht, warum das Buch überhaupt publiziert werden konnte. Mamapui hat noch dazu Kedrov besonders heftig kritisiert, der damals als wichtiger Wissenschaftler und Philosoph galt.

[6Zur Kritik an Engels: vgl. 9. Kapitel „Diskussion und Bestimmungsort der Engels‑Forschung“, 10. Kapitel „Materialismus, Dialektik und Freiheitstheorie bei Engels“, in: T. Shimazaki, „Philosophie und Methode des Post-Marxismus“, Kouchi Shobou, Tokio, 1997 (japanisch).

[7Ich kann leider an dieser Stelle meinen Standpunkt nicht ausführlich darstellen, vgl. dazu 2. Kapitel „Entwicklung der Diskussion über praktischen Materialismus Japans“, 3. Kapitel „Was ist die „leninistische Etappe der Philosophie“ gewesen?“, 4. Kapitel „sowjetischer Marxismus und Situation der russischen Philosophie“, in: T. Shimazaki, Op. cit.

[8Ibid., S.22 26.

[9Das 12. und letzte Kapitel meines Buches lautet: „Was ist die „Natur“ für uns?“

[10Ibid., S.24.

[11MEGA 1 2, S.408.

[12Ibid.

[13MEGA 1 26, S.550.

[14Obwohl Marx’ Materialismus sicher eine ökologische Seite hat, kann er m.E. dennoch nicht „dialektischen Naturalismus“ genannt werden, wie dies J. Foster und Y. Komatsu tun, sondern vielmehr „praktischen Materialismus“, wie von mir dargestellt. Cf. J. B. Foster, „Marx´ Ecology“, Monthly Review Press, New York, 2000; Y. Komatsu, Kapitalistische Produktion und materielle Stoffwechsel und Zirkulation, in: Keizai (Ökonomie), Nr. 6, 2001, S.145.

[15T. Benton, „Marxismus und die Grenze der Natur“, in: Tokio Materialismus Forschung (Hg.), Op. cit. Nr. 68, 1994 (japanisch); K. Takeda, „Der Sozialismus und die Ökologie“, in: „Gesellschaft des Materialismus“, Kansai (Hg.), „Yuibutsuron to Gendai“ (Materialismus und Gegenwart), Nr. 9, 1992 (japanisch); J. Passmore, „Menschliche Verantwortung für die Natur“, lwanami‑Syoten, Tokio, 1998, S.322 (japanisch).

[16D. Pepper, „Ökologischer Sozialismus“, Nousangyoson‑Bunkakyoukai, 1996, Tokio, S.372f. (japanisch); S. Iwasa, „Philosophie der Umwelt. Gemeinsamkeit zwischen Marxismus und Ökologie“, Soufuusya, Tokio, 1994 (japanisch).

[17A. Schmidt, „Der Begriff der Natur in der Lehre von Marx“, 3. unveränderte Auflage, Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main, Köln, 1978.

[18MEW 19, S.15.

[19MEW 23, S.198.

[20MEGA2 1.1, S.220: “Für Baum oder Holz selbst ist die Form des Tisches oder des Stuhls gleichgültig und zufällig, aber Leben zu sein bleibt für ihn notwendig. Er bewegt sich schließlich nach dem Naturgesetz und die Spur menschlicher Formierung wird allmählich verlöscht, wenn er in der Natur gelassen wird.“

[21MEW 23, S.192. Es gibt drei Typen des „Stoffwechsels“ bei Marx: Stoffwechsel innerhalb der objektiven Natur, Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur und Stoffwechsel als Warenzirkulation.

[22Vgl. H. Immler, „Natur in der ökonomischen Theorie“, Westdeutscher Verlag, Opladen, 1985.

[23Wir setzen uns mit Immlers Kritik über Marx auseinander: T. Shimazaki; R. Kan, „Wie schätzt man Marx in der Gegenwart im Anschluss an die Umweltprobleme?“, in: Hitotsubashi Rezension, Nr. 8, 2001.

[24Diese Diskussion findet sich in folgenden Arbeiten: S. Iwasa; T. Ryuu (Hg.), „Forschung der Umweltphilosophie“, Soufuusya, Tokio, 1998 (japanisch); Syuuji Ozeki (Hg.), „Untersuchung der Umweltphilosophie“, Outsuki‑Syoten, Tokio, 1996 (japanisch). Beide sind von dem Autorenkollektiv geschrieben. Ich möchte unten hauptsächlich diese zwei Bücher benützen.

[25R. Kan, „Ökologie und Marx“, Jityousya, Tokio, 2001(japanisch), entwickelt die Möglichkeit der Marxschen Philosophie als Ökologie sehr ausführlich.

[26Ozeki (Hg.), Op. cit.

[27Shimazaki, „Wie soll die Naturphilosophie das Umweltproblem betrachten?“ in: lwasa/Ryuu (Hg.), Op. cit.

[28K. Kawano, „Ethik der Umwelt und des Lebens“, Bunrikaku, Kyoto, 2000 (japanisch).

[29J. Takada, „Umweltethik und Werttheorie“, in: „Gesellschaft des Materialismus“, Sapporo (Hg.), Yuibutsuron (Materialismus), Nr. 45, 2000 (japanisch).

[30K. Kuriyama, „Kann die Umweltpolitik sich den Wert der Umwelt widerspiegeln?“, in: Japanische Wissenschaftler, Nr. 6, Suiyousya, Tokio, 2001 (japanisch).

[31H. Katou, „Einleitung in die Umweltethik“, Maruzen, Tokio, 1992.

[32H. Makino, Umweltethik und Demokratie, in: S. Ajisaka (Hg.), „Gegenwärtige Aufgaben des historischen Materialismus“, Bunrikaku, Kyoto, 2001 (japanisch).

[33M. Morioka, „Die Frage nach der Lebensanschauung“, Chikuma‑Syobou, Tokio,1994 (japanisch).

[34Ozeki, „Anthropologie der Umwelt und Information“, Aoki‑Syoten, Tokio, 2000 (japanisch).

[35K. Takeda, „Was Ökologie und Feminismus miteinander verbindet“, in: Ozeki, Op. cit.

[36K. Toda, „Umweltgerechtigkeit“, Shin’yousya, Tokio, 1994 (japanisch).

[37S. Iwasa, „Philosophie über ‚recycle’“, in: Iwasa, Op. cit.

Literatur:

Alfred Schmidt (1978), „Der Begriff der Natur in der Lehre von Marx“, Frankfurt am Main, Köln.

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