Jalta
Beiträge
Amelie Lanier, The Black Sea coast

The Crimea as part of the Russian and Soviet Empires

 
2005

Soon after it’s integration into the Russian Empire the Crimea started to attract the Russian nobility. The climate, the combination of mountains and sea, the romantic coastal rock formations pleased anyone who could afford to spend his summer and other holidays there. The nature and the climate (...)

Jalta
Ялта
Wappen von Jalta
Jalta (Ukraine)
Jalta (Ukraine)
Jalta
Basisdaten
Oblast: Autonome Republik Krim
Rajon: Kreisfreie Stadt
Höhe: 40 m
Fläche: 283 km²
Einwohner: 138.152 (2014)
Bevölkerungsdichte: 488 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 98600–98649
Vorwahl: +380 654
Geographische Lage: 44° 30′ N, 34° 10′ OKoordinaten: 44° 29′ 51″ N, 34° 10′ 23″ O
KATOTTH: UA01200310010053783
KOATUU: 111900000
Verwaltungsgliederung: 2 Städte, 21 Siedlungen städtischen Typs, 1 Dorf, 8 Siedlungen
Bürgermeister: Iwan Imgrunt
Adresse: пл. Радянська 1
98600 м. Ялта
Statistische Informationen
Jalta (Krim)
Jalta (Krim)
Jalta
i1
Liwadija-Palast, Ort der Konferenz von Jalta von 1945
Meerpromenade von Jalta
Blick auf Jalta
Innenstadt

Jalta (ukrainisch und russisch Ялта; krimtatarisch Yalta; armenisch Յալտա) ist eine Kurstadt und Urlaubsort in der Autonomen Republik Krim an der Südküste der Halbinsel Krim im Schwarzen Meer. Sie hat knapp 80.000 Einwohner, in der Agglomeration Jaltas leben rund 140.000 Menschen.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lage südlich des Krimgebirges und in einem Talkessel verdankt Jalta sein sehr mildes Klima: Die mittlere Temperatur beträgt im Februar 4 °C. Es schneit in Jalta selten, und die dünne Schneeschicht taut schnell wieder auf. Die Durchschnittstemperatur im Juli liegt bei ca. 24 °C. Die Sonne scheint hier 2250 Stunden im Jahr. Da immer stetig eine leichte Meeresbrise vom Schwarzen Meer weht, wird es in Jalta nie drückend heiß. Es herrscht ein subtropisches Klima.

Aufgrund der günstigen geographischen Lage hat sich Jalta zu einem beliebten Ziel für Touristen schon während der Zeit der Sowjetunion entwickelt. Palmen, Pinien, Oleander und andere mediterrane Pflanzen prägen das Stadtbild.

Viele berühmte Künstler wie Tschechow, Tolstoi und Tschaikowski haben hier gelebt.

Verwaltungstechnisch gliedert sich die Stadt in:

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kurort hat rund 80.000 Einwohner, von denen etwa zwei Drittel Russen und etwa 28 % Ukrainer sind, der Rest sind Krimtataren und Angehörige anderer Völker. Die lingua franca ist Russisch. Eine kleine Gruppe von Deutschen ist in zwei Kulturvereinen organisiert und hat auch eine protestantische Kirche. In der Agglomeration Jalta leben etwa 140.000 Menschen.

Gruppen Anzahl in Prozent
Russen 91408 65,5
Ukrainer 38604 27,6
Weißrussen 2204 1,6
Krimtataren 1877 1,3
Armenier 813 0,6
Tataren 476 0,3
Juden 424 0,3
Aserbaidschaner 368 0,3
Polen 286 0,2

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde die Stadt vermutlich von den Taurern im 6. Jahrhundert v. Chr., was Gräber in den Abhängen des Polikurowski-Hügels nordöstlich der Stadt belegen. Im 5. Jahrhundert v. Chr. wurde das damalige Jalita dann Kolonie des antiken Griechenland. Der Name Jalita stammt vermutlich aus dem Griechischen und bedeutet einfach nur ‚Ufer‘.

Im 6. Jahrhundert wurde die Stadt Teil des Byzantinischen Reiches. Die erste schriftliche Erwähnung fand im 12. Jahrhundert durch den arabischen Geographen Al-Idrisi statt – die Siedlung hieß damals Dschalita / جاليطة / Ǧaliṭah. Im 14. Jahrhundert wurde die Siedlung eine Genuesische Kolonie unter dem Namen Kaulita resp. Etalita. Im 15. Jahrhundert zerstörte ein Erdbeben Jalta. Es wurde dann Teil des Osmanischen Reichs. 1783 kam Jalta zu Russland. Im Russischen Kaiserreich gehörte Jalta zum Gouvernement Taurien, das bis Oktober 1921 bestand. 1837 wurde die Stadt zu einer russischen Kreisstadt. 1848 wurde die Straße nach Sewastopol gebaut, 1887 das erste Sanatorium eröffnet. Nach der Oktoberrevolution war sie Teil der ASSR der Krim innerhalb der Russischen SFSR.

Im Deutsch-Sowjetischen Krieg wurde Jalta am 7. November 1941 von der deutschen Wehrmacht besetzt, nachdem am selben Tag die Armenija als letztes Evakuierungsschiff mit bis zu 7000 Menschen den Jaltaer Hafen verlassen hatte. Das Schiff wurde von der deutschen Luftwaffe versenkt.[2] In Jalta wurde ein jüdisches Ghetto mit 4500 Menschen eingerichtet, die am 18. Dezember 1941 im Rajon Massandra erschossen wurden.[3] Während der Schlacht um die Krim wurde Jalta am 16. April 1944 von der Roten Armee zurückerobert.

