von Thomas Schmidinger und Stefanie Mayer
Liebe Leserin,
lieber Leser!
Im Vorfeld
der Produktion dieser Nummer gab es einige sehr erfreuliche Erweiterungen in
der Redaktion unserer Zeitschrift. Es gelang die bisher vorhandene "Herrenrunde"
mit einigen sehr kompetenten Frauen zu durchbrechen. Das heißt zwar noch
nicht, daß unsere Redaktion nicht immer noch mehrheitlich von Männern
dominiert würde, aber zumindest hat sich das Geschlechterverhältnis
deutlich verschoben.
Dazu kommt
noch, daß ich mich mit diesem Editorial als koordinierender Redakteur
verabschiede, da ich für meine Diplomarbeit für einige Monate in den
Sudan fahre, und meine Funktion mit Stefanie Mayer erstmals in die Hände
einer Frau übergeht. Insbesondere hoffe ich, daß durch den feministischen
Zustrom in der Redaktion feministische und gender-spezifische Themen in Zukunft
in Context XXI nicht mehr zu kurz kommen werden. Vorerst wird aber noch der
zweite Teil unseres im letzten Heft ausufernden Antisemitismus-Schwerpunktes
dieses Heft dominieren. Viele Artikel dieser Nummer wären bereits im März
fertig gewesen. Wir konnten es uns aber nicht leisten, einfach ein dickeres
Heft zu drucken. Die Spanne zwischen dem, was wir könnten und dem, was
wir uns leisten können, bleibt wohl weiter bestehen. Die folgenden Hefte
werden dann aber wohl stärker die Handschrift der neuen Redaktionsmitglieder,
Jutta Sommerbauer und Heide Hammer und der koordinierenden Redakteurin Stefanie
Mayer tragen. Ich freue mich jedenfalls jetzt schon auf die folgenden Nummern.
Thomas
Schmidinger
März
2001
Zunächst
möchte ich mich bei allen Redaktionsmitgliedern für den Vertrauensvorschuss
in meine zukünftige Arbeit bedanken. In guter Context XXI-Tradition möchte
ich mich in Zukunft auch um einen weiteren Ausbau des Themenspektrums, insbesondere
in Richtung Feminismus und Gendertheorie bemühen.
Wie so
oft standen wir auch diesmal vor dem Problem, zuwenig Seiten für zuviele
druckenswerte Texte zur Verfügung zu haben. Eine Reihe spannender Rezensionen
können wir darum nur in unserer Internetausgabe veröffentlichen; Darunter
ein von Thomas Schmidinger verfasster Text zu Wolf Gruners "Zwangsarbeit
und Verfolgung", welches sich dem verdrängten Kapitel jüdischer
Zwangsarbeit in Österreich zwischen 1938 und 1945 widmet, Robert Foltins
Rezension von "Empire", dem neuesten Buch von Michael Hardt und Antonio
Negri, und eine Auseinandersetzung mit Hardts und Negris "Die Arbeit des
Dionysos" von Stephan Grigat.
Das vorliegende
Heft ist noch einmal dem Schwerpunkt Antisemitismus gewidmet. Thomas Schmidinger
geht in einem längeren Beitrag der Frage nach, ob und in welcher Form Antisemitismus
in der arabischen Welt an Bedeutung gewinnt. Peter Bierl setzt sich in einem
ausführlichen — und in der Redaktion umstrittenen — Artikel kritisch
mit der Schwundgeldheorie Silvio Gesells und seinen Adepten in populären
Tauschringen auseinander. Klaus Kindler und Stephan Grigat beschäftigen
sich mit Antisemitismus innerhalb "der Linken", und im kulturellen
Feld geht Gerald Raunig der Frage nach Möglichkeiten der Interventionskunst
— verstanden als Arbeit an den Mitteln der Produktion — nach.
Eine Aufforderung
ergeht wie üblich an alle unsere LeserInnen: Lest und abonniert Context
XXI — hört Context XXI bei eurem freien Radio — und findet die
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Stefanie
Mayer
April 2001 |