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Liebe
Leserin, lieber Leser!
Die Diskrepanz
zwischen dem, was wir könnten, und dem, was wir uns in Zeiten von Tariferhöhungen
und Publizistikförderungsverweigerung leisten können, schlug noch
nie so deutlich zu Buche wie bei dieser Nummer von Context XXI. Unser Vorhaben,
diese Nummer mit einem Schwerpunkt zum Thema Antisemitismus erscheinen zu lassen,
endete mit einer solchen Fülle an ausführlichen und gut fundierten
Artikeln, daß wir problemlos die doppelte Seitenanzahl dieses Heftes allein
schon mit dem Schwerpunkt füllen hätten können, ohne daß
dabei irgend ein Artikel überflüssig oder gar langweilig geworden
wäre. Dazu kam noch das Problem, daß wir bereits bei unserer letzten
Nummer zwei sehr gute und lesenswerte Artikel, die aber nicht nur kurzfristig
aktuell waren, auf diese Nummer verschieben mußten und die bereits in
der letzten Nummer angekündigte Fortsetzung unseres Menschenrechts-Schwerpunktes
von Karl Reitter auch noch seinen Platz finden mußte. Einer der verschobenen
Artikel, eine Buchbesprechung von Florian Ruttner über ein im ID-Verlag
erschienenes Buch über die Weathermen in den USA, wird nun zusammen mit
einigen anderen Rezensionen nur in der Internetausgabe von Context XXI erscheinen.
Die Rezension ist zwar sehr spannend zu lesen, der Platzmangel in der Papierausgabe
aber einfach zu groß.
Nach langem Überlegen
beschlossen wir, aufgrund eben dieses Platzmangels nicht die Artikel des Antisemitismus-Schwerpunktes
zu kürzen oder gar nicht zu bringen, sondern den Schwerpunkt auf zwei Hefte
auszudehnen. Bereits jetzt liegen für diesen zweiten Teil des Antisemitismus-Schwerpunktes
folgende fertige Artikel vor, die wir mit einer besser abgesicherten Finanzlage
bereits in dieser Nummer veröffentlichen hätten können: Stephan
Grigat hat einen eher theoretischen Artikel über Antisemitismus von Links
verfaßt, dieser wird ergänzt durch einen Beitrag über dessen
konkrete Ausformung in Österreich und Deutschland. Meine Wenigkeit hat
einen ausführlichen Beitrag über Antisemitismus im Nahen Osten, die
traditionelle Position von Jüdinnen und Juden im politischen Gefüge
des Islams und die Veränderungen dieser Position im 20. Jahrhundert geschrieben.
Peter Bierl ergänzt den zweiten Teil des Schwerpunktes schließlich
mit einem Artikel über den Antisemitismus der der Zinskritik Silvio Gesells
und Tauschringe und Schwundgeldexperimente zugrundeliegen,
die sich auf Gesell berufen.
Außerhalb
des Schwerpunktes mußten wie außerdem eine Rezension des neuen Negri-Buches
von Robert Foltin auf die nächste Ausgabe verschieben.
All dies
werdet Ihr liebe LeserInnen, leider wie gesagt erst im zweiten Teil unseres
Schwepunktes im Mai lesen können. Obwohl alle Artikel bereits druckfertig
vorliegen würden, können wir es uns in einer angespannten finanziellen
Situation weder leisten, einfach ein zusätzliches Heft zu drucken, noch
dieses Heft um einige Seiten zu erweitern. Wir rufen Euch deshalb in eurem eigenen
LeserInneninteresse dazu auf, Context XXI zu abonieren, wenn ihr sie noch nicht
aboniert habt, Abos in Förderabos umzuwandeln oder einfach Geld für
den Ausbau unseres Multimedia-Mediums zu spenden. Es geht nun darum, ob wir
den Sprung zu einem auflagenstarken linken Qualitätsmedium schaffen oder
nicht!
Thomas
Schmidinger, März 2001 |