International bekannt wurde Jalta durch die Konferenz von Jalta (auch Erklärung von Jalta, Jalta-Konferenz, Argonaut-Konferenz), auf der vom 4. bis 11. Februar 1945 über das Schicksal des bald besiegten Deutschland entschieden wurde. Daran beteiligt waren die alliierten Regierungschefs Winston Churchill, Josef Stalin und Franklin D. Roosevelt, die dort die Welt neu aufteilten.

Durch Beschluss[4] des Obersten Sowjets der UdSSR aus Anlass des 300. Jahrestags des Vertrags von Perejaslaw wurde Jalta zusammen mit der Oblast Krim am 26. April 1954 an die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik angeschlossen. Seit 1991 ist Jalta Teil der unabhängigen Ukraine.

Seit 2004 findet jährlich im September das Yalta-Treffen statt, veranstaltet von der Wiktor-Pintschuk-Foundation und der Yalta European Strategy (YES) in der südukrainischen Stadt Liwadija.

Mit dem international nicht anerkannten Anschluss der Halbinsel Krim an Russland im März 2014 wurde Jalta de facto zum Föderationskreis Südrussland der Russischen Föderation angegliedert.[5] Völkerrechtlich ist Jalta weiterhin Teil der Autonomen Republik Krim, die als südlichste Region und einzige Republik der Ukraine nach wie vor zur Ukraine gehört, auch wenn sie seit 2014 von Russland besetzt gehalten wird.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Lage jenseits des Krimgebirges ist Jalta nicht an das Eisenbahnnetz angebunden. Dafür ist die Stadt Endpunkt der längsten Trolleybus-Linie der Welt. Diese wird von der Gesellschaft Krymskyj trolejbus betrieben und verbindet Jalta mit Aluschta und dem Bahnhof von Simferopol.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutschland Baden-Baden, Deutschland (seit 2000)
  • FrankreichFrankreich Nizza, Frankreich
  • Mexiko Acapulco, Mexiko (seit 2010)
  • Georgien Batumi, Georgien (seit 2008)
  • Turkei Antalya, Türkei (seit 2008)
  • Agypten Scharm asch-Schaich, Ägypten (seit 2009)
  • Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Margate, Vereinigtes Königreich
  • China Volksrepublik Haikou, Volksrepublik China (seit 2004)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dmitri Miljutin (1816–1912), russischer Kriegsminister, Generalfeldmarschall und Militärschriftsteller
  • Alla Nazimova (1879–1945), US-amerikanische Schauspielerin und Filmproduzentin russischer Herkunft
  • Viktor Kopp (1880–1930), sowjetischer Diplomat
  • Pavel Argeyev (1887–1922), russisch-französischer Kampfpilot
  • Louis Hofbauer (1889–1932), österreichischer Maler
  • Serge Piménoff (1895–1960), russisch-französischer Filmarchitekt
  • Nathalie Kovanko (1899–1967), Stummfilmschauspielerin
  • Val Lewton (1904–1951), US-amerikanischer Filmproduzent
  • Esteban Volkov (1926–2023, Geburtsname Wsewolod Platonowitsch Wolkow), mexikanischer Chemiker, Enkel von Leo Trotzki
  • Alla Horska (1929–1970), ukrainische Malerin und Dissidentin
  • Karl-Theodor Geringer (1937–2022), österreichischer Kirchenrechtler
  • Constantine Pleshakov (* 1959), russisch-amerikanischer Politikwissenschaftler und Autor
  • Julija Wakulenko (* 1983), ukrainische Tennisspielerin
  • Wera Rebrik (* 1989), russische Speerwerferin ukrainischer Herkunft
  • Walentina Iwachnenko (* 1993), russische Tennisspielerin, die bis 2014 für die Ukraine antrat

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Schlögel: Promenade in Jalta und andere Städtebilder. Carl Hanser Verlag, München.
  • Christian Reder, Erich Klein (Hrsg.): Graue Donau, Schwarzes Meer. Wien Sulina Odessa Jalta Istanbul. Recherchen, Gespräche, Essays. Edition Transfer, Springer, Wien/New York 2008, ISBN 978-3-211-75482-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Jalta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Jalta – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Публікації (Memento vom 10. Mai 2012 im Internet Archive)
  2. Андрей Сидорчик: Гибель теплохода «Армения»: неизвестная история большой трагедии. In: Аргументы и факты. 7. November 2016 (russisch, aif.ru [abgerufen am 16. August 2021]).
  3. Дегтярь М.: Расстрел (abgerufen am 16. August 2021).
  4. The Transfer of the Crimea to the Ukraine (englisch)
  5. Федеральный закон Российской Федерации от 21 марта 2014 года № 6-ФКЗ «О принятии в Российскую Федерацию Республики Крым и образовании в составе Российской Федерации новых субъектов — Республики Крым и города федерального значения Севастополя»
  6. Annexion der Krim. Putin verstößt gegen russische Verfassung
  7. a b c Киркоров получил звание почетного гражданина Ялты (Memento vom 29. März 2016 im Internet Archive), novopol.ru, 12. August 2010 (russisch)