Islamischer Dschihad in Palästina
Beiträge
radiX, Nummer 3

Nationalismen und Bantustans

Über die Kritik am Nahost-„Friedensprozeß“
Mai
2000

Mit der Unterzeichnung des Abkommens von Oslo und seinen Folgeabkommen kam zum ersten mal seit der Gründung des Staates Israel ein Prozeß in Gange in dem ein Teil der palästinensischen Politik und der Bevölkerung in den besetzten Gebieten mit der Regierung Israels in einen Dialog trat, der zu einer (...)

Café Critique, Jahr 2006

Karikaturen? Welche Karikaturen?

Februar
2006

Seit der arabische Fernsehsender al-Jazeera über die Veröffentlichung einiger Cartoons in Dänemark berichtete, befindet sich die islamische Welt in Aufruhr. In der Zeitschrift „Jyllands-Posten“ waren im September vergangenen Jahres 12 Karikaturen abgedruckt worden, die nun, so ist Presse- und (...)

Café Critique, Jahr 2009

Irans Mäßigung ist eine Illusion

Eine Replik auf Rudolf Walther
Mai
2009

Wer sich, aus welchen Motiven auch immer, der Verteidigung des iranischen Regimes verpflichtet fühlt, behauptet gern, der iranische Präsident habe gar nicht davon gesprochen, Israel von der Landkarte tilgen zu wollen („to wipe Israel off the map“). Es handele sich lediglich um einen (...)

Der Islamische Dschihad in Palästina (arabisch حركة الجهاد الإسلامي Harakat al-dschihād al-islāmī) ist eine islamistische Terrororganisation mit Sitz in Damaskus (Syrien). Die vollständige Eigenbezeichnung lautet „Bewegung des islamischen Dschihad in Palästina“ (حركة الجهاد الإسلامي في فلسطين), sie wird in den Medien auch als Gruppe „Heiliger islamischer Krieg“ bezeichnet.

Verschiedene Gruppen in anderen arabischen Staaten trugen ebenfalls den Namen „Islamischer Dschihad“, namentlich der Ägyptische Islamische Dschihad oder al-Dschihad, die unter Aiman az-Zawahiri in al-Qaida aufging.

Im Westen ist mit „Islamischer Dschihad“ aber in aller Regel die palästinensische Gruppe gemeint, weil diese aufgrund des Medieninteresses für den Nahostkonflikt besonders hervorsticht.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der palästinensische Islamische Dschihad entwickelte sich Ende der 70er-Jahre aus ehemaligen palästinensischen Mitgliedern der ägyptischen Muslimbruderschaft, die bis dahin als Ableger der Muslimbrüder im Gazastreifen tätig waren. Im Zuge der islamischen Revolution 1979 im Iran und der daraus resultierenden neu entstandenen islamischen revolutionären Ideologie Ayatollah Khomeinis regten führende Mitglieder der Palästinensischen Muslimbrüder im Gazastreifen und Ägypten an, sich ideologisch von der Ägyptischen Muslimbrüderschaft abzuspalten und der revolutionären Ideologie Irans zu folgen. Unterstützt wurde dieser Prozess ebenfalls durch die Bemühungen der iranischen Hezbollah im Rahmen des vom Iran betriebenen Revolutionsexports in den 80er Jahren im Nahen Osten, was letztlich zur Gründung des Islamischen Dschihad 1981 in Palästina und der Hisbollah 1982 im Libanon führte.

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offiziell trat die heutige palästinensische Organisation, die allgemein als „Islamischer Dschihad“ bezeichnet wird, zum ersten Mal 1981 in der gegenwärtigen Form in Erscheinung. Gegründet wurde die Untergrundorganisation ursprünglich im Gazastreifen von drei ortsansässigen islamischen Aktivisten: Fathi Schakaki, ein Arzt aus Rafah, Sheikh Abd Al-Aziz Awda, ein Prediger aus dem Flüchtlingslager Dschabaliya, und Ramadan Shallah aus Shuja'iyya, einem Bezirk in Gaza-Stadt. Führer ist zurzeit [2014] Mohammed al Hindi.[1]

Aktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals in Erscheinung trat die Gruppe im April 1983 mit dem Bombenanschlag auf die US-Botschaft in Beirut, in der auch die CIA-Zentrale für den ganzen Nahen Osten untergebracht war.

Die Organisation ist ideologisch der Hamas nicht unähnlich, hat aber stärkere Kontakte in den Iran und ist weniger in der Bevölkerung Palästinas verankert. Der Islamische Dschihad wirbt Jugendliche für seine Selbstmordattentate. So wurde beispielsweise am 29. März 2004 der 16-jährige Tamer Havira in Rifidia (einem Vorort von Nablus) von israelischen Sicherheitseinheiten festgenommen, als er dabei war, einen Selbstmordanschlag auszuführen.

Der Islamische Dschihad sieht Israel als die Manifestierung des westlichen Imperialismus und lehnt Friedensgespräche mit dem jüdischen Staat sowie seine bloße Existenz kategorisch ab. Auf sein Konto gehen Anschläge mit Autobomben und zahlreiche Selbstmordattentate in Israel, aber auch die Steinigung von zwei entführten 14-jährigen Jugendlichen im Mai 2001.[2]

Im Gaza-Konflikt 2014 bekannte sich die Gruppe dazu, Raketen auf Israel gefeuert zu haben. Sie ist auch am Tunnelsystem im Gazastreifen aktiv, der für Terroraktionen gegen Israel genutzt wird.

Im Februar 2020 feuerte die PIJ mehr als vierzig Raketen auf bewohntes Gebiet in Israel, von denen die israelische Raketenabwehr die meisten abfing.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-Christian Rößler: Hamas sieht sich als Sieger. In: FAZ.net. 27. August 2014, abgerufen am 13. Oktober 2018.
  2. Who are Islamic Jihad?
  3. FAZ, 25. Februar 2020, S. 5.